„Feder tot! Bereit machen zum Gehen gehen!“

Das kam heute beim Aufwachen (?) als sehr plastische Szene, in der ich diese Worte mit der Hand schrieb. „Feder“ war als poetische Bezeichnung für das Schreibgerät eines Schriftstellers gemeint. Wie gesagt, scheint dergleichen gar nicht möglich, weil Schreib- und Lesezentren im Gehirn im Traum nicht aktiviert werden können. Das habe ich letztens irgendwo aufgeschnappt. Meine Viertelbildung ist grandios katastrophal, wie gleichfalls erst etwa fünfzigmal erwähnt. Wie gesagt, scheint es sinnlos, wenn ich dergleichen petze. Wie gesagt, ist dieses hier neuerlich praktizierte histrionisch geltungsbedürftige Berichte schreiben an eine imaginäre Autorität sinnlos. Wie gesagt, ist so was schreiben jedoch besser als gar nichts schreiben.

Ich habe in den letzten Jahrzehnten immer wieder versucht, ohne Lesen und Schreiben zu leben – es geht nicht. Ich kann mich eine Weile betäuben mit monotonen Hilfsarbeiten, die ich gewissermaßen mit abgeschaltetem Gehirn herunter reiße, um mich dann nach Feierabend erschöpft und wütend als Teil der Herde fühlen zu können. Die Überzeugung ist in Jahrhunderten eingehämmert worden, dass dergleichen normal wäre. Mich würde es nicht wundern, ohne Ironie, Sarkasmus usw. gesagt, wenn man feststellen würde, dass auch derartige Überzeugungen neurostrukturell fixiert wären.

Vor ein paar Tagen hatte ich wieder eine solche Anwandlung. Alle Bücher verkaufen, Blog löschen, YouTube-Kanal löschen, Schluss mit dem Gefummel und Gebastel und Abgestrampel. Einfacher Arbeiter, basta! Das kommt seit vielen Jahren als Rückmeldung per Mental-Funk, ‚Einfacher Arbeiter!‘ Man gewöhnt sich dran!

Nee, eigentlich nicht! An Rollstuhl oder Prothese usw. gewöhnt man sich wahrscheinlich. Dieser Budenzauber knallt jedoch immer wieder rein, das ist ja die Crux. Gute Arbeit, von wem auch immer! Ach, könnte ich einem diplomiertem oder promoviertem Mitglied des Freudeskreises Anna Lyse vermitteln, dass ich nicht spinne, simuliere oder psychotisch reagiere! Aber auch das werde ich nicht erleben, ich armes, armes Ich! Bla.

Gestern ist das ein bisschen gekippt. Ich habe die Wut umgelenkt und möchte ein Bienchen ins Große Galaktische Klassenbuch für diese reife Leistung, thx! Ich habe – eben kam per Mental-Funk von oben: ‚Tschüss!‘ – die erste Einsendeaufgabe in dem nunmehr drittem von mir angefangenem Fernkurs für Diplom-Autoren fertig gestellt und eingesandt.

Ich bin, Überraschung, nicht zufrieden, zumal ich hinterher drei bescheuerte Tipp-Fehler entdeckt habe. Aber es könnte ein ganz passabler Einstieg sein. Trotzdem habe ich, natürlich, diese Phantasie, dass der Herr Tutor sich köstlich amüsieren könnte. Der olle Polter-Proll Ost-Koske wünscht neuerlich als Literat zu reüssieren, ts ts ts. Usw.

Es fällt schwer, sich gegen diese Einflüsterungen des verbietenden und unterdrückenden Über-Ichs zu wehren, liebe um Optimierung des Seelenlebens bemühte Fachmänninnen und Fachmänner, wenn historische und histrionische Ge- und Verbote in einer Art Dauerschleife als pseudohalluzinatorische Feedbacks kommen, trallala.

Ach, Frau Doktor! Lichtjahre entfernt scheint es Problemlösungen zu geben. – Ist das ’ne Hammerbraut, meine Herren Geschlechtsgenossen!!! In irgendeinem Parallel-Universum… – lassen wir das! Zum Glück bin ich von Natur aus senil-schwul sowie kommunal-konfus. In der Gesamtsituation gesehen bin ich sowieso raus aus dem Rennen und muss froh sein, wenn ich noch irgendwann mit ’ner dicken Omma Halma spielen darf.*

*Hüstel* Herr Koske! Aus! Sitz! – Brav, der Hund!

Morgen habe ich ohnehin ’n Termin im Jobcenter. Vermutlich werde ich umkippen, wie ich es schon Dutzende Male erlebt bzw. provoziert habe. Ich mache ja nichts, mir geschieht alles, har har.

Wie oft habe ich mir schon vorgenommen, einmal so lange dran zu bleiben, bis ich durch bin, im Freien usw. Wie oft habe ich schon versucht, die Ausdauer, ja, Verbissenheit, mit der ich zum Beispiel Zeitungen zugestellt oder Teller gewaschen habe, beim Schreiben zu entwickeln!

Aber dann kehre ich doch wieder wohlig angeschauert heim in die dumpfe Masse, die sehnsüchtig bis zum nächstem Freitag, bis zum nächstem Urlaub, bis zur Rente, im Grunde bis zur Löffel-Abgabe knufft und muchelt. Das ist nicht nur eine Phantasie meines mehr oder weniger defizitär arbeitenden Denkapparates, sondern traurige Realität. Jahrzehnte habe ich verplempert mit diesem „Mechanismus“, ach.

Mindestens interessant ist in diesem Zusammenhang, dass ein entsprechender Vermerk im Wikipedia-Artikel über innere Kündigung gelöscht wurde, nachdem ich auf den Hinweis verlinkt habe, dass 24% der deutschen Beschäftigten innerlich gekündigt hätten.

Alles reiner Zufall, genau! Was aber machen Sie, mehr oder weniger geschätzte mehr oder weniger Abwesende, wenn Ihnen solche „Zufälle“ Dutzende, ja, hunderte Male in etlichen Jahren widerfahren??? Korrekt – Schizo spielen, höhöhö. Fickt Euch, Menschenskind!

Tja, so vergehen die Tage, die auf Erden mir gegeben sind… – Nix Neues in Koskien! Unrockbar, der Typ! Selbst Dr. Erickson würde resigniert abwinken!

(… ja, ich bin gern Koryphäenkiller… böse, Gollum, böse…)

Bla.

* Sollte jetzt wer überzeugt sein, die Routine cherchez la femme abgearbeitet zu haben, was diesen sinistren Ost-Koske angeht – so irrt sich der dergestalt Überzeugte! Hä hä.

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