Apropos Glotze glotzen…

Weil ich nun einmal nicht vom egomanischem Nabelbohren abkomme, was nicht therapierbar scheint, fällt mir im Zusammenhang mit Tee-Vau eine Geschichte ein, wie sie typischer nicht sein könnte. „Typischer Charakter in typischer Situation“, was, wie ich glaube, von Goethe ist; ich will jetzt nicht Mama Google behelligen, diesbezüglich.

Um 1997 herum, wenn ich mich recht entsinne, habe ich meine von 1983 bis heute anhaltende TV-Abstinenz für einige Monde unterbrochen; allerdings habe ich die Kiste nach wenigen Wochen wieder in den Secondhand-Shop gekarrt, weil ich im Parterre Seitenflügel ohne Schüssel an meterlanger Stange nur ein paar Sender halbwegs sichtbar empfangen konnte.

Während dieser paar Wochen brüllte eine… äh… – dynamische weibliche Persönlichkeit im drittem oder viertem Stock aus dem Fenster: „Fernseher aus!“, womit eindeutig ich gemeint gewesen sein dürfte. Äh… – dies hatte statt am hellichtem Nachmittag, und ich hatte die magische Flimmerkiste nicht einmal auf Zimmerlautstärke gestellt, bis zu der ich bei dieser Empfangsqualität ohnehin kaum gelangte; es ging also nicht um Lärmbelästigung oder dergleichen.

Spießerchen sollte „aufgescheucht“ werden, woran eben das Tragikomische ist, dass das Klischee des vor der Glotze Verfettenden gerade nicht zutraf, siehe eben oben – sooo süüüß, der Ost-Koske.

Ich bin ein mobiler Container für Übertragungen und Projektionen, durch meine bloße Anwesenheit und ob ich will oder nicht. Zudem wirkt hier wieder die gewissermaßen Urgeschichte meines Lebensskripts, wie dergleichen von Vertretern vor allem systemischer Therapieschulen genannt wird, die Verdrehung ins Gegenteil.

(… der Klient möchte sich neuerlich als Opfer darstellen und heischt internett um Mitleid – genau… vielleicht aber könnte es mindestens interessant sein, die ablaufenden seelischen Mechanismen über Ihro Tiefunwohlgeborene Koskität hinaus zu explorieren, zu reflektieren und zu verbalisieren… bla…)

*Hüstel* – Es kommt noch dicker. In dem Haus habe ich, zum zweitem Mal, echtes Stalking erlebt; ein junger Mann hat die Mieterin in der obersten Wohnung über meiner wohl ernsthaft belästigt, was ich, natürlich, erst etliche Monde nach dem Geschehen geschnallt habe.

Ahnt man, was kommt? – Korrekt, mit dem wurde ich offenbar „verwechselt“; auch mit dem. Wie ich das bemerkt habe? Nun, ich habe es jedenfalls Jahre später bemerkt – sooo süüüß! Die junge Frau, nicht rothaarig, aber sehr hübsch und, igitt, nett, hat mich einmal an der nächsten, sehr belebten Straßenkreuzung derart in ein Gespräch verwickelt, dass ich es, hihi, mit der Angst zu tun bekommen habe; die hat mich einfach nicht gehen lassen, immer noch eine Plauderrunde eingeleitet usw.

Es ist Tragikomik vom Feinsten, und Leute wie Master Konigsberg machen da coole Filmszenen draus, was ich, tragikomischer Weise, auch nicht packe. Jahre danach ist mir klar geworden, was da abgegangen ist; wobei neuerlich die Frage aufkommt, wie und warum mein Gehirn diese Episode quasi hinter meinem Rücken gespeichert hat. Das entzückende Frollein, ja ja, scheiß Macho, hat sehr wohl etwas von dieser „Verwechslung“ bemerkt und wollte nun mit diesem sozusagen öffentlichem Zwangsschaugespräch zeigen, dass sie sich mit mir in freundlichem nachbarschaftlichem Verhältnis befände…

Hihi. – Und das realisiert Ost-Koske über zehn Jahre später!!!

(… der Klient möchte sich neuerlich als Opfer darstellen… Mitleid, Mitleid… danke, danke…)

Jedoch nicht nur tragikomisch, sondern auch bitter ist, dass ich sehr häufig gar nicht bemerke, wo meine gewissermaßen möglichen Verbündeten sind; auch das lernt ein sogenannter normaler Mensch mit fünf oder so… Ein weiterer Grund, warum ich als, vox populi, bindungsloser Psychopath, nirgends zu Potte komme.

So weit die Theorie – und das war das Wort zum Sonntag aus der Unterschicht!

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2 Antworten auf Apropos Glotze glotzen…

  1. Gisela Schall sagt:

    „Ich bin ein mobiler Container für Übertragungen und Projektionen“

    (wenn Du das sagst/glaubst/schreibst)—

    Schönen Sonntag – !

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