Vor dem Mittagessen – bisschen Umsturz nicht vergessen…

Man kann sich über Zücho lustig machen, ständig anmerken, man wäre keine Psychogruppe, kein Psychoclub usw. usf., aber Zücho läuft trotzdem, oder gerade, weil das Unbewusste stärker ist als das Bewusstsein und umso stärker, desto mehr es geleugnet wird. Das sollte sich eigentlich herum gesprochen haben, scheint aber immer wieder schwer vermittelbar.

Zudem wirkt hier das Paradoxon, dass oft am wenigsten mit so was gearbeitet wird gerade in Einrichtungen, die mit im weitestem Sinne therapeutischen Rahmen arbeiten, denn eigentlich ist z. B. auch Strafvollzug Therapie im Sinne angestrebter Wahrnehmungs- und Verhaltensänderung. Andererseits gibt es, als Beispiel, Manager-Trainings, bei denen die Teilnehmer quasi mit ’ner Karte und ’nem Käse irgendwo im Wald abgesetzt werden und sich im mehrfachem Sinne heraus arbeiten müssen. Das ist Hardcore-Selbsterfahrung, an Einzelkämpfer-Ausbildung angelehnt. Dies jedoch aus ökonomischen Gründen, weil viele Unternehmer wissen, dass beim derzeitigem Entwicklungsstand der Technik dialektischer und paradoxer Weise das Humankapital eine große Rolle spielt und dies naturgemäß zuerst auf Führungskräfte zutrifft.

Bla. – Nein, ich sehe mich nicht als Eurokanzlerin usw. „Ich bin ’n guter Mann/nun lasst mich schon ans Ruder ran!“, Gerhard Gundermann, Volksdichter, die Tendenz bei 99 von 100 Männergesprächen über Politik auf den Punkt bringend.

Ich finde nur, bzw. „nur“, oder ich bin mir sogar sicher, manchmal, dass hier enorme Ressourcen verschenkt werden. Was wäre so schwer daran, in die Ausbildung aller Leute, die was mit Menschen machen, also auch Polizisten und Lehrer usw., gründliche Selbsterfahrung einzubeziehen, die den Teilnehmern im Berufsalltag nutzbare Einblicke in ihr Unbewusstes und in die Dynamik des Unbewussten überhaupt besonders in Gruppen vermitteln würde? Ich weiß, dass es Versuche in dieser Richtung gibt, zum Beispiel von Ruth Cohn, aber das Bild vom Tropfen auf dem heißem Stein scheint mir in diesem Kontext sehr geschmeichelt. Ich erlebe es immer wieder, dass gerade in solchen Feldern wie Einrichtungen, siehe eben oben, selbst erfahrene Mitarbeiter alltäglich ihre blinden Stellen und ihre eigenen Bedürftigkeiten „einbringen“, und das ist, wiederum milde formuliert, kontraproduktiv.

„Wer sich angesprochen fühlt, muss Gründe haben!“ – die Schriftstellerin Helga Königsdorf im Vorblatt eines ihrer Bücher.

(… Königsdorf war die einzige der AutorInnen der DaDaeR, die ich kenne, die in ihrer Prosa Mechanismen von Zücho wie Übertragungen derart dargestellt hat, dass das jeder verstehen kann… ich muss dauernd an sie denken, weil sie als Wissenschaftlerin in einer Männer-Domäne überaus erfolgreich war und dies auch auf Mutti zutrifft…)

Bla.

Wie mehrfach angedeutet, will ich keineswegs die Welt retten oder den Obermacker mimen usw., vielmehr ich mein Gehirn nicht ausschalten kann, wie ich es mit recht stumpfsinnigen Jobs immer wieder versucht habe. Zweitens möchte auch ich trotz allem ein bisschen was bewegen, bevor der knochige Typ mit dem historischem Handerntegerät für Gras und Getreide an meinem letztem Lotterbette lauernd kauert.*

„Trotz allem“ deshalb, weil mir immer noch allzu oft alles egal ist oder ich meine, alles wäre Haschen nach Wind. Auch diese Grundeinstellung muss weit verbreitet sein, andernfalls das Motiv des Zombies nicht in Literatur und Film derzeit überall präsent wäre. Dies ist ein Beispiel für das Wirken des Unbewussten jenseits aller Psycho-Clubs

PS: Natürlich haue ich mir die Taschen voll, denn der Budenzauber füllt die von mir oben erörterte Lücke! Da es sich jedoch als sinnlos erwiesen hat, irgend jemandem erklären zu wollen, dass ich nicht psychotisiere und nicht simuliere usw… – alles klar!

* Ich habe diesen Textbaustein aus dem narzisstischem Sortiment meiner Lieblingsformulierungen lange nicht angebracht, das musste ich einfach wieder einmal tun… Vergib mir, herbe Dame Welt!

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