Morgen gehe ich wieder in den Knast

Mit anderen Worten – ich beginne eine geregelte Tätigkeit; das ist seit 1980 der 29. Job, wenn ich richtig gezählt habe, in der folgenden Aufzählung fehlt wahrscheinlich wieder was; das Alter, wir berichteten sehr häufig.

Hilfsschmelzer, Corporal – *hüstel*, Schaltwart Hauptverteiler (Innendienst), Schaltwart Außendienst, Sachbearbeiter, Heizer, Kassengehilfe, Hausmeistergehilfe, Materialverwalter, Halbwachmann, Briefträger, Postsortierer im Amt, Zeitungs- und Werbezusteller (2x), Küchenarbeiter (2 x, Gaststätte und später Binnenschiff bzw. „Dampfer“), Hilfsarbeiter Eisfabrik, Kiosk-Verkäufer, Verkaufshilfe Marktstand (voll kreuzbergtürkisch, Alta!), Hilfsarbeiter Getränkefabrik, „Tagelöhner“ Waggon-Entladung, Altenpflegehelfer (2x, Firmenkonkurs), Wertstoffhöfling, Fahrradkurier (Konkurs der lokalen Niederlassung der Firma), Heimarbeiter Laborbedarf, Straßenkehrer, Gebäudereiniger (2x), Student (2x direkt, 1x fern, abgebrochen), Umschüler, was mit Medien (abgebrochen), „Tagelöhner“ Hausmeistergehilfe („eigentlich“ 2x). – Außerdem Student auf Diplom-Autor im 80. Semester, höhöhö, denn richtig angefangen mit regelmäßigem Niederschreiben von Niederschriften habe ich am 22.12.1978, rohes Fest und guten Putsch! ‚Der sieht nich‘ ein, dissa völlig unbegabt is‘!‘, kam letztens wieder per Mental-Funk, was sich aber auch auf meine, yeah, Soundpics bezogen haben könnte.

In meiner Freizeit aber grille ich gern Witwen und scheiße zuweilen verträumt in den Kaktus…

Die Reihenfolge der Aufzählung entspricht nicht in jedem Fall der Reihenfolge der Werktätigkeiten; alles weg, alles im Nebel der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Der kürzeste Job war Kassengehilfe, zwei oder drei Tage, der längste Zeitungsbube, sechs Jahre, davon zusammenhängend 4 ½ Jahre.

(… „Kiosk-Verkäufer“ heißt übrigens nicht, dass ich Kioske verkauft habe, sondern ich habe im Kiosk… – „Ooopa?!“… schon gut… mit „Kassengehilfe“ ist gemeint, dass ich einige Tage lang in der Hauptkasse des ehemaligen Fernsprechamtes in der Tucholskystraße angelernt werde sollte von einer Bürgerin Genossin, die, aua, mit Sicherheit nicht nur in das Ministerium für Post- und Fernmeldewesen eingebunden gewesen sein dürfte, was ich, natürlich, auch erst wieder etliche Zeit nach dem Geschehen des Geschehens geschnallt habe… sooo süß… so was gehört doch in die Einrichtung…)

Man muss hier… – „Sagen Sie doch nicht immer ‚man‘, sagen Sie ‚ich‘!“ Ich muss hier vielleicht sagen, dass ich als Zeitungszusteller zuletzt täglich auf vier Touren insgesamt ca. 590 Stück Printmedien durch die hauptstädtische Nacht gekarrt habe, zwangsläufig in einer Art Dauerlauf, für den ich monatlich rund 1100 DM empfangen durfte, meist ein bisschen mehr, weil ich meist Zusatzrunden gedreht habe, weil das meinem mentalem Masochismus entgegen kam, weil ich immer wieder von erbosten Abonnenten voll gelöffelt wurde, obwohl ich gar nichts konnte für die verspätete Zustellung. Die Miete für mein köstliches Stübchen im Hof mit Klo extra und Küche mit Dusche aber betrug 185 DM, ha!

Außerdem hat mich 2001 eine Ärztin nach der Auswertung meines Belastungs-EKGs gefragt, und zwar im Ernst, ob ich Leistungssport treiben täte, und dies trotz westmännlichem Marlboro-Abusus, und ich habe ebenso im Ernst erwidert, und eben vor allem wahrheitsgemäß, ich hätte bis neulich als Zeitungszusteller gearbeitet, worauf Frau Dockta jene konvulsivischen Zuckungen des Zwerchfells entwickelte, die man gemeinhin „Kichern“ zu nennen pflegt. Ach, ich „Lügenbaron“ wieder! Ärzte und ich – es geht nicht gut

Ja, so fit war ich einmal, und jetzt kriege ich Tittchen und habe Druck im Blut usw., ph! – Auf die Prostata will ich jetzt nicht weiter eingehen.

Ich packe es nach wie vor nicht, meine viele Zeit selbst zu strukturieren, und das kotzt mich an, aber nun bin ich wieder artig

Darum geht es, nicht um das wenige Geld bei Hartz IV usw. „Umgekehrt“ geht es beim bedingungslosem Grundeinkommen nicht um Kohle für lau, sondern darum, dass bestenfalls durch ein solches Grundeinkommen viele Leute etwas nachholen können, vor allem den hinreichenden Erwerb des Empfindens einer Anwesenheitsberechtigung hienieden, das nicht oder nur defizitär vermittelt wurde, als so was dran war, in der frühen Kindheit. Das ist die Unterdrückung, zumindest in Wohlfahrtsstaaten wie D, in denen auch ein Arbeitsloser einigermaßen menschenwürdig leben kann; andererseits würde durch dieses Nachholen der Pegel destruktiver Aggression deutlich gesenkt. – Aber das ist Psycho-Club und kann vernachlässigt werden, wir berichteten wiederholt…

Erst einmal 15 Stunden in der Woche, es können 30 werden – Aufschwung Süd! Buchhändlerische Hilfsarbeit; hat ein bisschen mit mir zu tun, jedenfalls mehr als die anderen Jobs, bla.

Was wird passieren? – Das Übliche. Ich muss aus meiner milden Dauertrance raus, ich werde es aber auch dieses Mal wahrscheinlich nicht lange packen. Ich muss in Kontakt gehen, und bleiben, was mir womöglich wieder nicht gelingen wird, weswegen wie üblich Übertragungen einsetzen werden. Usw. usw. usf., trallala und hoppsassa. Schlimmstenfalls werde ich dann wieder abbrechen, um unwirsch ins Freie zu stapfen, wobei das Freiheitsgefühl von Mal zu Mal weniger lange anhält, heule heule heule.

Aber erst mal kieken mitte Oogen im Kopp* – vielleicht werde ich goldlockiger Jüngling doch noch gerettet! Und vielleicht packe ich es doch noch… Was – „es“??? Nun, viele Leute scheinen das zu können; irgendwo knuffen gehen, etwa als Kellner, als Beispiel, und dann nach dem Mucheln und Knuffen malen oder musizieren, als Beispiel; ich kann das nicht, ich habe es oft genug probiert – entweder oder…

Allerdings hat es mich durchaus nachdenklich gestimmt, als ich meiner Viertelbildung einen Artikel aus diesem Internet hinzufügen konnte, in dem es hieß, sinngemäß, dass die Unfähigkeit, wichtige emotionale Erfahrungen von einem Lebensbereich in einen anderen sozusagen mitzunehmen, typisch für Suchtkranke wäre. Ha – schon wieder! Ich werde gleich mein Opium-Pfeifchen vorheizen; genau – ich spiele Noodles, da haben wir es doch…

„Helf Er sich!“, John Wolf Goethe.

* Ick bin ja ooch nich von hier, Keule…

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