Wie lautet noch mal die Mehrzahl von „Dilemma“… *

Es wird nix mit richtiger Littratuhr, aber ohne Absonderung von Text kann ich auch nicht; der MAC randaliert heftig schnatternd in mir, der motus animi continuus, von dem Thomas Mann geschrieben hat, dass Gustav von Aschenbach daran gedacht, dass Cicero von ihm gesprochen hätte. Nach neueren Erkenntnissen ist der Ausdruck gar nicht von Cicero, und ich bin mir durchaus bewusst, dass ich mich wiederhole, aber das ist erstens altersbedingt und zweitens Kundenpenetration. So.

Was gibt es Neues von der Hauptverwaltung Budenzauber? – Nun, ich bin so was von eifersüchtig, kam gestern abend per Mental-Funk; ich war wieder verohropaxt und es muss also Psycho gewesen sein, nicht real, was immer Letzteres sein mag. Nun knobele ich, auf wen oder was ich nun wieder eifersüchtig bin, denn ich möchte nicht nur alle Erwartungen erfüllen, die an mich gerichtet werden, sondern bin infolge meiner chronischen Chamäleonose (morbus zelig) gezwungen, mich darum zu bemühen.

Bla. – ‚Akzeptiere Deine Traumgrenzen!‘, kam des Weiteren per Mental-Funk; ich kann mich jedoch an die heutigen Traumprüfungen nicht erinnern, obwohl sie, wie meistens, viel bunter, intensiver, sozusagen leuchtkräftiger waren als fast alle meine Erlebnisse in der sogenannten Realität.

Heute nacht bin ich aber wieder einmal richtig wütend geworden über den Budenzauber…

Wie schon hunderte Male erlebt, bin ich im Wegdösen zwischen Wachen und Schlafen in der Weise in eigene innere Bilder geglitten, wie es die meisten Menschen kennen dürften, und dabei wie immer aufgeschreckt worden, heute durch zweimaliges kräftiges Klopfen, wie mit den Fingerknöcheln an der Tür. Ich war stinkwütend, wie ich es seit Langem nicht war, da ich mich im Verlauf von nunmehr fast 33 Jahren an den Budenzauber gewöhnt habe; im Juli sind es 33 Jahre, und das muss mir erst einmal Einer nachmachen.

Wie gleichfalls schon bemerkt, denn man wiederholt sich im Alter, wie ich wiederholt bemerkte, könnte es sich um Phänomene dieser Art handeln; viele Dutzend Versuche über viele Jahre hinweg, diplomierte und promovierte Mitgliederinnen und Mitglieder des Freudeskreises Anna Lyse über den Sachverhalt in Kenntnis zu setzen, dass ich weder spinne noch simuliere, waren zwecklos, was natürlich an mir liegt (?)…

Na ja – und dann das Übliche. Ich tue nur so, als wenn ich arbeiten gehe, ich will nicht arbeiten, weil ich ’n PC habe usw. usw. usf. Wenn ich die alte Leier leiere, tun das auch die Rückmelder, logisch, nix Hirnbiochemie!

Ich warte darauf, dass ich ins Irrenhaus komme; wie immer erfolgt dann in der Art von Koans auch die gewissermaßen gegenteilige Aussage etwa des Inhalts, ich wolle nicht zum Arzt, weil ich Angst hätte, ins Irrenhaus zu kommen. Dazu sage ich nichts mehr, weil ich keine Lust mehr habe, mich auch „nur“ auf einer virtuellen Ebene mit Wahrnehmungsmustern von 1910 auseinanderzusetzen. Des Weiteren bin ich zu blöd, ’ne Bewerbung zu schreiben, obwohl ich ’n Computer habe usw. „Gleichzeitig“, siehe eben oben, kommt dann wieder was des Inhalts, ich würde den Schizo spielen usw. Veronika, der Ambiva-Lenz ist da!

Allerdings hat auf groteske Weise eine Art Wunscherfüllung stattgefunden, *hüstel*. Ich hatte mich vor etlichen Monden einigermaßen verwundert darüber geäußert, dass noch nichts mit „Wunderkind“ bzw. ‚Wunderkind‘ käme, angesichts bzw. angehörs meiner Soundpics – das kommt jetzt, seit einigen Wochen. Ich rechne damit, dass irgendwann etwas mit ‚Mozart‘ gesendet wird oder mit ‚Jacko‘, und dann, wahrscheinlich, auch was mit ‚Kifi‘ usw.

Trotzdem und erst recht stelle ich immer wieder fest, und, ohne Ironie usw. gesagt, dass bei meinen Versuchen, Klänge zu strukturieren, etwas ganz Anderes rüber zu kommen scheint als bei meinem Textieren; vielleicht kann ich und will ich mich nicht damit abfinden, dass seit 1986 das Schreiben kein freier Bereich mehr ist, und traue meiner Wahrnehmung nicht, dass dieses Samplen ein freier Bereich sein könnte.

Nun könnte man darauf verweisen, dass ich doch heftig und anhaltend Texte ins Netz stellen würde, aber das ist ja das Problem; es ist wie bei einer analogen Uhr, deren Zifferblatt zerkratzt und deren Zeiger abgebrochen sind, so dass sie schon längst nicht mehr die Zeit anzeigt, die aber noch weiter läuft, weil die Feder noch nicht entspannt ist. Zudem, ich sagte es, wird jeder nach einigen Jahrzehnten halbwegs regelmäßiger Niederschriften bzw. Niedertippen eine gewisse Gewandtheit des sprachlichen Ausdrucks erreicht haben; zu schweigen von bekannten Schriftstellern, die „eigentlich“ Legastheniker waren oder sind, wie Erwin Strittmatter oder John Irving. „Alles, was da steht, steht als Trotzdem da…“, Th. Mann, „Schwere Stunde“.

Es ist der Hammer, das mit den Soundpics! Ich wusste schon mit siebzehn oder achtzehn, in der elften oder zwölften Klasse, dass so was mein Ding wäre; d. h., was mit Kunst, hihi. Oder auch nicht „Hihi!“ Es geht nicht, und ich muss das jetzt anbringen, um Ruhm und Star sein und dergleichen; das ist alles Schnullifax. Es geht um Realisierung dessen, was in Einem ist; am Besten liest man zum Thema Hermann Hesse, der sich sein Leben lang mit dieser Problematik auseinandergesetzt hat, und mehrfach quasi unter Einsatz seines Lebens.

Wir haben im Singeclub ein Programm entwickelt, dessen Rahmenhandlung in der Manier von Bänkelsängern in Dutzenden Strophen vorgetragen wurde, die ich nicht nur getextet, sondern zu denen ich auch eine Art „Leierkastenmelodie“ entwickelt hatte. Die eigentliche Idee, der Plot, war nicht von mir, aber die finde ich heute noch gut – es ging um die Entwicklung des Schulgebäudes bzw. der Schulgebäude, in denen die Abitouristen mental wanderten; das Gebäude war unter anderem einmal eine Korbmachermanufaktur, eine Segelfliegerschule usw. Nun wurden in diesen Vortrag der historischen Entwicklung des Gebäudes bzw. der Gebäude die gewissermaßen Pflichttitel wie „Brüder, zur Sonne, zur Freiheit…“ usw. eingefügt. Das kam nicht nur bei den Nossinnossen an; wir erreichten im Bezirksmaßstab den zweiten Platz.

Vor allem bei den Proben aber, teilweise am Wochenende im Musikraum der Schule zelebriert, habe ich deutlich wahrgenommen, dass ich nach sechs, acht oder gar mehr Stunden nicht müde wurde, sondern – munterer, wacher im mehrfachem Sinne. Darum geht es, um das Ankommen im, igitt, Hier und Jetzt, in eben diesem freiem Bereich.

Dergleichen hat sich dann mehrfach wiederholt; bei der Fahne haben wir wieder einen zweiten Platz errungen mit einem Bühnenprogramm, für das ich etliche Beiträge geschrieben habe, und mit einem Sketch habe ich sogar den Oberst zum Lachen gebracht, und ich habe mir vorgenommen, draußen mit so was weiter zu machen.

Tja, seitdem sind fast 36 Jahre vergangen, in denen ich diesbezüglich Folgendes getan habe, nämlich nichts. Wer ist schuld? Genau – die Stasi! Okay, das stimmt nicht ganz; mit meiner damaligen Freundin wollte ich im damaligem Fernsprechamt ein Kabarett gründen, und obwohl wir jede Menge Unterstützung erhielten, wurde es, Überraschung, nichts mit dem Projekt. Allerdings wird mir mit zunehmendem Abstand immer mehr klar, dass dieser Versuch, ein Kabarett zu gründen – bereits das Kabarett war, muahaha.

… ja, das kommt auch seit etlichen Monden andauernd per Mental-Funk: ‚Kabarett‘könnt Ihr vergessen… Kuckuck…

Das ist übrigens erstaunlich, wie mir eben immerhin auffällt, dass während meiner hier niedergetippten Niederschrift noch gar nicht ‚Kuckuck!‘ kam…

Es ist mir peinlich, und das meine ich wiederum nicht witzig, ironisch usw., dass ich meine letzten drei Soundpics selbst ganz gut finde, aber zum Glück merkt das ja keiner. Es sind jetzt 283 Stücke, oder wie immer man die Teile nennen mag, erstellt in rund drei Jahren – aber das ist keine Arbeit. Trotzdem – da ist was; auch an dem durchgekautem Spruch, jeder hätte irgendwo ’n bisschen Talent, scheint etwas dran zu sein.

(… es macht irgendwie Spaß… wie verdächtig…)

Bla.

* Dilemmim? Ja ja, ich bin Antisemit, is‘ jut…

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