(… ein KI-Dialog… quasi… *hüstel*…)

K: HERKOS IMAUFLU (Herr Koske, immer auf der Flucht)
II: IMI META (Imaginäre Instanz auf einer Metaebene)

I: Herr Koske, ahnen Sie, warum wir gerade an Sie herantreten, um eventuell einige Antworten auf unsere Fragen zu erhalten?

K: Sie „treten heran“, ha?! Sie waren auf einmal da, zefix! Allein, natürlich ahne ich das! Ich bin dermaßen in banalen marginalpersönlichen Kreisläufen festgefahren, dass ich schon wieder typisch sein dürfte…

I: Ausgezeichnet! Das bestätigt uns in unserer Wahl!

K: Außerdem hat die Weltgeistin, hoch sollse leben, Mitgefühl mit mir… Ich habe mich auf mehreren Portalen zu Online-Befragungen angemeldet, um die dicke Kohle einzufahren, Alter, aber ich werde kaum zu Befragungen herangezogen, weil ich ein notorischer Nichtkonsument- bzw. Nutzer der Waren und Dienstleistungen zu sein scheine, auf die es nämlich ankommt in dieser unserer dynamischen Postmoderne, ha! Daher nun die Imagination eines Zwiegespräches, schizoider oder schizotypischer Weise usw.

I: … äh… ja… – Das hat aber schon einen leichten Beigeschmack von Größenwahn, was Sie da sagen, wenn man mal so sagen darf?!

K: Natürlich! Ich halte mich für den Nabel der Welt, ha, wie ja auch schon des Öfteren per Mental-Funk kam. Aber ohne eine gewisse Aufblähung eines egomanischen Größenselbst hat man keine Chancen in den Medien

I: Wollen Sie überhaupt Chancen? Sie betreiben nicht die geringste Eigen-PR, obwohl die im Netz buchstäblich kinderleicht zu realisieren wäre! Zudem kennen Sie nicht zuletzt aus Ihrem tragikomischem Versuch eines Werbestudiums den zugegebenermaßen durchgekauten Satz „Wer nicht wirbt, der stirbt!“

K: Ach, ich sterbe gern immer einmal wieder ein bisschen, denn ich bin ein bindungsloser Psychopath sowie vor allem morbid, wie immer wieder Leutinnen und Leute rückmelden, von denen ich annehmen muss, dass sie nicht ganz zu Unrecht überzeugt sein dürften, mich tiefschürfend deuten zu können und zu müssen. – „Kleiner Scherz zur Auflockerung!“, wie Oberstleutnant Sanftleben zu sagen pflegte. Leider ist ja Meister Schramm nun auch in den allerdings wohlverdienten Ruhestand getreten…

I: Stop! Stop! Stop! – Es geht darum, dass wir Ihnen Fragen stellen und Sie diese ganz eventuell beantworten. Sie löffeln schon wieder Ihren abgestandenen Narziss-Mus und verfallen in die üblichen kaskadierenden Monologe!

K: Ja, aber die sind doch Eigen-PR, chch! Sozusagen persönlichkeitsspezifisch! Okay, okay, ganz im Ernst – ich weiß selbst nicht genau, ob ich dieses Egomarketing will oder nicht. Böse Zungen, oder vielmehr deren Besitzer, wie Hildesheimer schrieb, würden wahrscheinlich behaupten, wieder einmal wolle die kleine Prinzessin in mir entdeckt werden usw. – Der Schriftsteller Hildesheimer, nicht der Rabbi! Manchmal, ganz heimlich, finde ich das doof, weil ich manchmal, ganz heimlich, zum Beispiel etliche meiner Versuche, Klänge zu strukturieren, ein bisschen gut finde. – Oder so ähnlich…

I: Sehr gut – damit sind wir bei der ersten eigentlichen Frage! Wie geht es Ihnen bei Ihren Versuchen als, wie Sie zu sagen pflegen insbesondere dann, wenn Sie niemand gefragt hat, Kreativitäter?

K: Na ja… – Auf der Stelle treten ist auch Bewegung. Ha. Ha. Ha. Ich war schon wieder auf dem Trip, das Schreiben ganz sein zu lassen, weil ich „einfach nur“ völlig unbegabt wäre im Sinne von mit Phantasielosigkeit geschlagen. Phantasie, Dichten, Spinnen, sich was ausdenken usw. kann man nicht erzwingen. Auch oder erst recht nicht mit verbissen musterschülerhaft ausgeführten Aufgaben etwa in einem Fernkurs für Kreatives Schreiben. Und so. Trallala!

I: Offensichtlich haben Sie es sich anders überlegt – warum?

K: Ach, den Scheiß habe ich doch auch schon -zig Mal durch! Und ewig grüßt ein ganzes Bataillon Murmeltiere! Aber ich kann nicht nicht schreiben! Auch deshalb nicht, weil ich dann nicht weiß, was ich machen soll. Außer natürlich immer das, was ich gegessen habe, ha ha! Ich habe überlegt, ob ich nicht insofern ins Gegenextrem verfallen sollen müsste, dass ich mir zwei oder drei Mini- und bzw. Mini- oder Teilzeitjobs besorge, um rund um die Woche beschäftigt zu sein. Ich habe mal von Leuten gelesen, die so was erfolgreich praktizieren, von Montag bis Sonntag und manchmal täglich insgesamt zehn oder zwölf Stunden. Seitdem spukt diese krasse Idee durch mein armes altes Gehirn…

I: Herr Koske – Sie sind umgezogen, auch oder gerade überraschend für Sie selbst! Es liegt die Frage nahe, ob Ihre neuerlichen Versuche, sozusagen radikal Ihre inneren Grundwerte umzumodeln, mit diesen abrupten Änderungen äußerer Umstände zu tun haben könnten?

K: Ja, logo, Meta von der Ebene! Diesen Antrieb, ganz neu anfangen und alles anders machen zu wollen, kriege ich wohl auch nicht mehr weg gemacht. Aber dennoch und trotzdem und erst recht – irgendetwas ist passiert! Die „Pseudohallus“ sind deutlich herunter gefahren, um das mal so verschwiemelt auszudrücken. Das vor allem! Und sowohl, was die Quantität als auch, was die sozusagen Lautstärke angeht. Der ewige Chor, der das Geschehen kommentiert, komprimiert und wertet, ist nur noch schwach und sozusagen ganz aus der Ferne zu hören. Was geht da ab? Wer oder was steckt dahinter? Wann rutscht da was nach? Bla.

I: Das klingt eindeutig, als wären Sie von dieser Veränderung, die jedermann als erfreulich ansehen müsste, gar nicht angetan?! Um nicht zu sagen – alles Andere als begeistert?!

K: Dazu habe ich auch schon des Öfteren was abgedrückt! Das dürften Sie ja mitbekommen haben, denn Sie scheinen erstaunlich viel von mir zu wissen. – Welcher ausländische Dienst, ha ha? – Ich bin misstrauisch, um einmal zumindest zu versuchen, die Dinge auf den Punkt zu bringen. Da stimmt was nicht, da kommt noch was, ich muss noch mit einem dickem Ende rechnen usw. Dabei habe ich erst vor ein paar Tagen in der U-Bahn was aufgeschnappt von universitätlichen Studien mit psychotisch reagierenden Menschen, bei denen zu meiner anhaltenden Verblüffung sportliche Betätigung entscheidend sein dürfte. Also nicht nur wieder die lecker Smarties der smarten Pharma-Riesen und so.

I: Fühlen Sie sich in der Lage, und vor allem bereit, Ihrer, wie Sie zu sagen pflegen, zu Recht unübersehbaren Leserschaft mitzuteilen, was sich konkret in Ihren äußeren Umständen verändert hat?

K: Eben da geht es ja schon los, werte höhere Meta! Auf einmal klappte alles wie geschmiert! Ich hatte mich vor einigen Jahren schon einmal für dieses Haus beworben, bin dann, natürlich, wieder geübt versunken in die Resignatiefe, und jemand ist quasi an mir vorbei gezogen, der auch jetzt noch hier wohnt… –

I: … *hüstel*…

K: – … ja ja, konkret, ist ja schon gut… Konkret handelt es sich um ein Apartmenthaus für Leute mit Psychohistorie, die keine Einbindung etwa in eine therapeutische WG brauchen. Betreutes Einzelwohnen wie in einer eigenen Wohnung, nur dass das Apartment vom Trägerverein gestellt wird. Ein Konzept, das immer öfter umgesetzt zu werden scheint, weil der Bedarf da ist. Ich wohne in einem der 2er-Apartments, d. h., Küche und Bad habe ich gemeinsam mit einem Mitbewohner zu nutzen und zu putzen. Ein ruhiger Bürger, sogar versehen mit Freundin, die ihn des Öfteren besucht. Und wird denn vielleicht auch in mein Leben noch einmal das Glück treten, ach! – Nein, ich bin nicht eifersüchtig; ich habe das mit meiner inneren Gruppe durchgearbeitet!

I: Sorry für die ausgelutschte Psychofloskel, aber – wiederholt sich da nicht was?

K: Ja, klar – das kann gar nicht anders sein! Ich stelle mit knapp 58 fest, dass ich auch in diesem Kontext von den Konditionierungen meiner Ursprungsfamilie mehr geprägt zu sein scheine, als ich wahrzunehmen vermochte. In meinem Elternhaus waren Küche und Wohnzimmer tagsüber fast immer abgeschlossen. Und nun übt „das Kind“ mit fast 60, dass es anwesend sein darf, kann und muss auch in Wohnraum und Küche. Das ist deutlicher als in der WG oder der Pension!

I: Sie sind, wie wir natürlich wissen, in einen Stadtteil gezogen, den Sie bisher so gut wie gar nicht kannten. – Man darf vermuten, dass auch das eine Ursache für Ihren inneren Aufruhr oder den zumindest halb bewusst forcierten Umbruchsversuch ist?

K: Nochmal natürlich! Ringsherum ist allerfeinstes Schwabing, in Teilen noch eindrucksvoller gründerzeitlich-altstädtisch gediegen und noch akribischer edelsaniert als in ähnlichen Quartieren in Big B zu besichtigen. Ich scheine auch deshalb ein bisschen in Bewegung geraten zu sein, tandaradei!

I: Dies auch im wörtlichem Sinne, wie man es, har har, trapsen hört?! – Sorry, Ihr Schräghumor scheint ansteckend und ich wollte hiermit auch einmal ein Witzchen in koskatörichter Manier versuchen…

K: In der Tat! Schier urplötzlich habe ich neuerlich mit heftigen Laufversuchen begonnen. Und „heftig“ deshalb, weil mir ganz tief drin schon lange klar ist, dass ich bei meinen „Dauerläufen“ mich mitnichten ausgepowert habe, sondern im Grunde den berühmten oder berüchtigten toten Punkt immer weiter vor mir hergeschoben. Dies, aua, läuft just itzt gar trotz Rücken. Ohne Druck von irgendwoher scheint nichts, aua, zu laufen. Aber ich habe jetzt eine Orthoweisung zum Überpäden und mal sehen, wie der eingreift

I: Okay, da es Ihnen zu behagen scheint, rentnermäßig die Wehwechen durchzuhecheln – was sagt denn Frau Doktor? Sie hatten heute einen Termin?!

K: Korrekt, und ich bin pünktlich erschienen, was wiederum sehr verdächtig ist. Die Waage war nicht defekt, *hüstel*, von 100 auf 95 Kilo runter – immerhin! Sodann bin ich vampirologisch angezapft sowie ultrabeschallt worden. Kein Alien-Baby, aber was in der Gallenblase. Frau Doktor sagt, vielleicht ’n Gallenstein. – „Zum Abschied schenkte er seiner Freundin einen Ring mit einem wunderschönem selbstgemachtem Gallenstein!“ – Noch ’n Löffelchen Zynis-Mus zur Auflockerung, sorry! Ich habe da ganz andere Gedanken, und, aua, reichhaltige, aber die behalte ich für mich.

I: Das steht Ihnen zu, zumal Sie ja eh‘ in Kürze nicht an sich gehalten und alles ausgeplaudert haben werden…

K: Ach – köstlich! Sie haben hier das nur noch selten verwendete Futur 2 verwendet!

I: Ich hätte mir Sorgen gemacht, wenn Sie das jetzt nicht gesagt hätten! – Und: nein, das war kein Test! Und wieder einmal habe ich beinahe spielerisch zur nächsten Frage übergeleitet – erleben Sie nach wie vor, und wenn ja, wie, Ihre „Traumprüfungen“!?

K: Sorry, schon wieder, aber wenn es doch passt – natürlich! In den ersten Nächten konnte ich mich nicht mehr an Träume erinnern, bin mir aber sicher, dass welche stattgefunden wurden. Aus den heutigen Träumen ist mir nur erinnerlich, dass sie außerordentlich gewissermaßen farb- und leuchtkräftig waren. Das will ja was heißen, wenn es in diesem Kontext noch Steigerungsmöglichkeiten gibt. An konkrete Abläufe kann ich mich jedoch nicht erinnern, zumal die sehr turbulent waren. Ich vermute, was Sie sehr überraschen muss, dass ich die Prüfungen nicht bestanden habe…

I: Okay – jetzt grüßt aber wirklich mindestens ein Murmeltier! – Wünschen Sie noch etwas wenn nicht Abrundendes, so doch Abschließendes einzuflechten?

K: Erleben Sie nun hier Herrn K., wie er gestern, aua, brillierte mit der Lesebrille sowie reifem Edelschimmel um die Kinnpartien…

I: Ich bin im Bilde!

K: Ich brauche jetzt nur noch ’n Hut, dann kann ich richtig wirklich Künstler werden – gehste krachen, Alter, echt!

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