Mittlerweile gibt es sozusagen Depression als Kunstform…

… wie ich just itzt erfahren durfte durch den Tip eines Leid-, Zeit- und Streitgenossen, zu dem ich aus sicherer Entfernung in einer Art Kontakt bin.

Was ich auch schon lange sagen wollte, und zwar nicht, obwohl, sondern weil es niemanden interessiert – der Umgang mit Depressiven scheint mir auf vertrackte Weise gewissermaßen paradox-dialektisch. Unzählige Male kann man erleben, und selbst ich, der ich am Rande der Gesellschaft unangemessen ungerührt entlang surfe, habe es des Öfteren erlebt, dass Depressive konfrontiert werden mit durchaus gut gemeinten Sprüchen wie „Wird schon wieder!“ und „Man muss sich doch zusammen reißen!“ usw. usw. usf. Jeder kennt diese, mit Verlaub, dämlichen Ermunterungsversuche.

Hier wirkt jedoch das Unbewusste – ob man will oder nicht und ob man es wahrhaben will oder nicht.

Die Sprecher dieser Sprüche spüren sehr wohl, dass ihnen nichts passieren kann, obwohl es verständlich wäre, wenn sie dafür Eine rein geknallt bekommen würden, was zwar sozusagen formell voll daneben, aber inhaltlich adäquat wäre.

Depression ist wesentlich das Umlenken aller Aggression nach innen, gegen sich selbst. Selbstmörder sind nicht arme, zu bemitleidende Zartwesen, sondern stinkwütend, und die Wut richtet sich eben „nur“ nach innen.

Die üblichen Mangelerscheinungen – wenn es um Psycho-Club geht, herrschen Wahrnehmungsmuster von 1880. Depression heißt nicht, den ganzen Tag heulen; im Gegenteil ist man, wenn man Schmerz und Trauer zulassen kann, auf dem Wege der Besserung, weil in einem Trennungs- und damit Bewältigungsprozess usw. Depression ist – gar keine Gefühle. Alles grau, alles Beton, in Worten gar nicht wirklich erfaßbar, und Willenskraftakte bewirken nichts außer noch schnellerer Erschöpfung.

Borderliner, die schnippeln, wollen sich in den allermeisten Fällen nicht umbringen! Im Gegenteil wollen sie sich lebendig fühlen oder überhaupt existent, indem sie sich durch das Schneiden ihrer Grenzen zu versichern versuchen, im wörtlichem, körperlichem Sinne als auch im übertragenem, weil über diese Grenzen drüber gebrettert wurde, insbesondere in der Kindheit, durch Misshandlung und Missbrauch usw. Eigentlich verständlich, aber offensichtlich schwer bis gar nicht zu vermitteln…

Es gab 2017 in D 4,1 Millionen krankheitswertig Depressive, 4,6 Millionen Menschen lebten mit Angststörungen (Quelle). Dazu kommen noch etliche Millionen Suchtkranke; 12 Millionen Menschen rauchen, 1,6 Millionen Menschen sind alkoholabhängig und etwa 2,3 Millionen Menschen medikamentenabhängig. (Quelle). Etwa 10 % der Deutschen ringen jährlich mit Problemen einer Früh- bzw. Persönlichkeitsstörung.

Natürlich ist mir klar, dass es unter den aufgezählten Klientel, aua, Schnittmengen gibt. Beispielsweise ist bei vielen Borderlinern die Sucht sozusagen aufgepropft, was ich schon etwa 1985 bei Dr. Casriel gelesen habe. Da habt Ihr wieder gepennt, Nossinunnossen, das war feindlich-negative Beeinflussung, ha!

Sind das Randgruppen?

(… Herr Koske sieht sich, im Unbewusstem, an der Spitze einer Horde zerlumpter Irrer beim Sturm auf das Reichstagsgebäude… korrekt – das isses… thx, Dr. Freudlos…)

Warum ich gerade dieses Video von Mr. Semsrott gepostet habe, ist leicht zu erklären. Abgesehen natürlich davon, dass ich neidisch und eifersüchtig bin, was ich aber gar nicht bemerke, weil ich keinen Zugang zu meinem Unbewusstem habe, siehe bzw. lies letztes Posting, sorry!

Ich frage mich schon seit geraumer Zeit immer wieder, warum mir noch nicht Drogenabsusus unterstellt wird; aber womöglich ist das längst geschehen und ich habe es nicht bemerkt, oder es kommt noch. Allerdings habe ich durchaus immer einmal wieder leicht kafkaeske Phantasien etwa des Inhalts, dass plötzlich welche mit ’nem Durchsuchungsbefehl vor der Tür stehen. Das is‘ lustich, aharhar – ’n Wohnungsirrer, hihihi!

Als ich 2008 in Iron Hut City schmerzlich hospitiert habe, ging das Gerücht um, im Hochhaus würde gedealt; wenn ich das einem der Großmütterlein erzählt hätte, denen ich da auf den Gängen begegnet bin, denn Kontakt lässt sich nicht ganz vermeiden, hätten die ’n Herzkasper erlitten.

Da übrigens war ich neidisch! Es hat etwas, und das ist nicht nur sarkastisch gemeint, wenn man dergestalt nie wirklich im Hier und Jetzt ankommt, dass man die sogenannte Realität immer wieder mit solchen Wachphantasien durchaus wirksam sozusagen verschleiern kann. Ich würde das zumindest manchmal auch gern können, und dass ich es nicht kann, scheint mir sehr wohl im Zusammenhang zu stehen zu meiner Blockierung beim Schreiben, bei der ich nicht spinnen, dichten, phantasieren usw. kann, sondern stupide authentische Berichte tippsele.

Bla. Jammer, jammer.

Ich kann nicht anders – vergib mir, herbe Dame Welt!

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2 Antworten auf Mittlerweile gibt es sozusagen Depression als Kunstform…

  1. Gisela Schall sagt:

    „Ob du denkst, du kannst es, oder du kannst es nicht: Du wirst auf jeden Fall recht behalten.“ (Henry Ford)

    Einen guten Wochenstart! LG

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