Habe mich in Schwabing verliebt – is‘ wahrscheinlich auch wieder einseitig…

Tja… Man muss das doch mal aussprechen dürfen!

Ich sitze jetzt auf einem auseinander und zusammen faltbarem und klappbarem Anglerstuhl, den ich für neun Euronen und noch was beim Baumarkt gekrallt habe. Bild folgt – natürlich habe ich das Kabel zum Überspielen von der Kamera auf den PC in einem der Kartons verstaut, die ich in meinem Pensionszimmerchen nicht ohne Anmut gestapelt habe.

Des Weiteren sitze ich an einem Tisch, und leicht unter ihm und mit der Tastatur auf den Knien, den mein Nachbar mir von seinem Balkon geliehen hat. Der ist zwar völlig runter gewirtschaftet (der Tisch, nicht der Nachbar), aber mit ein paar Werbebeilagen dekorativ ausgelegt durchaus brauchbar auch für Marginalpersonen mit Drang nach literarischem Ausdruck, aber ohne Phantasie. Auch habe ich mir eine Art Camping-Schlafsack besorgt sowie second hand zwei Decken zum Unterlegen, und so ist mein Überleben bis zu den Möbellieferungen am nächsten Montag und Dienstag einigermaßen gesichert. – Ich werde nicht mehr erwachsen, das geht nicht; das wäre eine Art psychischer Tod, wie die voll scharfe Aktion 1986 gezeigt hat, hokus pokus.

Bla. – Ich habe mich über ein Jahr lang darüber geärgert, dass ich keine Möglichkeit hatte, oder keine gesehen habe, die auf dem Schrank gestapelten Umzugskartons zu entsorgen, aber siehe – es ward gut; die waren bis auf einen Karton alle noch gut zu verwenden. Morgen muss ich die mit ’ner Taxe hierher holen, nebst drei Säcken voller Klamotten. Es ist erstaunlich, was sich selbst bei Marginalpersonen ansammelt, diesbezüglich! Die Padrona della Casa hat mir versichert, dass ich den Schlüssel auch am Wochenende abgeben könnte. Ich versuche aber, die Aktion morgen durchzuziehen, trallala.

Das hatte ich noch nicht, einen derart gesitteten Umzug; aber ich will die Woche nicht vor dem Freitag loben, morgen wird es nochmal recht stressig.

Was geht da ab? Ich werde wach, ich tauche auf aus einer Art Trance, ich komme aus dem Trott, ich spüre Ansätze von Hoffnungsfünkchen, ich bin sehr bewegt, und ich will raus aus der Geistblase und ein normaler Mensch sein, der nicht schreiben muss, und das ziehe ich durch bis an den Rand der Erschöpfung, an dem ich auch gerade wieder bin. Außerdem aber wird mir in solchen Augenblicken immer klar, wie lange und wie weit ich schon „draußen“ bin. Das ist kein Gejammer, vielmehr ich „einfach nur“ versuche, die Dinge beim Namen zu nennen. Ich bin gespannt, wann der Budenzauber hier wieder einsetzt; der geht nämlich fast auf Null an solchen Tagen.

So. – Banal, ich weiß, aber ich kann halt nicht ohne Getippsel. Häff fann!

Dieser Beitrag wurde unter Nabelbohrungen, Stadtbild veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.