… er spielt wieder den Simulanten…

Ich will versuchen zu erläutern, wieder einmal, was mit „Budenzauber“ gemeint ist; ich kann nicht anders, ich muss petzen, ich bin halt eine Charakterruine.

Dass ich irgendwo bin, wo ich etwas wollen soll, merke ich an der Stimmung, die tatsächlich, und im Wortsinn, aufgehellt ist. Letztens habe ich das wieder erlebt, als ich verstohlen durch Bogenhausen und den Arabella-Park getappt bin. Da wohnen die vornehmen Leute; genau, ich halte mich für was Besseres, und die Mutbürger, die dergleichen formulieren, merken nicht nur nicht, dass sie Wahrnehmungsmustern von 1912 folgen, sondern deuten allertiefstdieselben dann womöglich noch um in der Weise, dass sie erklären, ich hätte die Wende verpennt.

Wenn ich auch nur den Versuch unternehmen würde, diesen Vorgang vorsichtig als elende Projektion zu charakterisieren, hieße es, ich wolle Gruppentherapie machen, wobei sich hier die Frage aufdrängt, wo da gerade ’ne Gruppe is’… Wie eine Gruppe beschaffen ist, kann man, unter anderem, hier nachlesen, und dann kann jeder Leser im berühmtem stillen Kämmerlein darüber nachdenken, in welchem Stadium sich die Gruppen befinden, in denen er sich zu bewegen pflegt, inclusive der buckligen Verwandtschaft.

„Geben Sie es doch zu, Herr Koske, dass Sie das Martyrium genießen, sich immer wieder in derartigen Kommunikationsfallen häuslich einrichten zu müssen!“ Ja, klar, ich bin das gewohnt, schon aus meiner Zeit als Vierkäsebreit, das ist für mich normal, aber immerhin bemerke ich, nicht immer, aber immer öfter, die Relativität dieser Wahrnehmung.

Zudem wirkt in diesen im mehrfachem Sinne erhellenden Augenblicken der Mechanismus, den ich gleichfalls erst etliche Dutzend Male zu beschreiben versucht habe. Ich bilde mir ein, irgend etwas erledigen zu wollen oder zu müssen, einen sozusagen amtlichen Gang zu tun, etwa, um beim Beispiel zu bleiben, zu einem Vorsprechungsgestell, aber es geht eigentlich immer, in der Tiefe, boah, um etwas ganz Anderes. Irgend etwas hat die Göttin gewissermaßen aufgebaut, ich laufe in gestellte Szenen, die ich durch aktives Handeln vollenden muss, was in gewissem Sinn und Maß an die Vollendung einer Gestalt in der Lesart der Gestalttheorie erinnert.

Das wird natürlich von den Mitgliedern des Freudeskreises Anna Lyse, insbesondere aber von konservativ-klassischen Psychiatern, als Symptom des Empfindens von gemacht Werden der sogenannten Realität gewertet, das typisch wäre für Störungen des schizoformen Spektrums. Im günstigem Fall erfolgt eine Deutung etwa des Inhalts, mein sich bösartig verselbstständigt habendes übermächtiges Über-Ich würde sich feindselig gegen mich richten; allerdings kannte ich diese Interpretation schon zehn Jahre, bevor sie durch eine diplomierte Fachkräftin erfolgte, aber man nimmt ja, was man kriegt. Im ungünstigem Fall ergeht die Anregung, es mit dem geflissentlichem Verzehr niedrig potenter atypischer Neuroleptika zu versuchen, um die Grenzen nach außen etwas zu schließen; ich schließe Euch auch gleich was.

Heute morgen nun habe ich bemerkt, worum es eigentlich ging bei dem Gang durch Siedlungsgebiete erster Kreise, in denen Frau Stuht aus der Glockengießerstraße verkehrt. – „Buddenbrooks“, dass musste jetzt sein, sonst hätte mir etwas gefehlt, denn ich halte mich ja für den Nachfolger von Thomas Mann, O-Ton vox populi.

Im Moment bin ich gerade dabei, mir wieder eine WG zu suchen, denn ich kann nicht mit Menschen, aber auch nicht ohne, und ich kann nicht wirklich werktätig werden außerhalb eines ghettoartig geschlossenen Soziotops; das ist eben so, basta, ich bin 57, jedenfalls körperlich, und ich werde da jetzt nicht mehr dran herum doktern oder doktern lassen. – Ha, „doktern“ wird nicht als Fehler angezeigt, meine Faszination ist vollständig meinerseits, aber das natürlich wieder ganz am Rande.

Eine der in Frage kommenden Weh-Gehs, von der ich gestern erfahren habe, und bei einer weiteren WG bin ich bereits gestern leibhaftig erschienen und es sind keine schädlichen Nebenwirkungen bekannt, befindet sich nun, Überraschung, in dem von mir mittelkürzlich schlendernd durchschrittenem Edel-Areal. D. h., ich sollte in diese WG wollen, als ich noch gar nichts von ihr wusste, ich sollte aus der Spur kommen, springen und landen usw. Irgendwann hat diese Szene zudem als Traumprüfung stattgefunden, an die ich mich in diesem konkretem Fall jedoch nicht erinnern kann.

Bla. – Wem soll ich das nun bitteschön erzählen? Wie erst ein Dutzend Mal erwähnt, habe ich diese sinisteren Verwicklungen ca. 15 Jahre lang, mit Unterbrechungen, etlichen Mitgliederinnen und Mitgliedern des Freudeskreises Anna Lyse darzulegen versucht, und ich hätte mich genauso gut mit der Wand unterhalten können. Sorry – is‘ aber so, zefix! Ich muss noch hinzufügen, dass ich „dergleichen“ nicht ein paar Male erlebt habe, sondern etliche hunderte Male in den letzten Jahrzehnten meines Lebens-Slalom-Laufs.

Tja – „Helf Er sich!“, John Wolf Goethe.

PS: Liebe Sicherheitskräfte! Mitnichten beabsichtige ich nunmehr, Mme. Trump unters Kleid zu linsen! „Fast den König bracht‘ er um/vor dem ganzen Publikum/schoss sogar der Landesmutter/durch den Rock ins Unterfutter“, hoho. Äh… – Quelle. Vielmehr habe ich noch weitere Gänge zu gehen, weitere Erledigungen zu erledigen usw., siehe oben. – Man müsste ja überhaupt von „Landestochter“ sprechen, und ich bin offensichtlich nicht der Einzige, der sich fragt, warum die Amis nicht gleich Ivanka gewählt haben, was für die ganze Welt entschieden besser gewesen wäre… Ach ja – die Amis sind auch nur Menschen. Bla.

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