Ost-Koske liest Printmedien auch online

Die „taz“ wird wahrscheinlich die erste Zeitung sein, die ihre Printausgabe einstellt, aber ich finde das nicht dramatisch, weil ich den Wechsel zwischen Zeitungslektüre offline und online schon seit Jahren ganz selbstverständlich betreibe, obwohl ich schizotyp sowie ein Zynist bin.

Am vergangenem Samstag habe ich, durchaus zum Thema passend, diesen Artikel gefunden.

Nun führe ich als Prokrastina-Tor der Superklasse seit Jahren eine Art Liste mit Plots für Dutzende Geschichten, als alter Stasi natürlich geheim, von denen ich zumindest einige zumindest versucht habe zu schreiben. Einer dieser Plots beinhaltet die Vision einer Art Landkarte, auf der mit verschiedenen Farben nicht verschiedene Geländehöhen eingezeichnet sind wie bei geografischen Karten, sondern jeweils vorherrschende Wahrnehmungsmuster aus verschiedenen Epochen.

Während etwa, als Beispiel, im Internet immer mehr Tutorials zur physischen und psychischen Selbsterziehung- und Vervollkommung angeboten werden, unter anderem berufliche Entwicklung betreffend, gibt es offline immer noch viele Menschen, die übliche Meinungen etwa von 1950 vertreten; zum Beispiel „Wer Arbeit sucht, findet auch welche!“, „Wer arbeitslos ist, ist eigentlich faul!“ usw. – Wenn ich dergleichen noch einmal höre, fliege ich ’ne Runde ums Haus, aber das am Rande…

Mir scheint das im oben verlinktem Artikel angedeutete Problem tiefer oder gewissermaßen weiter zu gehen als im Artikel beschrieben und mir scheint vor allem, dass sich hier nicht nur ein Generationenkonflikt zeigt.

Kurz gesagt, scheint es schon längere Zeit etwas wie Parallelwelten zu geben, und das Internet muss immer wieder als Parade- und Präzedenzbeispiel für diese Problematik herhalten. Wenn etwa Frau Merkel sagte, das Internet wäre für uns alle Neuland, dann hat sie damit auch bewiesen, dass sie in einer Art Parallelwelt leben muss, denn der Satz wäre, „mit ’nem Auge zugedrückt“, vielleicht 1995 zutreffend gewesen, nicht aber zum Zeitpunkt, als sie den Satz gesagt hat. Das will oder kann, bzw. wollte oder konnte, man jedoch nicht wirklich wahrnehmen; andererseits aber erregt man sich über angebliche oder tatsächliche Parallelwelten von muslimischen Großfamilien etwa in Kreuzkölln. Usw.

Dieses nebeneinander Bestehen von -zig unterschiedlichen Mustern der Weltwahrnehmung beschäftigt mich schon lange. Leider scheint es viele ZeitgenossInnen zu geben, die gar nicht wahrhaben wollen, dass es andere solcher Muster gibt, und damit habe ich mich wieder sehr vorsichtig ausgedrückt.

***

Dann habe ich heute einen Beitrag über Hans Rosenthal gefunden, bei dessen Lektüre mir ein Gedanke wieder eingefallen ist, den ich schon vor vielen Jahren hatte.

Der Gedanke lautete, dass Rosenthals Erfolg weniger aus seinen Fähigkeiten resultieren könnte, wie der Stimme, der rhetorischen Begabung, dem schauspielerischem Talent usw., sondern aus der gewaltigen Energie, die er aus der Nutzung der Möglichkeit schöpfte, etwas nachzuholen, was ihm nicht vergönnt war, eine Wiedergutmachung eines auf entsetzliche Weise nicht selbst verschuldeten Defizits erleben zu können usw.

Kurzum – Psycho-Club

Das ist wieder sehr verschwurbelt formuliert, aber ich wollte das schon lange mal sagen, und hiermit hätte ich nun… gesagt… bla…

(… jetzt kommt wahrscheinlich wieder was in der Art oder etwa des Inhalts, ich wäre so was von neidisch und eifersüchtig… – lasst stecken, Leute, bitte…)

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