Selbsterkenntnis Nr. 234

Wieder einmal hatte ich den Gedanken, dass ich mich gewissermaßen konträr zum Weltgeist bewegen würde, sorry, zur Weltgeistin. Boshaft übertrieben und schrecklich vereinfacht gesagt, sucht sich jemand, der in einer gekachelten Kabine zur Entsorgung von Stoffwechselrückständen dreimal rhythmisch gefurzt hat, eine Castingshow, wo er den druckvoll herben Rhythmus präsentieren kann. – „Boshaft“ deshalb, weil ich einigermaßen sicher bin, dass mir Eifersucht und Neid unterstellt würden, obwohl das nicht der Fall ist. Im Gegenteil! Künstler X wunderte sich über seinen Erfolg im XXI. Jahrhundert, obwohl er nichts vorzuweisen hatte als Talent. Dieses Bongmoh habe ich mir ganz allein ausgedacht, und bitte ich denn um ein Bienchen ins Große Galaktische Klassenbuch!

Ich bin umso weniger bereit, mit etwas an eine wie auch immer geartete Öffentlichkeit zu treten, desto mehr es mir selbst gefällt und desto gelungener es mir erscheint. Diese Haltung ist mir derart selbstverständlich, dass ich jetzt als Mittfünfziger selbst verblüfft bin, sie feststellen und formulieren zu müssen. Es muss manchmal gar den Anschein haben, als würde ich mich schämen für die Sachen, die ich gemacht habe, ja, als hätte ich etwas Verbrecherisches getan. Es ist alles geheim. Im Kontext von „DDR“ sowie „geheim“ kommen Einem natürlich mühelos viele Assoziationen. Ja, liebe Nossinnunnossn, alles Psycho-Club.

Dann darf ich mich natürlich nicht wundern, wenn Leute überzeugt sind, dass ich nie im Leben der Urheber der entsprechenden Werke sein könne. Aber ick wunda mir eh‘ über jarnüscht mehr. Ich war letztens beim stundenlangem Anhören meiner Klangbilder bis nach Mitternacht wieder einmal selbst überrascht, dass offenbar ich das gemacht hatte. Nein, das ist nicht witzig gemeint. Dergleichen passiert mir schon seit Jahrzehnten. Nicht, dass ich die Soundpics für überragend halten würde, aber es blitzt da immer einmal wieder etwas auf, das auf ein gewisses musisches und konkret musikalisches Empfinden deuten könnte. Der Buchhaltungsfeldwebeltyp sehnt sich nach wie vor nach Kreativität!

So weit wieder eine tiefe Selbsterkenntnis. – So weit wieder die Theorie. Ich bin nur bedingt realitätsdienstfähig (brd). So was gehört in ’ne Einrichtung!

Jammer, jammer. Bla bla.

PS: Diese eben oben angedeuteten Sachverhalte wurden in der Therapie wie folgt bearbeitet: gar nicht. Das liegt natürlich an mir…

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