2014

Bei meinem spießigem Nickerchen…

29.12.2014

… das ich seit einigen Monaten fast jeden Tag absolviere, wenn ich vom Jobben nach Hause gekommen bin, geduscht und zu Mittag gegessen habe, und das häufig nur aus diesem „Minutenschlaf“ besteht, erschien heute eine Buchseite im Traum, auf der in einer der oberen Zeilen als Leucht- und Laufschrift die Worte „kein Entkommen“ hervorgehoben wurden, als hätte man sie mit phosphoreszierenden Buchstaben auf einer Schreibmaschine getippt, und obwohl ich weiß, dass dieses hier eben vollzogene Petzen ebenso sinnlos ist wie die zahlreich gestellte Frage, was ich tun müsste, um universitätlich in Seelenwissenschaft diplomiert oder promoviert habenden ZeitgenossInnen zu verklickern, dass ich nicht krank bin und nicht den Simulanten spiele, petze ich hier und stelle diese Frage, was womöglich in der Tat aus der von Dr. Karl Marx erwähnten fanatischen Bosheit des Spießers resultiert, aber in jedem Fall bin ich gespannt, wie dieser Meta-Budenzauber enden wird, zumal ich eh‘ gerade bisschen am Rad drehe, bla…

Man muss Wände nicht immer h o c h g e h e n…

20.12.2014

Das ist, in der Chronologie der Traumgeschichte, das erste, an das ich mich erinnere – jemand kommt aus einem Versteck hinter einer Wand hervor, ein Assistent oder Diener, und betätigt ebenfalls verborgen gewesene Schalter, so dass die ganze Wand „wegfährt“. Während dieses „Kulissenschiebens“ nehme ich erst richtig wahr, dass der Raum sehr groß ist, aber kein Theater, sondern eine Art Tempel- oder Museums- oder Ausstellungshalle, die jedoch leer ist. Auch die Atmosphäre ist die eines Tempels oder jedenfalls eines nicht profanen Gebäudes.

Bereits im Traum denke ich zudem an eine Versuchsanlage. Es könnte das Max-Planck-Institut im Freimann sein, mein vorletzter Kunde in meinem vorletztem Job als rasender Briefkurier 2012.

Während die Wand immer weiter „fährt“, so dass der hallenartige Charakter immer eindrucksvoller wird, bin ich plötzlich, ohne Veränderung der Szenerie der rollenden Wand, auf einem Forschungsschiff. Die Aufbauten des Schiffes erinnern an diese schneeweißen, fast fensterlosen Gebäude, wie es sie etwa in Griechenland gibt. Etwas oder jemand springt und fliegt über Deck. Es ist offenbar eine Chimäre, ein Gestaltwandler. Das ist ein Tagesrest, ich habe gestern „Ich bin Nummer Vier“ gesehen. Die Chimäre im Traum ist aber zwischendurch auch ein Kind, das für mein inneres Kind stehen dürfte. Irgendwann, nachdem es mehrfach unsichtbar wurde, springt das Kind von Bord, womit irgendwie „alles verloren“ ist, weil mit dem Kind die Existenz dieser Welt steht und fällt.

Wie bei der Mehrheit meiner Träume kann ich mich nur an minimale Bruchstücke eines bunten und reichen Erlebens erinnern, und immer wieder die Frage – Wo? Ist? Das? Im? Wachzustand?

Das eindrucksvollste Detail ist eine kleine abschließende Szene. Ich sehe am Ende der Halle durch eine große Türöffnung in einen kleinen Raum, eine Art Küche oder Spülküche, in dem ein „irgendwie komischer“ Typ hantiert. Das Atmosphärische, die Anmutung, wie die dynamischen Werktätigen der Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation das Phänomen in Worten zu erfassen suchen, hat jetzt etwas von Heim oder Klinik oder Ferienanlage, kurzum von beängstigender Gruppendynamik.

Während ich den Mann bemerke, sagt eine Stimme aus dem Off fast wörtlich etwas wie, der Mann würde fast nie sprechen und er hätte schon alle möglichen Diagnosen, und wenn er einmal etwas sagen würde, bekäme er die nächste Diagnose. Ich bin wieder einmal schon im Traum erheitert über das, was mir da geträumt wird. Kurz danach wache ich auf und wieder beginnt ein völlig bedeutungsloser Tag in diesem meinem einzigen Leben. In diesem Sinne – per Asperger* ad Asterix!

PS: Jetzt kommt wieder per Mental-Funk ‚Überhaupt nicht mehr schreiben!‘; das ist ja mal originell, boah! Tja, so lange ich nicht aus der Spur komme, tun das die Budenzauberer auch nicht. – Alles Hirnbiochemie, alles Hirnbiochemie, haha!

* Diese meine zufällige und Spaß-„Selbstdiagnose“ scheint nach gewissenhaftem Ausfüllen als „seriös“ deklarierter Online-Tests tatsächlich zutreffend, was wahrscheinlich Blödsinn ist… Bla.

(… ich als Teilchen auf ’ner Welle… beinahe jedenfalls…)

23.11.2014

Wieder einmal dieses schon tausende Male in Träumen erlebte aneinander vorbei Kommunizieren, als wären die Dialogpartner durch eine akustisch völlig isolierende Glasscheibe getrennt. Irgendein Auftritt einer Art Singegruppe oder dergleichen, und ich bin voll daneben. Ich soll die Probe leiten und brülle gegen eine Frau an, die mir helfen will, weil weder die Mitteilungen der Sänger bei mir noch meine Anweisungen bei den Sängern ankommen.

Mit diesem Brüllen versuche ich weniger, die inhaltlichen Aussagen der Frau abzuwehren, als vielmehr ihre emotionale Annäherung zu verhindern. Auch diese Verweigerung jeden Diskurses kenne ich aus sehr vielen Träumen.

Dann zahlreiche Szenen, in denen ich durch eine Art Levels laufe wie in Computerspielen. Das könnte ein Tagesrest sein, weil ich heute Nacht „Gamer“ gesehen habe. Sämtliche Aufgaben bestehe ich nicht, ich laufe nur immer weiter, und dabei wechselt die Szenerie oft wie beim Filmschnitt. Schließlich eine Überschwemmung – „Megawelle“ wäre untertrieben. Die Welle ist mehrere hundert Meter hoch und droht buchstäblich das Festland zu verschlingen, indem sie sich zunächst am Horizont zu einem gewaltigem Bogen wölbt.

Vor einem mit weiß lackierten Brettern verkleidetem Haus winkt mir jemand zu und will mir etwas mitteilen. Offenbar ein Surfer, denn er hat diesen Neopren-Anzug an, wie ihn Wellenreiter tragen. Ich finde den offensichtlichen Versuch, auf dieser Welle reiten zu wollen, nicht witzig, was ich normaler Weise tun würde. In den letzten Tagen habe ich mich auch im Zustand relativen Wachseins in dem Bereich, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre, immer mehr dieser Humorlosigkeit angenähert, wie sie etwa für Rap typisch scheint.

Mal wieder an der Kante, ohne Kontakt, Beziehung, Bindung – meine persönliche Urszene. Man (re)inszeniert diese Urszenen offenbar umso öfter und lustvoll gründlicher, desto destruktiver sie sind. Ich versuche der Welle zu entkommen, laufe um das Haus herum, das ich nicht kenne, das mich aber an ein Haus oder jedenfalls an einen Ort aus meiner Vergangenheit erinnert, um eine Treppe oder einen Keller zu erreichen. Ich weiß aber, dass ich keine Chance habe und erreiche denn auch keine rettende Zuflucht. Wenn ich nachts nur ein Fenster ankippe, reicht die Luftzufuhr nicht; bei nur einem geöffnetem Fenster habe ich wieder Apnoe-Anfälle.

Dieser Traum endet mit oder in einem solchem. Andererseits ist mir klar, dass überflutet Werden im Traum auch übermannt werden vom Unbewussten, vom freudvollem Es, bedeuten kann und demnach auch auf eine drohende psychotische Episode hindeuten. Na und? Ich gehe nicht zum Arzt, weder wegen der Apnoe noch wegen der Es-Sucht – ich will mir nicht noch Keime einfangen… Harhar (?).

„Was ist neu?“ (Standardtextbaustein aus diesem Neuland Internet)

26.10.2014

Fast alles weg – nein, das ist nicht neu… Aber erstens ist die Stimmung, Atmosphäre, Anmutung usw. der vielen vergessenen Szenen ungewohnt freundlich und entspannt, und zweitens gelingt es mir am Ende, eine Szene abzuschließen, abzurunden, zu vollenden usf. Ich gehe über eine große Baulücke in einem Gründerzeitviertel, in dem Berlin „enthalten“ ist. Es könnte sich um die Brache in der Sonntagstraße am Ostkreuz handeln, aber die gibt es nur noch in meiner Erinnerung, denn sie dürfte heute längst bebaut sein. Ich überquere den Platz nicht diagonal, sondern umrunde ihn, indem ich an den Wohnblocks vorbei laufe, die den Platz abgrenzen. Dabei bin ich weg getreten in der Art, wie ich es in meinem persönlichem Präteritum schon oft war, was dann häufig zu Rückmeldungen wie „Schon wieder full wie ’ne Radehacke!“ führte, obwohl ich keinen Alkohol getrunken oder mir andere mental illuminierende Substanzen verabfolgt hatte.

Diese leicht trunkene Ausstrahlung bekümmert mich aber nicht nur nicht, ich übertreibe sie sogar, ich drehe auf und am Rad. Das zum Beispiel ist neu – eine Art subtiler Widerstand gegen die unerbittliche Determiniertheit tausender solcher Traumszenen. Es erfolgt auch keine Reaktion – ich gebe unbekümmert und vergnügt den selig leicht debil grienenden und vorschulkindlich hüpfenden Sokrates für die Unterschicht.

Dann gelingt mir eine Art Bonmot vollständig, ohne die üblichen Abbrüche usw. Dabei sind nur einige Worte ausformuliert, während der ganze Sinn des Sinnspruchs sozusagen im Vorsprachlichen bleibt, in dem man schon weiß, worum es insgesamt geht, aber noch nicht die ganze Gedankenreihe ausformuliert hat. Ich spüre aber deutlich, dass die Sache rund ist, dass ich durch komme usw., und schon während des Traumes frage ich mich, ob ich die Prüfung bestanden habe und was das in dem Bereich zu bedeuten haben könnte, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre. Landung als Kabarettist? – Das kommt seit Monaten immer wieder über Mental-Funk, “Kabarett!“

In dem Sinnspruch geht es um drei Phasen der Entwicklung eines Psychoanalytikers – oder dessen Burnout. Phase 1 – ein bisschen die Welt verbessern, Phase 2 – den Klienten kriege ich hin, Phase 3 – ich kann das immer gleiche Gelaber der Typen auf der Couch nicht mehr hören.

Harhar (?) In Anlehnung an die Gestalttheorie könnte man sagen, die Gestalt wäre vollendet – was man eben, ich wiederhole mich bewusst, im Volksmund eine Sache rund machen nennt.

Habe ich bestanden? Was hätte das zu bedeuten? – Keine Ahnung…

PS 14.59 Uhr: Das ist ja cool – die „Brache“ ist nicht bebaut, sondern heißt jetzt Annemirl-Bauer-Platz

Schlüsselerlebnis

19.10.2014

Ein Traum, leuchtkräftig und gut deutbar wie lange nicht! „Leuchtkräftig“ im mehrfachem Sinne; einmal im Sinne von „erleuchtet“, wie etwa das abendliche New York bei Woody Allen, und dann im übertragenem Sinne, etwa wie „Stimmungsaufhellung“.

Das Gebäude „beinhaltet“ in mittlerweile gewohnter traumtypischer Weise mehrere Gebäude aus dem Bereich, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre. Einmal ist es das Haus der ewigen Kindheit, dann erinnert es immer wieder an die Schule, in der ich in der zweiten und dritten Klasse lernte, an das Krankenhaus in Iron Hut City und an mehrere andere Häuser, die ich weder im Traum noch im Wachen identifizieren kann. Der Gesamteindruck ist, wieder einmal, dass die Atmosphäre weitaus intensiver ist als alle in der so genannten Realität erlebten Stimmungen oder, wie es in der Werbung heißt, Anmutungen usw.

Was passiert, wenn ich in dieser schwer zu beschreibenden intensiveren Welt verschwinde oder jedenfalls bleibe? Wache ich dann nicht mehr auf? Diese Fragen nur am Rande.

In einem Seitenflügel treffe ich auf den Mann, der in dem Bereich, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre, derzeit der Vorsteher des Hauses der ewigen Kindheit ist. Er hat diesen fast bis zur Maske gesteigert starren Gesichtsausdruck, mit der er meine Abwehr in Gestalt von Rationalisierung und Ironie ins Leere laufen lässt, kurz gesagt – meine Mätzchen prallen ab.

Er überreicht mir ein großes Schlüsselbund. Sehr viele Szenen des Traumes sind „weg“, aber am Ende schließe ich ein Tor oder dgl. auf.

Ich öffne mich und/oder das HdeK, das in der so genannten „Realität“ über ein Tor dieser Art nicht verfügt? Ich soll übernehmen? Er lässt mich los – ich darf gehen?

(… das war eine der ärgerlichsten Rückmeldungen dieses Herren – gewisse Klienten würden sich nicht aus dem therapeutischem Feld lösen können… ich würde sagen, es handelte sich bei diesen Klienten um etwas „Selbstgemachtes“ – die Betreffenden sind im System Langzeitsozialisierte… und man will oder kann das nicht wahrhaben, weil mittlerweile eine Art subtiler Paradigmenwechsel stattgefunden hat… derartige Paradigmenwechsel müssen mir auffallen, weil ein solcher Wechsel eine Schlüsselepisode in meinem Leben darstellt, indem mein Vater mir gewisse Regeln als eherne vermittelt hat, um dann, als ich etwa 10 war, eine Kehrtwende zu vollziehen… „Erinnern, wiederholen, durcharbeiten“… wer nicht durcharbeitet, wiederholt… und wiederholt… und wiederholt… uuund – ruuuuums…)

Spritzig, in der Tat

15.10.2014

Eine Besprechung, gleichzeitig in einer Klinik und im über einer Produktionshalle gelegenem Büro eines Unternehmens; letzteres scheint eine Reminiszensz an „Syberia“. Ich werde geradezu durchgewunken, weil meine Wortbeiträge offenbar völlig daneben sind; es kommt, wie viele hundert Male in meinen Träumen, kein Kontakt zustande, obwohl Leute zu mir reden und ich zu ihnen.

Die junge Frau kommt mir „gefühlt“ bekannt vor, aber ich erkenne ihr Gesicht nicht wieder. Die Art des Auftretens und des Umgangs mit mir erinnern mich jedoch an meine vorletzte Verflossene, während ich bei ihrem Äußerem an ein „Kopftuchmädchen“ denken muss, das mich vor einigen Tagen in einem Supermarkt zum Grinsen brachte, weil es eine regelrechte Ansprache ins Handy hielt.

Wir hasten durch längere Trakte von Gebäuden, die mir gleichfalls bekannt vorkommen und die ich ebenfalls nicht zu identifizieren vermag. Offenbar sind wieder einige Gebäude aus meinem persönlichem Präteritum und unbekannte Gebäude gleichzeitig enthalten.

Schließlich sitze ich vor einer Art Schülerschreibtisch und auf dem Tisch sitzt die Frau, und sie will mir offenbar einen Schuß setzen. Dass etwas nicht stimmt, ist mir schon auf den letzten Metern unseres fluchtartigen Laufes durch Gänge und Treppenhäuser klar geworden, ich bin aber nicht zu Wort gekommen. Kurz vor dem Einstechen der Nadel in meinen rechten Unterarm bringe ich schließlich lahmen Prostest zustande, indem ich etwas sage wie, ich hätte gedacht, wir wollten nur ficken, worüber ich schon im Traum kichern muss.

Die Szene „hält an“. Ich sehe aus dem Fenster, „atmosphärisch“ erinnert mich der Hof deutlich an meine frühe Kindheit, die Bebauung des Hofes ist jedoch völlig anders. Vor allem erweist sich der Sandkasten bei genauerer Betrachtung als Schacht für eine Interkontinental- oder gar Orbitalrakete, was mich schon im Traum an „SG 1“ denken lässt. Dann schwenkt ein Kran die Raketenspitze auf den Raketenkörper. Diese Spitze ist jedoch ein kegelförmiges Klettergerüst, wie man es auch in dem Bereich findet, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre. Der Kran selbst ist völlig „unpassend“, es handelt sich um eine Art schwenkbar gelagerte Holzstange.

Das scheint ein Tagesrest zu sein. Ich habe gestern in Günter de Bruyns „Abseits. Liebeserklärung an eine Landschaft.“ gelesen; ein Bild eines Bahrschen Anwesens im Buch zeigt einen Ziehbrunnen mit einer ähnlichen langen Stange, in einem Stück aus einem Stamm gefertigt. Das Nichtbestehen der Prüfung zeigt sich wieder im üblichen „Zerfallen“ der Szene, ähnlich der Abblendtechnik im TV usw., bei dem quasi alle Pixel eines Bildes aus dem Bild fallen.

Trotzdem nicht erleuchtet

13.10.2014

Vermutlich eine Herberge oder eine Klinik. ‚Er will nich‘ in die Klinik!‘ kommt denn auch nach dem Aufwachen per Mentalfunk. Ein Zweibettzimmer, und meinem Mitbewohner geht es sehr schlecht. Als ich an sein Bett trete, um wenigstens zu prüfen, ob ich vielleicht eine Krankenschwester holen sollte, will er sich förmlich in sich zusammenstülpen vor Angst, so dass ich schnell auf Abstand gehe.

Was mich schon im Traum belustigt – auf jedem Nachtschränkchen stehen drei Lampen eng beieinander, wie zusammen gebunden; zwei mit biegsamen Hals und eine mit Schirm. Dieses Arrangement ist eindeutig ein Tagesrest; in dem Bereich, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre, habe ich diese drei „tragbaren“ Lampen hier in der Wohnung, in der ich eben diese sinistren Zeilen tippe.

Dann etliche Szenen in den Gängen des Herbergs- oder Klinikgebäudes – alle nicht bestanden…

Im Traum höre ich Stimmen und eine sagt: „Der ist stinknormal!“

13.07.2014

Ja, sehr witzig – ich weiß nur nicht, ob „paradox“ ein „ausreichendes“ Wort für dergleichen ist.

Ich bin gleichzeitig in einer WG des Stammes der Ammoniten und in meiner jetzigen Wohnung. In der linken Hälfte der Wohnung ist eine Mitbewohnerin der letzten mein leibhaftiges Erscheinen bewältigt habenden WG. Ich sehe sie nicht, aber ich weiß, dass sie da ist; sie macht wohl in dem Kabüffchen herum, das eine Küche vorstellen würde, wenn denn Spüle, Herd usw. darin stehen würden. Im Schlafzimmer steht ein sehr großer Monitor, mit einer Diagonale von mindestens 50 Zoll. Das dürfte ein Tagesrest sein, ich habe mich in den letzten Tagen über diese Riesenflachschirme detailliert informiert.

Die Ex-Mitbewohnerin hat eine mit ca. 10 Zentimeter großen Buchstaben auf dem Monitor ausgegebene Botschaft geschrieben, allerdings in Handschrift. Sie ruft dauernd etwas aus der Nichtküche, was ich nicht verstehe. Ich stelle erstaunt fest, dass man den Traum-Monitor wie einen Chatroom nutzen kann. Es wird eine Antwort aus der WG in M. angezeigt, der Hauptstadt Norditaliens. Offensichtlich hat die Ex-Mitbewohnerin darauf gewartet. Ich rufe aufgeregt, dass die erwartete Antwort eingetroffen wäre – ich will unbedingt die Prüfung bestehen. Aber erstens vermag ich den Antworttext nicht zu entziffern und zweitens hört die Ex-Mitbewohnerin mich nicht – nicht bestanden.

Was ausgesprochen ist, ist erledigt, wie Tonio Kröger richtig bemerkt; ich sehe mich im Vollzug störungsspezifischer Symptomatik als Nachfolger Thomas Manns, wir berichteten erschöpfend.

Allein, ich muss es aussprechen – es könnte eine Art Durchbruch stattgefunden haben. Wie ich schon vor Jahren erwähnte, habe ich von den seit 1986 ca. zehntausend gesendeten Traumprüfungen womöglich eine bestanden, mit Hängen und Würgen, wie man so schön bzw. unschön sagt. Ich muss im Foyer des mittlerweile rückgebauten Schülerwochenheims in Iron Hut City unter fünf oder sechs Kindern eines auswählen, womöglich zur Adoption. Buchstäblich im letztem Moment, als ich bereits spüre, dass Szene und Stimmung zu „kippen“ drohen, rufe ich, ich würde alle nehmen und kraftvoller Beifall bricht los.*

Heute könnte ich eine weitere Traumprüfung bestanden haben. In einer Art Labor in einem Kellergewölbe suche ich etwas, von dem ich erst weiß, was es ist, als ich es gefunden habe. Es ist ein Schwert mit einer reliefartigen Beschriftung, die eine Seite der Klinge fast vollständig bedeckt. Das Relief ist völlig unpassend, denn es ist aus Stein, mindestens einen Zentimeter tief und mit Moos bewachsen.

Hier könnten drei Tagesreste enthalten sein. Das Relief dürfte aus den moosbedeckten Ruinen stammen, in denen Lara Croft abenteuerlich zu explorieren pflegt, das Kellerlabor erinnert an Fringe** und das Schwert lässt mich schon im Traum an Hiros Schwert denken. Ja ja, ich rette eben einmal wieder in der Mittagspause die Welt! Es geschieht jedoch etwas bisher in diesen Träumen nicht Erlebtes. Geradezu explosionsartig schlägt die übliche oft kafkaeske, unterschwellig bedrohliche Stimmung um. Ich jubele begeistert „Ich habs gefunden!“, werfe das Schwert in die Höhe und sehe wie durch einen Tunnel in strahlend blauen Himmel.

Ich bin mir aber nicht sicher, dass ich bestanden habe. Ich glaube, da steht etwas mit „Trans-„, ich kann die Mitteilung der reliefartigen Schrift auf der Schwertklinge jedoch nicht gänzlich erkennen. So vergehen die Nächte, die in eingefalteten Mustern des Universums zu verbringen mir gegeben ist…

Amen – und häff fann!

** Ich wollte nicht „stürmischer Beifall“ schreiben, weil ich bei dieser Formulierung Hirnhautausschlag in Form von Hammer, Sichel und Ährenkranz bekomme…
** Bei Watchever hat man die erste Staffel entfernt – sach-, fach- und lachdienliche Hinweise nimmt jede dinosäuerliche Leitfossilienleitstelle entgegen.

(‚… für Mädchen gibt es keine Initiation…‘)*

22.06.2014

Ich bin eine blonde Frau auf der Flucht, die heftig Zigarre pafft. Dieses heftige Saugen ist aber nicht genussvoll, ich spüre den Rauch nicht im Mund und schmecke gar nichts.

Jemand ruft geradezu verzweifelt „Wo sind Sie?“ Ich sehe mich noch einmal in der Traumszene um und rufe zurück, ich wäre in der Dimitroffstraße 24, in der Wohnung vorn links. Das entspricht nicht den Verhältnissen in dem Bereich, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre. Ich habe im oberstem Stockwerk in der Wohnung hinten rechts gewohnt, mit nicht beheizbarer Küche und luftgekühltem Klo ’ne halbe Treppe höher, und: ach, es war schön und es wird nie wieder! Dieser Hausaufgang in der heutigen Danziger Straße 24 (nicht zu übersehen, weil tintenblau gestrichen) dient nicht so oft als Traumkulisse wie Straßen und Plätze in Iron Hut City, gehört aber zu den am häufigsten verwendeten Szenerien für Traumprüfungen.

Ich sehe aus einem Fenster in einen großen Lichtschacht, den es in der realen D 24 nicht gab. Ein sehr großer junger Mann, minimal 2 Meter groß und in weißer Krankenhauskleidung, der mir bekannt vorkommt, den ich aber weder im Traum noch auch im Wachen zu identifizieren vermag, streckt mir seine Hand entgegen, in der er zwei oder drei Tabletten hält, offensichtlich Neuroleptika (an der Stelle nochmals – könnt Ihr vergessen!).

Das ist nur ein Bruchteil der heutigen Traumszenen. Kurz nach dem Aufwachen aber habe ich einen Gedanken, der mir wichtig erscheint. Womöglich erfolgen diese Unterstellungen, ich würde diese und jene „Rolle spielen“, aus gutem Grund. Häufig wird mir ja „Nachspielen“ von Filmen unterstellt, die ich gar nicht gesehen habe. Beispielsweise mache ich auf John Wayne! Ich weiß, dass der Mann Schauspieler ist und wohl vor allem in Western gespielt hat – das ist alles, was ich von ihm weiß; ich habe keine einzige Minute audiovisueller Kommunikate rezipiert, in denen er spielt. Was Max über Moritz sagt, sagt mehr über Max als über Moritz…

Das mit dem Western-Helden ist ohnehin tragikomisch! Ich muss den einsamen Reiter gar nicht spielen, ich bin darauf in den ersten sieben Jahren meines Lebens real konditioniert worden. Dies in der ersten sozialistischen Stadt usw. Ich glaube, etliche rezente terrestrische Hominiden spüren unklar, dass ich etwas austrage, für etwas stehe, bestimmte Entwicklungen gewissermaßen „konzentriert“ vollziehe usw., ob ich will oder nicht. Das scheint zumindest zum Teil dem zu entsprechen, was man in der Soziologie „Sozialcharakter“ nennt. Das hat auch nichts mit Selbstüberhebung und Größenwahn zu tun, denn im Gegenteil habe ich voll die Arschkarte gezogen. Ich bitte meine Ausdrucksweise zu entschuldigen – ich bin Unterschicht, wir reden so!

Vorläufig und provisorisch gesagt, verkörpere ich die typische Entwicklung der Absicherung auf der materiellen Ebene im RealSoz, der Demokratisierung des Materiellen unter Vernachlässigung der Ebene, auf der Befreiung wirklich stattfinden müsste, weil sie die den Menschen als solchen ausmachende Ebene ist, die psychische Ebene. Dies, wie gesagt, in zugespitzter Form; diese Entwicklung ist bei vielen Menschen zu beobachten. Korrekt, der Schizo spielt wieder Dr. Uljanow – bitte verständigen Sie die Gemeindeschwester!

Nun kann man das eben Angedeutete nicht anbringen. „Nicht können“ hier im doppeltem Sinne; einmal im Sinne von Unvermögen und dann im Sinne von „nicht wollen“. „Nicht wollen“, weil, die Dinge so zu sehen hieße, sie zu genau zu sehen; Sinn gemäß, nur fast wörtlich „Hamlet“, Shakespeare; dieser schottische Getränke-Unternehmer, Ihr wisst schon. Immer hübsch an der Oberfläche bleiben, in Klammern Sloterdijk!

Demnach müssen Äußerlichkeiten herhalten. In diesem Kontext hatte ich einen lichten Moment, als ich mir vor vielen Jahren angewöhnt habe, nur noch mit Kopfhörern Musik zu hören und Filme zu sehen. Zudem ermöglicht dies mir altem Stasi, die Leute besser zu belauschen. Viele Monate lang habe ich an meinen mit Techno und Trance angereicherten Musikstückchen gebastelt – man stelle sich vor, ich hätte das mit Lautsprechern getan! Ich hätte zwanzig Anzeigen am Hals und zwar völlig zu Recht, wie ich als Erster zuzugeben bereit wäre. Natürlich nervt es oder ist zumindest nicht jedermanns Sache, Dutzende Male hintereinander dieselbe Sequenzer-Sequenz hören zu müssen. Uffta, uffta, ufftatata – wumm! Sorry! – Aber es gibt andere Möglichkeiten! ‚Der will nich‘ arbeiten, der ist wochenlang besoffen, der hat keine Möbel in der Wohnung‘ usw. usw. usf.; ein Zimmer ist nach wie vor ’ne Abstellkammer mit 18 Bücherkartons und einer Iso-Matte usw.

Mir scheint aber, und dies mein Gedanke heute morgen nach dem endgültigem Erwachen, es ginge bei dieser Unterstellung von Rollenspiel darum, überhaupt Teilnahme am menschlichem Leben zu erzwingen. Das klingt ein bisschen gruselig, gewiss! „Wer hat sich das ausgedacht?“ (Dr. Nina Hagen) Wirklich „die Staaasi!“? Ich werde es wahrscheinlich nie erfahren!

Weiter voran auf bewährtem Kurs! – Häff fann!

* Halluzinagogische Rückmeldung vor etlichen Monden.

Endlich wieder ein männlicher Traum – peng peng!

08.06.2014

„Wir“ haben eine Kanone gebaut. Wer „wir“ ist, weiß ich nicht genau, schon im Traum nicht; deshalb die Anführungsstriche. Es könnten Bewohner der WG in M sein, aber auch ehemalige Mitschüler, oder, wie in Träumen möglich, Vertreter beider Gruppen in jeweils einer Person.

Ich schere, wie so oft in meinen Träumen, im wörtlichem und im übertragenem Sinne aus, falle aus dem Zusammenhang und aus der Gruppe heraus. Damit scheint sicher, dass die Prüfung nicht bestanden ist. Die Aufgabe besteht darin, dass ich mit einem Fahrstuhl ins Parterre fahren und dort die Haustür wieder verschließen muss. Der Sicherheitsschlüssel ist jedoch völlig verbogen und das Schloss ist „zugeschlossen“, während die Tür nicht im Schloss ist; d. h., ich kann die Tür nicht einmal zu ziehen. Nach einigen erfolglosen Versuchen, den Schlüssel gerade zu biegen, gebe ich auf; die Versuche bleiben ohnehin halbherzig, da ich schon weiß, dass ich nicht bestanden habe.

In der Tat ist dann, als ich aus dem Haus trete, von der „Geschützbedienung“ niemand mehr zu sehen, geschweige denn von der Kanone. Ich bin mir jetzt sicher, in Hütte zu sein, und zwar auf dem Hof in der Fritz-Heckert-Straße, an dem ich bis zur zweiten Klasse wohnte. Ein etwa 16jähriges Mädchen kommt mir entgegen und im selben Augenblick, als ich sie wahrnehme, befindet sie sich plötzlich inmitten zahlreicher Mitschüler.

Wie war das gleich? – Wirklichkeit ist Möglichkeit, die zur „Realität“ wird, sobald jemand den Fokus seiner Aufmerksamkeit darauf richtet? Oder so ähnlich? Was das betrifft, habe ich meine Hausaufgaben gemacht, was mir aber zugegebenermaßen auch nichts nützt. Wie gesagt – im nächsten Leben lerne ich einen vernünftigen Handwerksberuf, z. B. Quantenmechaniker.

Das Mädchen gebärdet sich absichtsvoll albern kindlich und ruft im theatralischem Ton „Ich will nach Hause, ich will nach Hause!“, womit sie sich offensichtlich über mich lustig macht. Wieder einmal das Energieerhaltungsgesetz in Sozialsystemen! Als ich so alt war wie die Leute, die sich über Leute wie mich amüsieren, habe ich mich über Leute wie mich amüsiert.

Ich vermute, dass die Kanone etwas mit „Siedler 7“ zu tun haben könnte. Den Gedanken hatte ich auch bereits, dass ich die „Minimal-Kontakte aus sicherer Entfernung“, die meinem Optimum an Nähe und Distanz zu entsprechen scheinen, sinnvoll erweitern könnte, indem ich an Online-Spielen teilnehme. Zudem könnte ein Tagesrest verarbeitet sein, denn ich habe vor einigen Wochen den ersten Teil von „Die Abenteuer des Werner Holt“ wiedergelesen. Diese „klassisch-symbiotische Verklammerung“ Holt und Wolzow usw. – Unser Gundulek wieder! Ein gutes oder ein schlechtes Zeichen, dass ich mich wieder an Träume erinnern kann? – Das wäre doch ’n cooler Serientitel, „Gute und schlechte Zeichen“?! Sorry – little joke btw!

Rückzug aus der Außenwelt? In der Tat scheinen ja die in Iron Hut City stattgefundenen Traumprüfungen nun alle „durch“ zu sein in dem Bereich, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre. Einige glaube ich wieder erkannt zu haben. Zum Beispiel „ist“ das „Schiff“ im Traum vom 22. 09. 2013 in der „Realität“ dieses Schiff. Die in der vorigen Woche geplante Fahrt nach M, bei der ich das Kater-Tier holen wollte und die ich nicht angetreten habe, weil ich kein Geld für die Rückfahrt hatte, scheint Teilen des Traumes vom 28.12. 2013 zu entsprechen.

„Wer hat sich das ausgedacht?“ (Dr. N. Hagen). – Wahrscheinlich werde ich es nie erfahren…

Ich halte es übrigens nicht für ausgeschlossen, dass zahlreiche DaDaeR-Ausreiser ausreisen wollten, weil sie glaubten, der Budenzauber käme von der Stasi; ich darf das, ich bin schizotyp. Die Luft ist raus – auf zur nächsten Runde! Ich vermute, dass ich tatsächlich in diese Situationen völliger Halt-, Kontakt-, Ziel- und Mittellosigkeit geraten werde, die ich in Träumen der letzten Monate überhäufig vorgeprägt fand. Das kommt auch ständig per Mental-Funk, ‚Der Alptraum wird wahr!‘

Weiter voran auf bewährtem Kurs! Häff fann!

Schlag nach – der Schlagsahne…

01.04.2014

Das war Peter Altenberg (wir hatten gute Gespräche!), nicht Heller, wie ich lange geglaubt habe, „Gott denkt in Genies, träumt in den Dichtern und schläft in den übrigen Menschen.“

Dann war ich heute wieder einmal irgendwo zwischen Genie und Dichter. „Das Gedachte“ wirkt, wie ich auch nicht zum erstem Mal erlebe, immer dann ganz klar, wenn ich am Tag zuvor an Grenzen gegangen bin, in irgend einer Weise, körperlich oder geistig. Gestern nun habe ich diesen Hardcore-Einkauf als einsamer Reiter getätigt. Immer am Rande des Aufgeriebenseins, wie es bei Thomas Mann fast wörtlich heißt. Das kam in den letzten Tagen auch wieder sehr häufig als Rückmeldung per Mentalfunk, ich würde mich als Nachfolger von Thomas Mann sehen usw. Wie originell – das hatten wir noch gar nicht!

Ich sitze an einer Hochzeitstafel und sehe dabei mir selbst als Gast zu, bin also Handelnder und Betrachtender. „Das Gedachte“ im eben oben angedeutetem Altenbergschem Sinne lautet fast wörtlich, man würde sich mit Leuten treffen, die man nicht kennen und nicht mögen würde, Sachen essen und loben, die Einem nicht schmecken würden und Dinge sagen, an die man gar nicht glauben würde.

Etwas in dieser Art, fast wörtlich, ein „Tisch-Bonmot“ in der Art Oscar Wildes. Das „Hofnarrenprinzip“! Leute mögen es offenbar oder brauchen es gar, von den Reichen der alten Reiche wie der Alten Römer usw. angefangen, dass man ihnen bei unausgesprochen vereinbarten Anlässen unangenehme Wahrheiten sagt. Das Bedürfnis nach Spiegelung und also im Grunde wieder nach gesehen Werden.

Wie gesagt, nicht ganz wörtlich diese Worte habe ich gesprochen, woran aber das Wesentliche, wie gleichfalls gesagt, weniger im Inhalt bestand, sondern mehr in der Klarheit des im Sinne des Altenbergschen Spruches Gedachten. Ich versuche noch ein zweites Mal, dieses Bonmot zu sprechen. Etwas stimmt wieder nicht, die Szene wird nicht „abgerundet“.

Das war aber wieder nur ein Bruchteil des bunten und wirren wie irren Treibens, das die Göttin in meinen Träumen inszenierte; irgendwie spielte auch Schlagsahne eine Rolle.

Die Schlusssequenz ist schließlich von seltener Klarheit. Ich habe auf diesem Tablet eine Site geöffnet, womöglich die, in die ich eben schreibe, und es erscheinen wie von unsichtbarer Hand getippt die Worte „Das wars. Ende.“ – nicht bestanden…

Altenberg war „draußen“, ein Bohemien, in gewissem Sinn aus allen Regeln und Normen usw. gefallen. Daher, wie ich meine, von ihm dieses Bonmot. Es klingt überspannt, aber ich glaube, in Kulturräumen mit komplexen geistigen Ebenen werden immer auch solche Leute anzutreffen sein. Die werden nicht nur toleriert, sondern auch getragen, weil gebraucht. Es klingt wahrscheinlich noch überspannter, aber mir fällt an dieser Stelle die „Definition“ ein, dass die Arbeiterklasse revolutionär (gewesen) wäre, weil sie nichts zu verlieren hätte als ihre Ketten.

Ja ja, ich sehe mich als Arbeiterführer (im Unbewussten!), ist ja schon gut! Aber natürlich habe auch ich mir schon die Frage gestellt, warum ausgerechnet ich diesen „Budenzauber“ erlebe und andere nicht; andererseits ich mir jedoch sicher bin, wie auch bereits erwähnt, keineswegs der Einzige zu sein. Nun, weil ich „draußen“ bin, aus allen Regeln und Normen gefallen. Das bedeutet aber nicht nur Desintegration voller Ängste und Zweifel, die noch dazu von „denen drin“ oft belächelt, ja, höhnisch bagatellisiert werden; man muss sich doch zusammenreißen usw.! Es heißt auch, den Wald komplex wahrnehmen, den die im Wald vor lauter Bäumen nicht sehen (können).

(… ich träume durchaus noch…)

21.03.2014

… aber es ist „alles weg“… An ein heiteres Detail aus einem heutigem Traum kann ich mich jedoch erinnern. Dr. Helmut Kohl trägt mich Huckepack durch einen großen Raum, der in dieser für Träume typischen Weise gleichzeitig mehrere Räume aus dem Bereich enthält, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre. Heute waren das ein Speisesaal, der wieder einmal sehr nach Kibbuz aussah, und der Saal, in dem die Genossen Tschekisten diese „Karteikartenkarusselle“ zu stehen hatten.

Ich muss am Ende des Saales irgend etwas erledigen und bin mir, Überraschung, ziemlich sicher, dass ich es nicht gepackt habe. Is‘ ’n Traum, sorry – ich habe nichts gemacht, das ist die Göttin!

(… wie gesagt – immer, wenn entscheidende Änderungen in eben dieser „Realität“ anstehen, fehlen mir die Worte, und das hat was Gruseliges… das Bahnticket für nächsten Dienstag ist gekauft und ich bin nach wie vor gespannt, ob ich neugierig bin… irgendwas stimmt nicht…)

(… ich kann wunderbar mit den Leuten, wenn ich weiß, dass ich weg ziehe – zum Beispiel; es geht, Überraschung, um Abgrenzung… ich hatte in den letzten Wochen etliche Erlebnisse von Nähe und Gemeinschaft, die ich nicht für möglich gehalten hätte… es ging dabei gar nicht um mich, vielmehr ich Wehgeh-Mitbewohnern beim Umzug im Hause und bei der Einrichtung ihrer edlen Kemenaten geholfen habe – und siehe: es ward gut… die Bezeichnung „Kemenaten“ verweist auf das Geschlecht der Mitbewohner… aber im Ernst – schicke Stübchen… ich jedoch bin immer bereit für die Evakuierung… aharharhar, lustich… unser Gundulek…)

… falls das Jemanden interessiert (H. Caulfield)…

Bla.

Schwere Geburt

13.01.2014

In einer Art Etagenbett liegt eine mir unbekannte Frau in den Wehen. Die Geburt findet in einer Schule oder dergleichen statt. „Eine Art Etagenbett“, weil die Schlafstatt orientalische Züge aufweist und zudem sowohl an ein Himmelbett als auch an eine Raumschiff-Schlafkoje eines SF-Films erinnert. Wieder einmal wirkt dieser traumtypische Effekt der Gleichzeitigkeit von Personen, Gegenständen, Eigenschaften usw., die nicht gleichzeitig oder am gleichem Ort möglich wären in dem Bereich, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre.

Ich bin, entgegen den meisten meiner Träume, in gutem Kontakt, d. h., es finden wirkliche Dialoge statt, bei denen nicht gewissermaßen „der Ton ausgeblendet“ wird oder mein Gegenüber mich schließlich nicht mehr wahrzunehmen scheint, als wäre ich unsichtbar oder in einer anderen Dimension. Die Atmosphäre ist ungewohnt freundlich, es fehlt die in meinen Traumprüfungen übliche unterschwellige Bedrohung durch etwas Diffuses, Namenloses.

Wie ich schon mehrmals darzulegen mich bemühte, hat diese drohende Atmosphäre mehr Alptraumhaftes als augenfällig schauerliche Details und Effekte, wie man sie etwa aus Horrorfilmen kennt. Ich falle jedoch wieder aus der Situation heraus und dies auch hier im wörtlichem Sinn. Schon im Traum ist mir klar, dass ich jetzt der Gebärenden beizustehen versuchen sollte, so gut es ginge.

Die Gänge vor dem Raum, in dem die Frau in den Wehen liegt, sind mit übereinander gestapelten und ineinander verschachtelten Stühlen völlig ausgefüllt. Ich schlage gewissermaßen eine Schneise in das Dickicht, damit hoffentlich bereits benachrichtigtes geschultes medizinisches Personal zu der Schwangeren gelangen kann.

Natürlich bin ich gleichfalls schon im Traum belustigt von meinen Räumarbeiten im Stuhlgebirge. Ich bin mir aber ebenso klar darüber, dass ich das Wichtige, weil menschlich Angemessene verfehle. Anstatt der Gebärenden beizustehen, indem ich ihr gut zurede, ihre Hand halte usw., „erfülle ich meine Pflicht“, um „Verantwortliche“ herbei zu holen – nicht bestanden…

PS: Freudvolle Fehlleistung – Gebärdende…

Die Deutung dieses Traumes oder zumindest der halbwegs einleuchtende Versuch einer solchen Deutung liegt im Wortsinne nahe; ganz abgesehen davon, dass es um meine Geburt im metaphorischem Sinn gehen könnte. Darüber kann ich aber nicht sprechen, weil ich als Bewohner einer TWG gegen die Schweigepflicht verstoßen würde.

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