Einige Phantasien zum Thema „Phantasie“. Von Ost-Koske.

Hier nun der dilettantische Versuch, eine Gewaltphantasie zu schildern, die sich schon mehrfach vor meiner geistigen Brille entwickelt hat. Schützen Sie Ihre minderjährigen Wellensittiche! Ich mache ja nichts, mir geschieht alles. Huch, ich bin gedopt, habe ich gar nicht bemerkt! Sorry.

Eine Frau will mich sprechen, um meinen Geisteszustand zu überprüfen. Bis hierhin scheint mir diese Phantasie allerdings leider nicht völlig abwegig.

Ich packe die Amtspersonin kraftvoll-dynamisch, drücke ihr feinst gestyltes Face auf den Tisch und zische etwas in der Art, wenn dieses Affentheater nicht gleich aufhören würde, müsste ich ihr die Fassade ramponieren.* Mir wäre es egal, was dann passieren würde, boah! Wenn ich in den Knast käme, wäre ich endversorgt, was Unterkunft und Tagesstruktur angehen würde.**

Diese Formulierung habe ich schon Dutzende Male in derartigen Wachphantasien verwendet. Sie hat eindeutig etwas von Western-Pathos. Das ist unter anderem deshalb mindestens erstaunlich, weil ich kaum Western kenne. Auch muss ich an dieser Stelle nochmals darauf hinweisen, dass ich nicht John Wayne spielen muss, wie, *hüstel*, hin und wieder kolportiert wird. Ich bin in den ersten sieben Lebensjahren konditioniert worden auf krasse Isolation. In der ersten sozialistischen Stadt. Das war nicht typisch für unsere sozialistischen Menschen. Es handelte sich vielmehr um Überbleibsel der alten Gesellschaft, die wir im Zuge unserer gesetzmäßigen Entwicklung überwinden würden, hurra! Auf Klosterbruder anzuspielen ist übrigens gleichfalls nicht korrekt, denn Kloster ist – Gruppe. Schließlich kenne ich auch Wayne nur vom Hörensagen, aber das kann alles befohlen werden, nicht wahr?! Höhö.

Damit bin ich insofern beim Thema, als ich in den letzten Tagen feststellen musste, ununterhaltbar zu sein. Dieses, har har, einen Preis des Art Directors Clubs provozierende Neonym „ununterhaltbar“ habe ich gestern oder vorgestern erfunden. Etwa „unkaputtbar“ ist gar nichts dagegen, oder? Alter, gehste krachen! Ich habe die erste Staffel von „Fringe“ in einem Secondhand-Buchladen gekauft und die erste Staffel von „Person of Interests“ in der nächsten Stadtteilbibliothek ausgeliehen. Aber ich komme nicht klar, ich komme nicht rein in die Stories, die mich einmal begeistert haben. Sie scheinen mir platt und plump, trivial und plakativ usw.

Hier drängt sich jedoch die Frage auf, ob meine Phantasien wie die eben geschilderte gewalttätige Szene weniger platt und plump wären, hähä. Scheiß die Wand an, schmücke Dein Heim! Das ist Dichtung, was ich da wachphantasiere. Ich habe offensichtlich Phantasie, zumindest rudimentär. Aber nicht nur, dass ich diese Phantasie nicht umzusetzen vermag in Text, vielmehr ist ihr Niveau eindeutig eher groschenheftig als weltliterarisch.

In diesem Kontext hatte ich nun vor einigen Tagen den Gedanken, mich vielleicht, sehr vorsichtig ausgedrückt, bei eigenen Produktionsversuchen weniger an Thomas Mann orientieren zu sollen, sondern eher an Leuten, die „einfach nur“ viel und gern schreiben…

Das ist ja mal ’ne Selbsterkenntnis! Ich muss an dieser Stelle abbrechen, um die Knutschflecken vom Spiegel zu wischen. Aber natürlich kommen sofort „Gegenargumente“. Es hätte noch nie jemand etwas Ordentliches geleistet, der nicht etwas Außerordentliches hätte leisten wollen usw. Mein zweiter Vorname ist „Ambivalenz“. „Ambi, hoch kommen, Mittag essen!“ – Little joke, btw, vom Massennähe trainierendem Außersonnensystemischem…

Ja, der Tausendfüßler denkt wieder über das Setzen der Füße nach und kommt möglicherweise bald gar nicht mehr von der Stelle. Aber besser diese Niederschrift bzw. Niedertippe als gar nichts geschrieben…

Basta, zefix!

PS: Und was kommt jetzt, wenn ich ganz dicht an der Grenze von Dichtung und Wahrheit bin? Wenn es fast so aussieht, als würde ich richtig loslegen?! Der Budenzauber verschärft sich, wie schon Dutzende Male an dieser Stelle. Zum Beispiel kommt ‚Huhu, Roko?!‘ per Mental-Funk. „Roko“ ist einer meiner Nicknamen, von Ronald Koske“, zur Erläuterung für meine zahlreichen Nichtleser. Wie viel diplomierten und promovierten Spezialisten muss ich nun noch zu verklickern versuchen, dass ich nicht psychotisch bin oder, O-Ton vox populi, den Simulanten spiele??? Letzteres hat echt was, das ist schon fast wieder genial.

Andererseits – was hätte ich denn gemacht, wenn ich Stasi-Offizier gewesen wäre? Bitte Fettdruck beachten! Es gibt einen Ronald oder Roland Koske aus Erfurt, der war Major der Tschekisten. Das bin nicht ich, bitte weiter sagen! Thx!

Die primäre Aufgabe jedes Systems ist es, sich selbst am Laufen zu halten. Jeder Sicherheitsdienst muss sich demnach Sicherheitsrisiken konstruieren. Das ist natürlich in der sozialen Marktwirtschaft nicht der Fall, *hüstel*.

Mit wem aber hatten die Herrschaften Schild-und-Schwert-Träger der Partei die meisten Probleme bzw. „Probleme“? Mit Künstlern, vor allem Schriftstellern. Der Aufwand war gespenstisch gigantisch, siehe hier. Demnach würde ich mich als voll entfaltete usw. Tschekistenpersönlichkeit bemühen, die betreffenden Betroffenen dergestalt zu manipulieren, dass sie gar nicht erst den Gedanken der Veröffentlichung haben würden, ja, dass im günstigstem Fall der Schreibantrieb sozusagen an der Wurzel erstickt werden würde.

Gute Arbeit… Huhu???! Schreiben ist überflüssig, weil es gewissermaßen direkt in sogenannte Realität umgesetzt wird, ohne den „Umweg“ geflissentlicher Produktion von Text usw.

Mir ist sehr wohl klar, dass hier wieder die berühmte Anmerkung Freuds greift, Hysterie wäre das Zerrbild einer Kunstproduktion. Ich habe hier auch einen Plot für einen Psycho-Thriller angedeutet. Ich bin mir zudem keineswegs sicher, dass die das gemacht haben. Vielleicht waren da Leute mit speziellen Talenten zugange.

Eben kam ‚Kuckuck?‘ Super! Ihr macht das ganz toll! Aber ich habe das schon zweiunddreißig Jahre durchgehalten, es hat keine Therapie stattgefunden, und ich halte das noch länger durch…

Will jemand den Plot? – 5000 Euro… *hüstel*…

** Negativer Ödipus! Ha! Heididei!
** Im Auge behalten, den Mann! Aber das ist im Ernst das Problem – wird dergleichen nun ausagiert oder symbolisch ausgelebt, zum Beispiel durch Schreiben oder Filmen oder Rappen? Hähä.

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