„Alles sehr durchwachsen!“, sagte der zunehmend Entfleischte…

Tja. Na ja… – Eben!

Es ist der Hammer! Aber eigentlich hätte ich es wissen müssen! Vor fast genau 18 Jahren hatte ich Gelegenheit, in einer alternativen Gemeinschaft zu hospitieren, und ich habe mich schon gewundert, wie eigentümlich, wenn nicht exotisch die Würstchen und die Fleischpflanzerl gewürzt schienen; sie schmeckten wohlgemerkt nicht schlecht, im Gegenteil, aber halt unmainstreamig, quasi.

Natürlich war da kein Fetzchen Fleisch drin, gnihi, und schon damals habe ich gedacht… – alles klar! Und jetzt sind 18 Jahre vergangen – meine Herren! Ist alles nur Probe, im nächstem Leben geht es anders lang!

In diesen 18 Jahren hat sich sehr viel getan in diesem, boah, Marktsegment, Alter. Kurzum – es steht fest, dass ich den Weg des Fleisches beenden werde. Äh… – ich meine – den Fleischverzehr einstellen. Was! Bin! Ich! Heute! Wieder! Spritzig!

Was noch nicht feststeht, ist die Antwort auf die Frage, ob ich als Vegetarier oder als Veganer meinen dritten Lebensabschnitt, oder so ähnlich, zu bewältigen anhebe. Richtig – wenn schon, denn schon, also gleich ganz und radikal alles weg, in dem Tier drin ist…

Aber – das ist, trotz allem und immer noch, ’n bisschen von dem Umfang abhängig, in dem mir gängige Zahlungsmittel zur Verfügung stehen. Ich habe jetzt diverse Spezial-Läden abgelaufen, heute war ich in zwei, wobei ich, Überraschung, an einem in den letzten Jahren etliche Dutzend Male vorbeigelaufen bin, und ich habe exploriert und verglichen und das eine oder andere Gläschen oder Döschen oder Päckchen verstohlen erworben.

Sojatrunk ist nicht so der Kick. Schoko geht, aber Vanille eher nicht. Nun habe ich heute Haferdrink gekrallt – leckerst, oder wie hier das Superstlativ heißt. Aber – kostet das mindestens Doppelte des Preises von Mültch von der Kuh in derselben Menge. Diese Ingredienz nehme ich demnach demnächst als Kaffeesahne-Ersatz, da reicht die Packung für mindestens 10 Tage. Zunächst brauche ich noch die anderthalb Packungen Kondensmilch auf, die jetzt unverdorben wegzuschütten mir auch wieder grenzblöd vorkäme.

Was ich weggehauen habe, und weghauen musste, waren die drei Wiener Würstchen, die schon einen grünen Punkt hatten, und damit meine ich nicht die Etikettierung. Igitt – aber ich habe den ganzen Kühlschrank ausgewischt, Sagrotan knallt alles weg, Ihr braucht nicht die Hügühne holen, wackere Bürgersleut‘! Seit vielen Monden habe ich mich von Würstchen ernährt, Wiener und Depressiner oder wie die heißen – ich kann das Wurstgelabber nicht mehr sehen und riechen!!! Aber – passt ja! Gutes Timing, Keule!

… keine Völlegefühle mehr nach der Mahlzeit… Keine Einbildung – ich habe das jetzt, wie eben oben erwähnt, ca. 14 Tage geprobt. Meine Ärztin sagt ja immer wieder, wenn sie mich zwecks Milz ultraschallt, ich hätte wahnsinnig viel Luft im Bauch, was mich immer wieder überrascht, denn wenn dem so wäre, müsste ich doch, sorry, furzen wie ’n Wallach, was aber nicht der Fall ist, Pionierehrenwort! Ich meine – ist doch menschlich, kann man doch drüber sprechen! Gut, dass wir drüber gesprochen haben! Auch hier bin ich aber wieder, Überraschung, anders als all‘ die Andern, denn bei meinen Recherchen im Netz habe ich mehrfach Postings gefunden, in denen sich Veganer-Azubis über kraftvolle Flatulenzen beschwerten.

(… „meine Ärztin“ – wie das klingt… nein, sie ist nicht direkt rothaarig, aber voll cool, nicht nur wegen des Zopfes… wegen dem Zopf… wie auch immer – ich werde nie Diplom-Autor… heule, heule, heule …)

Okay, ich esse kaum Hülsenfrüchte… Was ich allerdings esse, sind Backerbsen, und das sind jedoch nicht wirklich Erbsen. Gestern habe ich mir die erste Packung geholt, die eigentlich für einige Schüsseln Mittagssalat reichen sollten; natürlich hatte ich die 150-Gramm-Packung bei Einbruch der Dämmerung weg geputzt. Die knackigen Kullerchen schmecken besser als Chips & Co., und sind, Überraschung, gesünder gerade für den pubertierisch knuspernden Präsenior.

(… „Ist bei Ihnen jemand eingebrochen?“„Ja, die Dämmerung!“„Ooopa?!“…)*

Was sogar mir als nur bedingt Realitätsdienstfähigem auffällt – die Existenz sehr vieler Online-Shops ist gut erklärbar allein mit dem Hinweis auf die niedrigeren Preise; ich habe für die abgebildete Tüte nämlich 1.99 gelöhnt. Herausforderung Marktwirtschaft für die postsozialistische Persönlichkeit, yeah!

Auch habe ich heute meinen seit ohngefähr 14 Tagen zum Mittag angesagten Salat, als Allein-Mahlzeit bitteschön, mit Tofu bereitet, nicht mehr mit Feta, und ich bin schon wieder total überrascht. Ich hatte die geräucherte Variante gekauft und war erst recht misstrauisch, weil es ein wenig nach kalten Käsefüßen aus der Packung gerochen hat, aber ist denn mein Entzücken nunmehr, nachdem ich mir den Bohnenquark zwischen die Kiemen geknallt habe, auch diesbezüglich vollständig meinerseits!

Ich bin echt gespannt, ob ich neugierig bin – aber ich bin noch, wie gesagt, in der Experimentierphase.

In diesem Sinne – an Guadn! *Hüstel*…

* Angeblich hat man was überwunden, wenn man Jokes drüber macht – ich weiß ja nicht…

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