Die räumliche Desorientiertheit ist nicht altersbedingt…

Nicht schreiben geht ja nicht, wie ich aus unzähligen Versuchen im schriftlichem Verstummen weiß, und deshalb tippsele ich nun ein bisschen. Ich simuliere dabei lässig-relaxt-cool-kreatives Verhalten, indem ich auf meinem Lotterlager lungere und ins Tablet tippe. Habe ich auch lange nicht mehr gemacht, ging auch schon mal besser, trallala. Wenn ein Blinddarm nicht gebraucht wird, bildet er sich zurück, oder so ähnlich. Übrigens heißt die virtuelle Tastatur, die ich zum Erstellen meiner banalen Notizen verwende, „Hacker’s Keyboard“. Yeah! Voll künstlerisch, Mann, mir fehlt nur noch ’n Hut!

Bla. – Gestern habe ich schon einmal versucht, eine Firma im Norden zu erreichen, die mir einen Teil meiner Ausstattung liefert. Das Apartment, für das ich morgen den Schlüssel bekomme, ist leer wie die Sektion meines Gehirns, die für schriftliches Spinnen und Dichten zuständig ist. – Kommt auch prompt per Mental-Funk, ‚Er dichtet doch nich‘!‘ Wie originell! Das hatten wir echt noch nicht!

Da das Fax nicht angenommen wurde, das ich versandt hatte, weil mir immerhin eingefallen ist, dass mein Account bei web.de eine Fax-Funktion enthält, und da ich zudem dermaßen marginal bin, dass ich kein Handy habe, bin ich hingefahren.

Wieder einmal, und das geht auch nicht mehr weg, hatte ich mich vorher ganz genau auf der Karte informiert, um dann offenbar zehn Meter zu früh abzubiegen. Aber ich war an der frischen Luft! Bei dieser Formulierung fällt mir sofort Kerkeling ein, und vor meiner geistigen Brille erscheint die Szene, in der H. P. K. Mutti ein Eis in den Bundestag bringt, und über die ich tagelang gekichert habe. Er ist fast bis an das Rednerpult gekommen, oder wie man dieses staatliche Möbelstück nennt, und Mutti hat aber echt cool reagiert. Man muss das doch mal aussprechen dürfen! Wahrscheinlich wollte Dr. M. Erdbeer und H. P. K. hatte Schoko in der Waffeltüte! Hach, sind ja auch nur Menschen, die Stars und Politiker, ja ja…

Was wollte ich sagen? – Na ja, jedenfalls bin ich heute dort angekommen und kriege am Montag geliefert; ich habe gedacht, ich höre nicht recht. Ich pflege zuweilen zu denken, wir berichteten mehrfach. Ähnlich Erfreuliches widerfuhr mir in dem Gebrauchtwarenkaufhaus, in dem ich gestern erkundend erschienen bin und heute schier entschlossen kaufend; das Haus beliefert mich am Dienstag. Ha! Vortrefflich, das! Allerdings bin ich immer noch mißtrauisch, weil das derart geschmiert läuft; da muss noch ’n dickes Ende kommen, *hüstel*…

Heute hatte ich ein Gespräch mit einer sehr coolen Mitgliedin des Freudeskreises Anna Lyse, von der ich vor paar Wochen zu meiner Verblüffung erfahren habe, dass sie jetzt eine der beiden GeschäftsführerInnen des Hauses der ewigen Kindheit ist. – Witzigerweise klebte auch am Einbauschrank ein Papierbogen mit der Aufschrift „Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit!“ Das Gespräch endete mit einer vernünftigen Regelung sowie mit meinem deutlichem Empfinden, dass Druck- und Schuldgefühle abgebaut waren.

Bla. – Da ich mit der Padrona della casa, der vortrefflichen Pensionswirtin*, vereinbart habe, dass ich am Freitagabend den Schlüssel abgebe, hat es den Anschein, dass ich zum erstem Mal in meinem Leben eine Trennungs- und Übergangssituation ganz easy hinbekommen könnte; ich traue dem Ganzem nicht, wie gesagt.

So weit wieder einige banale Episoden vom unterem Rand der Population!

* Nicht ironisch oder so gemeint!

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2 Antworten auf Die räumliche Desorientiertheit ist nicht altersbedingt…

  1. Gisela Schall sagt:

    „…hat es den Anschein, dass ich zum erstem Mal in meinem Leben eine Trennungs- und Übergangssituation ganz easy hinbekommen könnte;“

    Es hat den Anschein, dass Dein Tag erfolgreich war!
    Für die Übergangsphase gutes Gelingen! LG

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