Marginalperson kommentiert Polletick. Und bohrt weiter im Nabel. Bla.

‚Bindungsloser Psychopath!‘… Das ist eine Tautologie, herzliebster Mitbürger! Äh – das kam vor einigen Tagen als „Rückmeldung“, von unten vor der Tür, wie 1986, als der Budenzauber begann, und ich habe erwogen, ein wenig ins Kissen zu schluchzen, aber es war mir dann doch zu anstrengend. Äh – ich hatte Kopfhörer auf, „mit Musik drin“, dröhn, dröhn; man kann dann einfach besser lauschen, aharhar. Das ist Lebensqualität! Ich halte es in Räumen, in denen ich mich legal aufhalten darf, kaum ohne zugestopfte Ohren aus, und auch das seit 1986. Das ist entscheidend, nicht der Südbalkon, nicht das deckenhoch geflieste Bad und nicht der digital gesteuerte Bierdosenhalter mit LED-Füllstandsanzeige, aber das ist, ich wiederhole mich bewusst und absichtsvoll, kaum oder gar nicht zu vermitteln; is‘ Psycho-Club, kann weg.

Warum komme ich gerade jetzt darauf? – Nun, manchmal nehme ich Meldungen aus der Politik wahr. Ich interessiere mich nicht für Politik, weil ich ein Spießer bin, klar, aber auch deshalb, weil Uns bedünken möchte, dass Politik, wie sie heute organisiert ist, oft kaum problemlösend wirken dürfte. Es hat den Anschein, dass viele Leute das ähnlich sehen, was dann von Politikern verschiedener Couleur umgedeutet wird mit Statements etwa des Inhalts, man müsse den Bürger wieder an die Politik heranführen. – Was man muss, ist regelmäßig defäkieren, sonst kommt es zur Verstopfung…

Joachim Pfeiffer von der CDU hat sich geäußert wie hier dargelegt. „Wir schütten die Leute mit Geld zu, und sie werden trotzdem nicht zufriedener…“ Das ist richtig – aber das ist nur die Oberfläche. Das Problem ist – Psycho-Club. Ich habe diesbezüglich übrigens eine neue Bezeichnung gelernt – Psycho-Gedöns; dieser Benennungsversuch gefällt mir noch besser, sorry! Das zieht sich durch alle Bevölkerungsschichten, alle Einkommens- und Altersklassen, alle Berufsgruppen usw. hindurch – Psycho? Sofort weg! Nur nicht dran rühren – da kommt dann sonst was hoch! Das tut es ohnehin! Aharhar (?)

Ich bin nicht Unterschicht, weil ich nur 424 Euro im Monat vom Papa Staat bekomme usw., sondern, weil ich, zum Beispiel, auch mit 57 nicht in der Lage bin, mich in eine Gruppe einzuordnen, was, unter anderem, dazu beiträgt, dass ich Talente und Begabungen, die jeder irgendwo hat, so abgedroschen das klingt, und deren Vorhandensein mir auch immer wieder rückgemeldet wird, nicht oder nur in kläglichen Ansätzen realisieren kann. Deswegen komme ich nicht zu Potte, nicht auf einen grünen Zweig, lande nirgends, und was der basisnahen Redewendungen mehr sind.

Dieses Defizit resultiert aus meiner Konditionierung in den ersten sieben Lebensjahren, die ich fast völlig isoliert verbracht habe, und zwar nicht durch mein Verschulden, und dass dieses Defizit weder durch 12 Jahre Schule noch durch 3 Jahre Armee noch durch mehrere Therapieversuche behoben wurde, bedeutet – dass ich ein Psychopath bin, siehe oben… (?????)

Das scheint in der Tat die Tragikomik meines Lebens; ich bin nicht der Psychopath, ich bin sozusagen die Kopie – und überzeugender als das Original… Aharhar (?)

Jedenfalls habe ich wieder einmal gekündigt, und wieder einmal fühle ich mich deutlich erleichtert und befreit – bis zum nächstem Mal (?) Und ewig grüßt irgendein Untier? Nee, das wird nicht passieren; es gibt Jobs als relativer Einzelkämpfer.

Es ist zudem etwas eingetreten, womit ich überhaupt nicht gerechnet hätte – etwas Positives, aharhar; ich habe in den zweieinhalb Monaten festgestellt, dass ich ’n ganz guten Verkäufer abgebe. Das ist eigentlich auch logisch; das hängt mit der „These“ zusammen, die ich vor einigen Monden äußerte, dass Verkauf und Kauf von Waren für viele Menschen Abgrenzung im Kontakt ermöglichen würde, und damit in gewissem Maße Identität. Zudem habe ich etwas, nämlich das zu verkaufende Produkt, hinter das ich sozusagen völlig zurücktreten kann, so dass mein inadäquates Selbstbild als Unsichtbarer relativ angemessen kompensiert werden kann.

Hat das jemand verstanden? – Mir doch Wurscht! Is‘ Psycho-Club, kann weg!

Noch etwas Anderes hat sich wiederholt. Wenige Tage nach meinem Einzug ins Wohnheim für im Sinne der Mehrheit nicht erfolgreiche Männer habe ich zu der bezaubernd frisch-rotwangigen stellvertretenden Chefin gesagt*, ich wäre hier völlig fehl am Platz, ich wäre völlig überfördert, nicht überfordert – um dann drei Jahre durchzuhalten.

Das erinnert mich an den Fragepunkt 6; nicht lösen können. Ich fechte ja arroganter Weise meine Diagnose immer wieder an, aber dieser Fragebogen hat mich umgehauen; eine Diagnose, die übrigens zuletzt von einem jetzt verchefarztendem erfahrenem Fachmann stammt, demzufolge sie ja stimmen muss… (?)

In meinem bis vorgestern jetzigem Job habe ich nach zwei Tagen laut monologisiert, dass ich für dieselben täglichen Werktätigkeiten auf dem sogenanntem erstem Arbeitsmarkt nicht bis zu 240 Euro zum Hartz IV dazu verdienen könnte, sondern ein richtiges Einkommen, mit dem ich mich enthartzen könnte – um dann noch einige Monate durchzuhalten, wider besseren Wissens, siehe eben oben. Aharhar (?)

Allerdings besteht hier das Problem, dass ich einen solchen Job eben auf dem Knuff- und Muchelmarkt 1 kaum finden könnte; ich habe mich bei einem Buchladen beworben, der auch Ungelernte nehmen zu wollen erklärte, und bin abgelehnt worden. Bla. Aber das macht nichts – es gibt, jenseits von Supermärkten, jede Menge offene Stellen als Verkäufer. Supermarkt geht nicht, zu viele Leute, da lassen meine Aspie-Anteile gleich meine Jalousie runter gehen.

Mit 57 habe ich festgestellt, emotional, nicht rational, dass es mir gut geht, wenn ich wo hingehe, eine Struktur habe; die „Unterdrückung“ ist hier, dass ich es nach wie vor nicht packe, mir selbst Strukturen zu geben, bla. Das ist nicht mit Geld zu beheben, da hat der Herr Pfeiffer Recht; allerdings eben nicht in dem Sinne, was hoffentlich klar wurde, wie er das meinte. Aber das ist Psycho-Gedöns – kann weg…

(… in diese „Lücke“ springen dann Leute wie die von der AfD, und dass sie es größtenteils unbewusst zu tun scheinen, macht sie umso erfolgreicher, was zu beweisen war…)

So weit wieder der Klugschiss to go vom unterem Rand der Gesellschaft – häff fann, oder so ähnlich!

* Korrekt – scheiß Macho; Schwanz ab! Und ganz im Ernst hat sich das mit der Überförderung nachher sehr relativiert, denn ich hatte am Ende zwei promovierte Zeitgenossen am Frühstückstisch zu sitzen; es handelt sich schon längst nicht mehr um Herbergen für Loser, Asis, Unterschichtler, Penner usw., der „Absturz“ (bitte Anführungsstriche beachten, „Wo ist oben?“, Erwin Strittmatter) ist längst in der Mittelschicht verbreitet, worauf übrigens Herr Wallraff schon vor über zehn Jahren hingewiesen hat, sinngemäß.

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4 Antworten auf Marginalperson kommentiert Polletick. Und bohrt weiter im Nabel. Bla.

  1. „Joachim Pfeiffer von der CDU hat sich geäußert wie hier dargelegt. „Wir schütten die Leute mit Geld zu, und sie werden trotzdem nicht zufriedener…““

    -> „Wir schütten“??? Welches Geld? Wessen Geld??? (Christlich…

    Die Pfeiffe… und viele andere…wird von Steuergeldern bezahlt, zuviel Zuschüttung!

    https://www.youtube.com/watch?v=eKwzQPXnIVo
    https://www.youtube.com/watch?v=6zIBVlHGN8k
    (auch schön…)

    LG und guten Sonntag

    • Herr Koske sagt:

      … keiner versteht mich… keiner… – uäääh… (Geht ab. Kocht sich Schokoladenpudding)…

      • Gisela Schall sagt:

        ich meinte mit „viele andere“ sogenannte Politiker und Politikerinnen!

        Schokoladenpudding ist gut.

        Guten Wochenstart!

        • Herr Koske sagt:

          … keiner versteht mich…

          … ich konnte Schokoladenpudding nicht so ab… das war jetzt künstlerische Freiheit, *hüstel*…

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