Heute früh hatte ich eine Art Vision

Ich war ja beim Arzt, Herr Schmidt, das hat aber auch nichts gebracht! Vor meiner geistigen Brille erstanden fruchtige Szenen, in denen ich ein hoch gesundes Menü bereitet, indem ich mit einer Raspel Äpfel und Möhren zerkleinert habe. Das Wichtigste war auch bei diesem Erleben das Atmosphärische, und das war erstaunlich, weil ungewohnt freundlich.

Ost-Koske war auch wieder rennen und es war ganz gut. Ich schätze, ich könnte das packen, von Montag bis Freitag jeden Tag ’ne Stunde laufen. Am Wochenende ist Joggen dann „fakultativ“. Ich meine, ich habe ja drei Jahre lang fast nichts gemacht, bewegungstechnisch, Alta! Aber wie gesagt – ich traue mir nicht. Ich bin ein berüchtigter Diskontinuitäter.

Außerdem wieder eine Lehrvorführung, die ich aus meiner Zeit in der Dimitroffstraße kenne. Ein etwa Dreißigjähriger, dem ich gleich zweimal begegnet bin, einmal beim Joggen und einmal, als ich aus dem Waschsalon zurück kam. Beide Male die demonstrative Vorführung, wie er seinen Hund „Sitz!“ machen lässt. Das heißt, es sollte mir mitgeteilt werden, wieder einmal, dass ich wie ein Hund dressiert werden soll. Das weiß ich allerdings schon seit vielen Jahren. Einer der Bestandteile des Budenzaubers ist operantes Konditionieren. Ein klassischer Psychiater würde das eben Beschriebene allerdings als Ausdruck von Beziehungswahn bezeichnen und meinen entschiedenen Widerspruch gegen diesen diagnostischen Vorstoß als gleichfalls typischen Mangel an Krankheitseinsicht. Eine beschissene Kommunikationsfalle, in der ich da sitze. Aber es ist, Überraschung, nicht die einzige.

Übrigens habe ich mir tatsächlich eine Reibe gekauft sowie Äpfel, Birnen, Möhren und Ingwer, und habe mir jetzt was draus gezaubert. Was ganz Frühes, genau! Großartige Interpretation! Das mit dem Ingwer ist mir – Hört! Hört! – spontan im ALDI gekommen.

Bin ich jetzt „drin“? Darf ich jetzt mitspielen? Huhu?! Wohl eher nicht! Aber, wie gesagt – ich halte den Spuk jetzt schon 32 Jahre durch, ich mache noch ’ne Weile…

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