… e i g e n t l i c h  weiß ich, dass die recht haben, a b e r…

Eigentlich kotzt es mich auch an, dass immer wieder das „Männchen“ in mir impulsartig polternd hoch und raus kommt, aber…. – Die gute Nachricht ist, dass die Abstände zwischen den Impulsdurchbrüchen immer größer werden. Eigentlich habe ich mir vorgenommen, dass ich meine Kinder nie schlagen werde, aberDieses Problem habe ich zwar sozusagen defensiv gelöst, aber doch gelöst, indem ich keine Kinder habe. – Und so weiter! Was das jetzt mit Liebe und Sexualität zu tun hat? Alles.

(… umgehendst kommt, natürlich, von der Hauptverwaltung Budenzauber die Rückmeldung ‚Siehta sich wieda als Vorkämpfer!‘…)

Das ewige Söhnchen immer noch und schon wieder auf der Suche nach den guten Eltern; das geht nicht mehr weg, die Sehnsucht bleibt ein Leben lang, bla. Ich brauche keine Dr. Anna Lyse, ick annalüsier mir selba, Keule!

Aber ich will eigentlich sagen, ich kann mich nicht so ausdrücken, dass ich vor etlichen Monden im ZEGG war, einem bemerkenswertem Projekt, das von Lichtenfels und Duhm mitbegründet und wohl auch deutlich geprägt wurde. Das war, milde formuliert, erstaunlich! Ich war sprachlos, was bekanntlich ein seltener Zustand bei mir ist, als ich Meinungen und „Meinungen“ über dieses Projekt las; in diesem Internet, man kommt ja auch im Alter nicht drum herum. Ich habe mich gefragt, ob Leute nicht bemerken, dass sie ihre eigenen gequetschten Phantasien projizieren, wenn sie sich über solche Projekte, mit Verlaub, auskotzen. Den ganzen Tag lang Gruppensex war noch das Mildeste an „Meinungen“. – Während der Stunden, als ich da war, habe ich nicht einmal ein knutschendes Pärchen gesehen, gnihi.

Ein Reporter, der „berichtet“ hat, war gar nicht da… Muaha. Na ja – das is‘ halt ’n Profi, da komme ich nicht ran.

Läuft bei Dir, Alter – mach locker, voll schwul!?

Das hat, glaube ich, mit diesem Umdeuten von Defiziten zu Stärke zu tun, über das ich gleichfalls schon geschrieben habe, was mir immerhin einfällt. Ich kann auch dicht machen, zu machen, hart machen, indem ich alle die insbesondere in der Kindheit und Jugend unerledigten emotionalen Bedürfnisse innerlich abhake, und, was das Schlimme ist, diese Haltung dann für die einzig legitime halte, die ich von jedermann einfordere. Ich habe selbst mühevoll den Schmerz eingekapselt, jetzt haben das gefälligst alle zu tun. – Letzteres wäre für mich ein wesentliches Kriterium beim Versuch einer Definition von „Spießer“.

Und nun gibt es Leute, die „gehen da noch einmal rein“, die sehen sich sogar, um beim Beispiel zu bleiben, ehrlich und engagiert und über Jahrzehnte hinweg an, was da eigentlich wirklich passiert zwischen Mann und Frau! Teert und federt sie! Deswegen kommt nach meiner Beobachtung immer wieder dieser Sektenvorwurf, egal, ob therapeutische Gemeinschaft, Öko-Shop oder alternativer Kinderladen usw.

Es ist nicht einfach, das ist mir durchaus klar! Ich muss immer wieder an diesen Bericht eines erfahrenen Psychiaters und Psychotherapeuten denken, der während eines Kongresses über Vertriebenentraumata zu sprechen „wagte“, um mit Entsetzen festzustellen, dass ein Kollege wütend raus rannte. Am nächstem Tag entschuldigte sich dieser Kollege; er wäre selbst als Kind aus Königsberg vertrieben worden und hätte nicht ertragen, was schon beim Anschneiden des Themas hoch gekommen wäre.

Wenn aber schon erfahrene Profis beim Angehen von Tabu-Themen derart reagieren, was darf ich dann als Otto Normalverbraucher von mir erwarten? Das Thema existierte einfach nicht in der DaDaeR, obwohl rund ein Viertel der Bevölkerung der sowjetischen Besatzungszone Vertriebene waren; eine Zahl, die mich umgehauen hat. Vergewaltigungen, 2 Millionen, geschätzt, ein paar Zeilen unter der Tabelle? Gibt es nicht – buchstäblich kein Thema!

Entsprechend heftiger müssen Reaktionen dann sein beim auch nur Annähern an das mit Tabus, Scham, Bitterkeit, Schmerz usw. besetzte Thema Nr. 1.

So weit wieder der Klugschiss vom unterem Rand des Systems! Kämpft man schön!

Bla.

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