Ein riesengroßer Bottich voller Schlagschaum…

… die sogenannte Medienlandschaft. Ich will da gar nicht mitmachen, von Können ganz zu schweigen. Daher bleibe ich Medienkonsument. Ich habe mir „Homeland“ aus der Bibliothek geholt, zur Unterhaltung in den Pausen zwischen meinen verzweifelten Versuchen, doch noch etwas wie Literatur zu erzeugen, *hüstel*. Ich bin beeindruckt, ja, gefesselt. Das ist eines dieser hochgelobten Kommunikate, bei denen ich immer misstrauischer werde, desto mehr sie gelobt werden. Aber manchmal passt es, und dies scheint ein solcher Glücksfall zu sein. Grandiose Schauspieler, wirklich spannende Handlung mit sinn- und geistvollen Dialogen usw. Aber ich will hier gar nicht den Amateur-Kritiker geben, das können andere echt besser. – Welch edler Verzicht, Herr Koske, Wahnsinn!

Der wichtigste Gedanke beim Ansehen der ersten drei Seasons, yeah, war ein gleichfalls bereits beim abgeklärt-resigniertem Schlurfen durch mein Blog-Häuschen vor mich hin gebrabbelter. Der Glauben an etwas! Diese Terroristen haben einen unerschütterlichen Glauben. Dagegen muss ein Netzwerk hochqualifizierter und technisch bestmöglich ausgestatteter Anti-Terror-Spezialisten oft hilflos wirken.

Zudem fand ich zum wiederholtem Male die Behauptung eines Medienwissenschaftlers bestätigt, Fernseh-Serien wären für viele Leute etwas wie Familien-Ersatz. Ich würde das anders formulieren, arrogant, wie ich bin. Man erhält als Serienjunkie die Möglichkeit, an quasi exemplarischem Leben zumindest kontemplativ teilzuhaben. Wobei die seelische Situation in dieser ausschließlich betrachtenden Position diejenige sein dürfte, die schon Professor Freud erörtert hat, es kann Dir nix passieren.

Deswegen wirken, als Beispiel, sogenannte Anti-Kriegsfilme nicht oder gar paradox. Man kann noch so knallhart realistisch das Grauen der Schlachten zeigen, der Betrachter sitzt behaglich im Fernsehsessel, mit den Händen an der Bierbüchse, in der Chips-Tüte oder an der Mutti.

Früher war dieses beispielhafte Leben das von Adligen und es war hohe und höchste Ehre, dem König beim Scheißen zusehen zu dürfen usw. Heute nehmen sogenannte Stars eine ähnliche Position ein.

In „Homeland“ glaube ich eine meiner Thesen bestätigt gefunden zu haben. Es geht auf dem drittem Planeten des Systems* womöglich nicht um Öl, Bodenschätze, Land, Immobilien, Fabriken usw. usf. – es geht um Wahrnehmungsmuster. Womöglich ist eines der stärksten Bedürfnisse des Menschen auf einer geistigen Ebene die Sehnsucht, dass möglichst viele Menschen dieselben Muster als verbindlich, wenn nicht einzig möglich empfinden mögen. Im Extremfall resultiert daraus eine Monarchie oder gar eine Diktatur.

Ja ja, Ost-Koske gibt wieder den Privat-Philosophen – aber das musste ich jetzt los werden. Ich verstoße gegen kein Gesetz und schade niemanden, basta!

***

Es bleibt das Problem des Erwerbs von gängigen Zahlungsmitteln zum Zwecke des Erwerbs von täglich Brot und hinreichenden Aufstrich dazu. Ich will und kann nicht ewig vor mich hin hartzen – Schaffen eigener Strukturen und diese dann auch auszufüllen gelingt mir immer noch nicht. Schon gar nicht in dem Sinne oder Maße, dass Kohle rein kommt, ejh.

Was kann ich machen? Was will ich machen? Was kann ich noch machen nach 26 bis 28 Jobs zum runter Reißen von Lebenszeit mit gedimmtem Gehirn? Wie gesagt – ich muss mir endlich mal ’ne Art Übersicht machen über die Werktätigkeiten, denen ich seit 1980 nachzugehen versucht habe.

Bewerbungen als Texter oder Schurnalist schicke ich gar nicht erst ab – das ist tabu. Außerdem bin ich nicht derart weltfremd, nicht zu bemerken, dass sich da auf jede freie Stelle -zig 22jährige bewerben, die ein Studium abgeschlossen haben und ein Praktikum in Schanghai, Melbourne oder Bogota absolviert sowie fünf Fremdsprachen fließend die Wände runter beherrschen. Null Chance, Alter, gehste krachen, echt!

Also wieder knuffen und mucheln gehen. Aber das hat Zeit, das ergibt sich. Bewerben bringt eh‘ nix, ich muss aus der Spur kommen, springen und landen. Bla. Die Budenzauberer machen das schon. Womöglich werde ich nie und nirgends landen, und bis jetzt habe ich auch bereits tausende Traumprüfungen nicht bestanden. Aber dann ist das eben so und es gibt Schlimmeres!

PPS: Es gibt hier eine interessante Überschneidung. Morena Baccarin – was für eine Frau!!! – spielt auch in „Serenity“ mit, und dort wird das Problem, das zu erörtern ich mich hier bemüht habe, nicht nur angeschnitten, sondern gewissermaßen ausformuliert. Der im Sterben liegende Shepherd beschwört den Captain „Mal“ Reynolds eindringlich, sinngemäß, dieser möge sich endlich bemühen, an etwas zu glauben, denn sein Gegner, der Agent der Allianz, hätte einen festen Glauben, aus dem er seine Stärke beziehen würde. – So weit wieder die Theorie von Ost-Koske. Ich habe in Big B einige Jahre nach der Wende mit einem gläubigem Türken Kurzwaren auf Märkten verkauft, dessen Bruder an der FU Islamistik-Student war, und zwar, wie soll ich sagen, mehr so hardcoremäßig. Manchmal habe ich in diesem Kontext paranoide Phantasien darüber, was man da für Phantasien entwickelt haben könnte…
PPS: Ich bin überzeugt, dass die Sommersprossen von Morgan Saylor („Dana Brody“) mindestens ebenso hoch sozusagen extra versichert sind wie etwa das Grinsen von de Niro. Sorry, chch! – Fast jede Woche ist der alte Ost-Koske in ein anderes Frollein verschossen, aber lasst Opa doch die kleine Freude, er tut doch niemandem was!

* Mein Command Center ist informiert.

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