Nich‘ lustich…

Ich bin beeindruckt – ohne jede Ironie usw. An einem Abend habe ich das Buch bestellt, am nächstem Morgen war es in der Filiale der Stadtbibliothek meiner Wahl, obwohl es erst sozusagen drei Filialen weiter ausleihbar war. – Es spricht für meine zumindest teilweise adäquate Wahrnehmung, dass ich die räumlich nächste Filiale gewählt habe, *hüstel*, *kicher*, *Brille putz*… Nach der nicht ironischen Anmerkung musste dieser Schlenker kommen, logisch!

Nun habe ich mehrfach versucht, in „Das Unglück anderer Leute“ hinein zu kommen und es fällt mir, milde formuliert, nicht leicht, obwohl Frau Pollatschek sehr rezipientenfreundlich schreibt usw. Keine langen Sätze, bla bla.

Dies deutet erfahrungsgemäß darauf hin, dass da ganz ausgeprägt was für mich dabei ist. Den Effekt habe ich zum Beispiel bei Erzählungen von Juri Nagibin und Tschingis Aitmatow erlebt, bei denen ich zum Teil Jahre brauchte, um in den Lesefluss zu kommen, um dann festzustellen, dass den Autoren mehr Verbalisierung emotionalen Inhalts gelungen scheint als manchen Mitgliedern des Freudeskreises Anna Lyse. – Hähä, denen habe ich es gegeben! Böse, Gollum, böse…

(… ja, ich wurde womöglich für einen Psychopathen* gehalten, ich bin aber keiner… der Budenzauber hat unmittelbar nach dem Ende der ambulanten Phase meines ersten Therapieversuches begonnen… sehr bezeichnender Weise ist mir das erst viele Jahre später gekommen, was wiederum darauf hindeuten könnte, dass es sich um was „ganz Tiefes“ handelt… bla… wie -zig Male gesagt – ich gebe die Hoffnung nicht auf, irgendwann zu checken, wer da wie und warum zugange war…)

Bestätigt hat sich schon nach der Lektüre einiger Dutzend Seiten meine Vermutung, dass die im Buch beschriebene Mutter eine Psychopathin zu sein scheint, wie sie nicht nur in diesem, sondern auch im Lehr-Buch steht. Zudem eine derjenigen, die ihre Unfähigkeit zu wirklicher Integration, zum Mitschwingen usw., „umdeutet“ zu angeblich revolutionärer Tätigkeit. Diese Profi-Umstürzler fand ich schon immer großartig!

Allein – hier ist eine Lösung zweiter Ordnung im Sinne von Watzlawick usw.! Nicht nur, Klischee-Alarm, schreibt sich Frau P. frei, sondern auch noch eine Diss, die Abkürzung kannte ich noch gar nicht, aber ich bin halt Polterproll, über das Böse in der Literatur.

Zudem wird wieder einmal klar, dass das Entscheidende einer Leistung nicht deren sozusagen sachlicher Inhalt sein könnte, hier die literaturwissenschaftliche Schulung der Promovendin auf höchstmöglichem Niveau, sondern der Leidensdruck des Erbringers der Leistung.

Wer ist schlimmer dran? Jemand, der ein gutes Buch und eine schon vom Thema her herausragende Dissertation schreibt, aber dennoch weiß, dass er der Verstrickung in dieses fürchterliche Geflecht von Bindungen und Abhängigkeiten in der Familie kaum wird entrinnen können? Oder jemand, der alle Seile gekappt hat, so er denn überhaupt über Ansätze von Bindungen hinaus gekommen ist? – Das hat natürlich wieder etwas von diesem berüchtigtem Klientenwettbewerb „Wem geht es am schlechtesten?“, der beileibe nicht nur in stationären medizinischen Einrichtungen zu beobachten ist.

So weit wieder der Klugschiss to go vom unterem Rand! – Ich kann nicht anders, vergib mir, herbe Dame Welt! Wenn ich gar nichts tippsele, geht es mir noch schlechter, bla. Old Ost-Koske tut doch Keinem was, meistens, lasst ihn doch süß vor sich hin spintisieren!

***

Natürlich kam schon, als ich mit dieser Niederschrift bzw. Niedertippe begonnen habe, per Mental-Funk ‚Lass Nele in Ruhe!‘ Gute Arbeit, liebe Neokommunisten auf einer immateriellen Ebene oder wie auch immer man den Edel-Spuk nennen mag!**

Hier muss ich dem in meinen letzten Postings geschmähten Dr. F. übrigens Recht geben. Es ist schmerzhafter Unfug, insbesondere im therapeutischem Kontext, beglücktes Auffinden von Symptom-Geschwistern für geglückte Partnerwahlversuche zu halten. Endlich versteht mich jemand, *Schmatzer aufdrück*, *T-Shirt hochschieb*, *Höschen abstreif*. Usw.

Das Problem könnte man lösen durch Integration wirklicher Körperarbeit in die Therapie. Da ist die blinde Stelle im System! Höhöhö, siehta sich wieda als Nachfolga von Ammon, höhöhö! Was geht mich denn diese Klinik an? Aber wie es immer in amerikanischen Filmen heißt, im Augenblick allerdings wohl eher weniger, gnihi – „Wir sind ein freies Land!“ und man wird so was ja wohl noch aussprechen dürfen. Pah! „Wäre ja noch gelachter!“, wie Fred Koske zu sagen pflegte, Ingenieur.

** Hier wirkt zudem wieder diese heillose Begriffsverwirrung, die „im Bereich Psycho“ größer zu sein scheint als sonst irgendwo im Geistesleben. Aber was soll man von Ottilie Normalverbraucherin erwarten, wenn selbst mittleres medizinisches Personal immer wieder von „Platzangst“ redet, wenn eigentlich „Raumangst“ gemeint ist? Wenn immer wieder selbst hochgebildete Intellektuelle von „schizo“ sprechen und schreiben und eigentlich „dissoziativ reagierend“ meinen? Es scheint, als wäre schon der Versuch, sich auf eine Ebene von „Psycho-Club“, Zitat Dr. Gysi, zu begeben, für überaus viele Menschen derart mit Angst und Schmerz besetzt, dass man den „Züchoscheiß“ immer wieder sofort von sich weist. Man kann noch so viel neue Parteien und Bewegungen gründen – es geht immer wieder alles von vorn los! Wie im realem Sozialismus, in dem tatsächlich die materielle Basis umgebaut wurde, was ohne jede Ironie gesagt eine große Leistung darstellte, und in dem sich trotzdem und erst recht wieder ein „Oben“ und „Unten“ entwickelte, ein „Wir hier drin!“ und „Die da draußen!“ usw. usf. – Nein, ich sehe mich nicht als Eurokanzlerin und will nicht Deutschland durch Hüppnohse heilen usw., chchch, auch nicht im Unbewusstem! Zudem ist hier meine logische Falle, in der ich festklemme – ich bin mir immer wieder sicher, dass die Budenzauberer sozusagen eine Revolution im Bewusstsein und eben vor allem im Unbewussten vollziehen. Übrigens scheint die weniger mit Freud zu tun zu haben, sondern mehr in die Richtung zu gehen, in der C. G. Jung mit der Erforschung eines kollektiven Unbewussten begann, was ich schon lange einmal anmerken wollte. Kämpft man schön!
** Oder wirkt hier eine Art „Nachhall“ der „jüdischen Weltverschwörung“? Der Geburtsname meiner Mutter ist „Hitzler“, sie war blond und blauäugig und ist 1934 in D geboren. Wie ich schon einmal andeutete, sehe ich zwei wesentliche Möglichkeiten der Reaktion ihrer Mitmenschen. Entweder ist sie gehänselt worden oder es hob dieses mystisch-magische Raunen und Wabern und Labern an. Fest steht, dass sie auf dem „Höhepunkt des Reiches“ in dem Alter war, in dem das Gehirn weitaus nachhaltiger Informationen aus der Umwelt verarbeitet als in anderen Phasen des Lebens. Natürlich ist da etwas rüber gekommen auch oder gerade zu mir, zumal die Familie meiner Kindheit ungewöhnlich isoliert war. Daher diese Art Schockstarre, die atmosphärisch über meiner Kindheit lag? Eigentlich gab es gar kein wirkliches Familienleben, eher unlustige Anwesenheit in der Wohnung, unterbrochen durch Arbeit in dem „Saftladen“ und diverse Ausbruchsversuche usw. – Wie gesagt, „Gnade der späten Geburt“ halte ich für eine heftige Verdrehung…

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