In ihm träumt was. Immer noch und immer wieder. – Oder so ähnlich.*

Prompte Bearbeitung von Tagesresten, deutlich und eindeutig wie lange nicht! Nachdem ich gestern etwas über die WG in G. geschrieben habe, bin ich im Traum dort. Allerdings ist das Haus im Traum auch noch ein anderes als das der WG, gleichzeitig mit dem realem Gebäude. Diesen Effekt der „Überlagerung“ habe ich schon des Öfteren in meinen Traumprotokollen erwähnt oder wie immer man diese sinistren Niederschriften nennen mag.

Das Gebäude erinnert an ein Haus, das mir bereits vor Jahren geträumt wurde. Damals war ich auch bereits in G., im mehrfachem Sinne traumhaft. Vor allem, weil das damals geträumte Haus ebenfalls keinem realem Haus entsprach, die ganze Atmosphäre aber im wahrsten Sinne unglaublich angenehm war, als würde ich im mehrfachem Sinne heimkehren in vertraute Umgebung und unter vertraute Menschen, insofern Vertrautheit für mich überhaupt erlebbar ist.

Eine Art Gruppenzusammenkunft findet statt, in einem großem Raum, den ich im Traum als bekannt „fühle“, obwohl ich bereits im Traum „mit dem Kopf“ weiß, dass ich ihn nicht kenne, schon gar nicht im realem WG-Gebäude. Es geschieht wieder etwas Unwohlbekanntes. Ich versuche, Kontakt aufzunehmen, werde aber gar nicht wahrgenommen.

Das habe ich übrigens in den letzten drei Jahren Dutzende Male real erlebt. Ich sage etwas für mich durchaus Wichtiges, nicht nur Smalltalk-Zeug, und mir hört niemand zu. Oft war ich dann ein bisschen wütend, weil kurz darauf jemand Anderes sinngemäß dasselbe sagte und der jedoch wahrgenommen wurde. Womöglich wirkte da dieser Effekt, mit dem zumindest früher in Bekloppten-Vereinen das Phänomen benannt werden sollte, dass man bei Gestörten des schizoformem Spektrums oft das Gefühl hätte, gar kein Gegenüber zu haben.

Vorher treffe ich im Traum Frau H. in der Stadt, die Chefin der WG zu der Zeit, als ich dort zum erstem Mal leibhaftig erschienen bin. Sie merkt leicht belustigt, leicht verächtlich an, ich sähe ja wieder „toll“ aus. In der Tat laufe ich in Rapper-Kluft herum, muahaha, vor allem mit dieser Strickmütze auf meinem leider markantem Kopf.

Während des gesamten Traums bin ich mit Chloë Grace Moretz zusammen, worüber ich, Überraschung, schon im Traum zutiefst erheitert bin. Diese erfreuliche Begegnung hat weniger mit Erotik zu tun, obwohl wir auch herum knutschen, sondern vor allem mit überhaupt zustande Kommen von Kontakt. Ist es sexistisch, wenn ich sage, dass das Frollein einfach zum Knutschen ist? Unabhängig von ihrem Kussmund, bei dessen gewahr Werden sich Madame Bardot heulend in die Garderobe verziehen würde? Aber hier muss ich noch im Ernst anfügen, dass sie eine grandiose Actrice ist.

Ich erlebe ganze Sequenzen des Traumes lang Dialoge mit ihr und wir kooperieren auch beim Handeln, insbesondere beim „Wandern“ mit verschiedenen Aufgaben und Zielen, die ich vergessen habe. Das Ganze ist heikel, und ich bin mir nicht sicher, irgend eine Prüfung bestanden zu haben. Ich vermute eher aus schlechter Erfahrung, dass das nicht der Fall war. Aber es kommt überhaupt Kontakt zustande, wie gesagt.

Chloë ist auch bei der „lockeren Sitzung“ am Ende des Traumes dabei. Hier passiert etwas überaus Typisches, das ich ebenfalls aus dem Bereich kenne, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre. Während mir in der Zweiersituation zu einer bestimmten Person Kontakt zumindest in Ansätzen möglich ist, gelingt er in der Gruppe kaum. Allerdings kommt meine Bemerkung noch irgendwie bei ihr an, dass sie sich wohl die langen Haare abgeschnitten hätte.

Das Erscheinen von Bürgerin Künstlerin Moretz im Traum ist dessen deutlichster Tagesrest, denn ich habe gestern Abend „Die fünfte Welle“ gesehen. Abgesehen davon, dass ich das Buch um Längen besser finde, was ein häufig und nicht nur bei mir auftretender Effekt zu sein scheint, musste ich verblüfft einsehen, dass ich den Film entgegen meiner Überzeugung noch nicht bis zu Ende gesehen hatte. Jedenfalls konnte ich mich gestern an ganze Abschnitte nicht erinnern.

Vermutlich habe ich beim erstem Ansehen wie so oft genervt abgebrochen, weil ich glaubte oder gar sicher war, dass die, die Budenzauberer, mich wieder reingelegt hätten. „Brauchst gar nicht anfangen zu schreiben – gibt es alles schon!“ Hier dürfte ich an der Stelle im mehrfachem Sinne abgeschalten haben, an der Evan Walker von seinen Stimmen zu reden beginnt, der Schläfer der Anderen, dessen menschliche Anteile jedoch gewinnen.

Natürlich habe ich auch gestern Abend beim Filmsehen wieder, Zitat Fred Koske, „auf die Tränendrüse gedrückt“. Das hing mit dem eben über Walker Gesagtem zusammen, das ich jenseits von oder hinter der mittlerweile beinahe standardisiert und leider immer wieder sehr gut gemachten Apokalypse-Scheiße für die wesentliche Aussage der Story halte – den Sieg des Menschlichen im Menschen.

Ja, hier wird der Zyniker wieder pathetisch, aber – passt schon! Auch scheint es jetzt immer noch in, darauf hinzuweisen, dass man auch als Mann Gefühle zeigen kann, was ich hiermit wieder einmal versucht hätte, *hüstel*. Ich zeige ja nichts, bei mir ist alles geheim – halt alles Stasi, ist bekannt

Am Ende des Traums und noch im Erwachen spielt mein Kopfradio immer wieder, wie von einer Platte mit Sprung, die Zeile „Mind games forever“ aus John Lennons Song. Bezeichnenderweise habe ich das zuerst überhaupt nicht verstanden, obwohl der Wink mit dem Zaunpfahl überdeutlich ist. Mind games!

Also ist der „Budenzauber“ doch, wie ich schon einmal vermutet habe, Ausdruck östlicher „mentaler“ Übungen, in Klammern Sloterdijk? Ich hatte letztens getippselt, dass das auf das Psychische konzentrierte jahrtausendelange Üben östlicher Völker im Gegensatz zur vor allem technischen Entwicklung des Westens nicht durch die gierige Übernahme westlicher Technik wie wildwestlich rauchender VWs quasi überspielt werden könnte oder würde.

Bereits Dr. Feuchtwanger hat auf diesen Gegensatz der Konzentration des Westens auf Technik und Technologie und der des Ostens auf eine Art seelisches Training verwiesen. In diesen Kontext gehört zudem der berühmt-berüchtigte Spruch aus der sogenannt alternativen Szene „Mit der Technik auf dem Mond, in der Liebe im Neandertal!“

Ebenfalls erwähnt hatte ich bereits mehrfach, dass man anstelle von „Liebe“ etwa „Gruppendynamik“ setzen könnte oder „Entwicklung einer Kultur von Kontakt, Beziehung und Bindung“ usw. Schließlich nochmals der Hinweis, dass Feuchtwangers Betrachtungsweise des Problems womöglich eher dualistisch sein könnte als dialektisch, was aber seine Äußerung seiner Wahrnehmung nicht weniger faszinierend macht.

* Ich versuche hier auf diesen Aphorismus anzuspielen, den ich immer André Heller zugeschrieben habe, der aber von Altenberg ist, „Gott denkt in den Genies, träumt in den Dichtern und schläft in den übrigen Menschen“. Ich wäre dann wohl irgendwo zwischen Genie und Dichter, har har. – Ich hatte gute Gespräche mit Altenberg, damals im „Central“, *hüstel*… „Schwesta!!!!!“ – Der Klient ist wieder sehr unruhig…

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