2013

Bahnhof verstehen

28. Dezember 2013

Schon im Traum der Gedanke, dass sich so Psychose anfühlen muss. Es gibt Theorien, nach denen Psychotiker den Bereich, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre, wie einen Traum erleben. Ich neige schon lange dazu, dieser These zuzustimmen.

Wieder einmal Bahnhöfe! Neben „realen“ Orten in Iron Hut City das häufigste Motiv in meinen Träumen. Um dieses Motiv zu deuten, bedarf es keiner freudigen Übungen mit Anna Lyse auf der Couch. Aufbrechen, sich in Bewegung setzen, neue Orte und Menschen erkunden usw. Womöglich ist es verfehlt, diesen Antrieb wörtlich, konkret(istisch) zu nehmen und irgendwo hin zu ziehen. Das kann aber gut gehen! Manchmal bewirkt der äußere Aufbruch die wesentliche innere „Reise“. Ich habe dergleichen in unmittelbarer Nähe erlebt. Meine vorherrschende Empfindung war eher Verwunderung darüber, dass „so was“ geht, als Eifersucht.

Dies alles wieder am Rande und nebenbei! Die Bahnhöfe erkenne ich nicht, sie erscheinen mir aber bekannt – ich „komme nicht drauf“… Teilweise sind sie aber wie surrealistische Kulissen zu dystopischen Filmen.

Das könnte ein Tagesrest sein. Ich habe gestern bei YouTube ein paar Ausschnitte aus Monty-Python-Filmen gesehen und musste natürlich an Master Gilliam denken. Kurzum – es braziliert heftig in meinem Traum! Es sind gar „Prüfungen“ wie in PC-Games enthalten. Eine „Rolltreppe“ besteht zum Beispiel aus etwa zehn Meter breiten Spanplatten, die mit Holzleisten zu einem Endlosband zusammen genagelt sind und sich entschieden schneller bewegen als wirkliche Rolltreppen. Ich komme da nicht hoch – Prüfung nicht bestanden.

An einigen Traumorten überwiegen Grün und Rotorange und ich weiß nicht, woher ich das „kenne“. Ich will nach München. Die Bahnhöfe sind jedoch alle U- und S-Bahnhöfe in einer anderen Stadt. Berlin könnte „enthalten“ sein. Im Traum erkläre ich mehrfach, ich müsse nach M. Damit folge ich aber vermutlich wieder einmal einem Fluchtimpuls, was mir gleichfalls schon im Traum klar wird. In dem Bereich, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre, bin ich mir gerade halbwegs sicher, diesen Impuls einigermaßen in den Griff bekommen zu haben, was von anderen Personen bestätigt wird. Man sieht, wieder einmal, – „Realität“ und Unbewusstes sind, milde formuliert, nicht immer deckungsgleich.

Das Übliche! Ich steige in den falschen Zug, ich fahre versehentlich in die Gegenrichtung und wenn ich an der richtigen Station aussteige, um den passenden Zug zu erreichen, bin ich auf einmal auf einem völlig anderem Bahnhof usw. usf. Diese Abläufe kenne ich aus bereits mindestens fünfzig Träumen.

Zudem gehen alle Versuche der Kontaktaufnahme ins Leere. Leute erwarten etwas von mir, das wie immer selbstverständlich scheint und wie immer nur von mir nicht erkannt wird. Zum Beispiel steht eine kleine Gruppe im Eingangsbereich eines S-Bahn-Wagens und alle sehen mich erwartungsvoll an – ich „komme nicht drauf“. Da ich die Prüfung nicht bestehe, löst sich die Szene auf. Dieses in den vergangenen 27 Jahren hunderte Male erlebte Nichtbestehen der Prüfungen ist weitaus alptraumhafter als etwa ein geträumtes totes Baby im Waschbecken, zumal mir schon im Traum klar ist, dass das Baby für mich und genauer für mein inneres Kind steht.

Ich konzentriere mich auf Nebensächlichkeiten. Anstatt mich um das Erreichen des richtigen Zuges auf dem richtigem Bahnhof zu bemühen, ist der dämliche Spießer in mir sauer, dass ich die „falschen“ Schuhe anhabe. Die „richtigen“ sind in einer meiner Reisetaschen, die ich zwischendurch immer wieder verliere. Usw.

Am Ende eines Traumes ein Gespräch bzw. „Gespräch“ mit einer jungen Frau. Bereits im Traum vermute ich, dass sie die „jugendliche Ausgabe“ einer gleichaltrigen Bekannten aus dem Bereich ist, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre. Auch das geschieht sehr häufig in meinen Träumen – mein inneres Kind kommuniziert mit den inneren Kindern realer Bekannter, die im Traum in der kindlichen Gestalt erscheinen, die sie in der Realität tatsächlich hatten. Auch zur Deutung dieses Sachverhalts bedarf es keiner Ausbildung. Es geht um das Kindlich-Kreative in Ottilie Normalverbraucherin.

Ich versuche zu kommunizieren – „aneinander vorbei reden“ wäre untertrieben! Ich flehe die Frau etwa an, mir den richtigen Bahnsteig zu zeigen – sie fragt mich darauf Sinn gemäß, ob ich ein bisschen mit ihr fummeln möchte. Ja, das klingt witzig – Witz als Ausdruck und Ergebnis des Unbewussten, eine der ersten grandiosen Erkenntnisse Freuds. Ich glaube zudem, dass sich hier in gewissem Sinn und Ausmaß weibliche Weisheit zeigt – die Frau bringt auf den Punkt, worum es wirklich gehen könnte. Wohlgemerkt – auch eine Traumbegegnung dieser Art (bzw. leider eben Nichtbegegnung) erlebe ich nicht zum ersten, sondern eher zum hundertstem Male.

Fazit des heutigen Traumes? – Schon im Traum vermute ich und nach dem Erwachen bin ich mir sicher, dass das Schöpferische in mir angeregt werden soll, das furchtbar verdrängt ist. Ich „soll“ jetzt „richtig dichten“, d. h., „wirklich“ kreativ schreiben, eine Geschichte ausdenken usw., nicht „nur berichten“ (wie hier eben vollzogen) usw. – nicht bestanden. Dazu passen die in den letzten Tagen sich neuerlich häufenden inneren Zurufe per Mentalfunk wie ‚Einfacher Arbeiter!‘ oder ‚Schreib als Hobby!‘.

Gute Arbeit, von wem auch immer! Huhu?! „Helf Er sich!“ (Dipl.-Psych. John Wolf Goethe) – Tandaradei!

Traumtraining äffisches Klettern (der Mensch ist als Übender zu denken, siehe Sloterdijk)

10. Dezember 2013

Eine kleinere Stadt im Festtrubel. Es könnte PAF gewesen sein. Es ist aber auch wieder „atmosphärisch“ Iron Hut City enthalten. Ich stehe vor einer Art Maibaum, der völlig verkleidet ist mit zahllosen bunten Tüchern. Die Aufgabe besteht darin, dass ich den Baum oder Mast hinauf klettern muss. Ich beginne gar nicht erst zu klettern, weil ich schon im Traum wütend bin, neuerlich mit einer Prüfung konfrontiert zu sein. Bis in den Traum hinein Generalisierung des Symptoms, hier das der Verweigerung, um den Eltern im Lebens- und Wachstumsverbot zuvor zu kommen und „noch eins drauf zu setzen“ (Blechtrommel-Syndrom, morbus matzerath). – Prüfung nicht bestanden.

Dann wieder ein gleichfalls unzählige Male vorgeführtes Muster. Ich muss irgendwohin zurück, nachdem ich woanders etwas erledigt habe, und finde weder den Weg zurück noch weiß ich, worin der Auftrag eigentlich bestand. Ich klettere dabei über Dächer historischer Gebäude und bediene mich eines gewaltigen Messers, um mich wie mit einem Eispickel festzuhaken. Die Szene erinnert an „Syberia“. Jemand bewundert mich für meine Gewandtheit und ich versuche ihm vergeblich klar zu machen, dass mir die gar nichts nützt, weil ich eben nicht zurück finde – nicht bestanden…

Schließlich noch eine Prüfung zum Erzeugen einer Bindung an einen Job. Ich muss Dokumente kopieren, seltsamer Weise erfolgt die Kopie durch ein Gerät mit einer riesigen Walze wie der in einer Wäschebügelmaschine. Ich werde in der vorgegebenen Zeit nicht fertig – nicht bestanden.

(… dies sind wieder Notizen aus reiner Bosheit – es geht immer weiter! „Die“, wer immer die sein mögen, begleiten mich ein Leben lang, und es wurde mir auch bereits verdeutlicht, was passieren würde, wären „die“ nicht zu Gange… gute Arbeit, ich kann es nur immer wieder sagen, von wem auch immer… huhu…)

Unwille zu trauern (männlich-herb, harzig-holzig)

20. November 2013

Wieder einmal erscheint mein märchenhaftes Stiefmütterchen. Seltsamer Weise kommt sie aus der Nachbarwohnung in der Robert-Koch-Straße 28, während ich im Kinderzimmer bin. Gleichzeitig muss das auch noch ein anderer Raum sein, denn da, wo das Fenster ist, bzw. war, denn der halbe Wohnkomplex wurde inzwischen rückgebaut, ist im Traum eine Terrassentür oder dgl. Ich frage nach Wäscheklammern und sie fragt zurück „Was ist denn ’ne seriöse Serien-Sau?“

Ich bin eher sprachlos verdattert als erheitert. Ich merke aber auch hier bereits wieder, dass die Frage einen sich nicht sofort erschließenden Sinn hat. Es geht womöglich eher wieder um die emotionale Annäherung als um den sachlichen Inhalt der Frage. – „Prüfung“ nicht bestanden…

Zum zweiten Mal in den letzten Nächten erlebe ich im Traum heftige Weinanfälle. Heute erliege ich einem, als ich einen Film sehe, an den ich mich nicht erinnern kann und der sich nicht auf DVD, sondern auf VHS-Kassette befindet. Ich weiß natürlich, was das zu bedeuten hat – das „innere Kind“ ist, wieder einmal, am Abkacken…

Ja – und?!

(… „Können Sie nicht fünf Minuten anders?“…)*

24. Oktober 2013

Eigentlich hätte ich es wissen müssen, aus Erfahrung, dass es voll zur Sache geht, wenn der Budenzauber verschärft wird, aber auch das hatte ich vergessen, und wieder bin ich nicht „gesprungen“. Ich stelle das fest, ich werte es nicht.

Heute aber wurde mir geträumt, ich wäre im Haus der ewigen Kindheit. Ich bin im Foyer mit viel mehr Leuten „angetreten“, in der Tat in militärischer Formation, als in dem Bereich, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre, in das Foyer passen würden. Dieses Antreten könnte ein Tagesrest sein. Es erinnert mich bereits im Traum an die Folge von „SG 1“, in der die Mannschaft des Stargate-Centers nach dem überraschendem Rücktritt von General Hammond zur Begrüßung von dessen Nachfolger General Bauer angetreten ist.

Die Prüfung besteht darin, dass ich einem ratlosen Neuankömmling helfen soll. Das versuche ich, indem ich ihm über die Köpfe der vor mir Angetretenem zurufe, er müsse sich bei Frau W. melden, die würde ihn dann einweisen. An der Reaktion bzw. vielmehr Nicht-Reaktion des Mannes, der zudem knallrot anläuft, als er die angetretene „Mannschaft“ sieht, bemerke ich schon im Traum, dass kein wirklicher Kontakt zustande kommt. Der Mann versteht mich nach einer Weile nicht mehr und es ist neuerlich, als würde man wie bei einer Musikaufnahme langsam den Ton ausblenden.

Diese Art Kontaktverlust habe ich in sicher mehreren hundert Prüfungsträumen erlebt. Schließlich ignoriert der Neue mich auch optisch, obwohl ich ihm noch mit Gesten den Weg zu zeigen versuche. Mit anderen Worten (und das ist sicher sehr überraschend!) – nicht bestanden… Wie ebenfalls üblich, ist diese Episode nur ein Bruchteil der heutigen Traumprüfungen und alle anderen habe ich „vergessen“. Hier noch der Gedanke, dass die Rundum-In-Vivo-Therapie durch den Budenzauber sich unangenehm anfühlen muss, sonst würde ich mich auch daran gewöhnen.

Außerdem glaube ich die Entsprechung in dem Bereich, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre, zum Traum vom 22.09. gefunden zu haben. Dieses „reale Pendant“ ist zeitlich ungewöhnlich dicht am „Traumset“.

(… ich weiß selbst nicht, warum ich derartige Wahrnehmungen immer wieder aufschreibe, obwohl ich weiß, dass mir eh‘ niemand wirklich folgen und geschweige denn aus dem Budenzauber heraus helfen kann… Bosheit, weiter voran auf bewährtem Kurs – was auch immer, es kommt noch schlimmer… ich rechne manchmal allen Ernstes damit, unverhofft verhaftet zu werden wie dieser Typ bei Großmeister Kafka… etwas Ähnliches habe ich übrigens einmal in nächster Umgebung tatsächlich erlebt… ich bin stolz und froh, an dieser unserer Postmoderne als kielgeholt Mitgeschleifter teilhaben zu dürfen – oder sagte ich das schon… danke, danke, danke… häff fann…)

* Dipl.-Psych. N. in den heilend hallenden Hallen des Heiligen Joseph, und: nee, kann ich nich‘ – unrockbar… Hähä.

Rettungswesten anlegen – Fossil an Bord

22. September 2013

Sonntags legt die Göttin noch einmal was drauf… Gott ist tot – die Göttin ist im Schwangerschaftsurlaub!* Ich weiß nicht, wie das geht – diese Traumszenen sind weitaus lebendiger, farbiger usw. als alle Szenen in dem Bereich, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre. Ich bin weitaus mehr „da“ usw. Aber das mit dem Aufsteigen wird kommen, in der einen oder anderen Art. Ja ja, ich bin ein Mankurt.

Zunächst fahre ich mit einem Binnenschiff durch die Straßen. Es ist eines der Schiffe, wie sie die Stern und Kreis in Berlin betreibt. Ich habe in der Kombüse eines dieser Schiffe einige Monate meines Lebens verspült. „Küchenbulle will in die Werbung, hähähä!“; ich habe mir alle gemerkt, die sich amüsiert haben, die kassiere ich nachher ein, hähä, böse, böse.

Gleichzeitig ist das Wasserfahrzeug auch ein Schubprahm, wie er zur Versorgung des Mittal-Werkes in Iron Hut City mit Rohstoffen genutzt wird. Ich habe schon mehrere Traumprüfungen mit derartigen Schiffen auf dem Oder-Spree-Kanal und auf dem Werksgelände nicht bestanden. Wieder diese Ambivalenz – wie absurd, mich als Kapitän einzusetzen, der ich doch keinerlei Vorkenntnisse besitze über das Wissen hinaus, dass die Kompassnadel nach Norden zeigt oder zeigen sollte! Andererseits spüre ich, dass es wieder um diesen Sprung geht. Im Grunde geht es in allen diesen Prüfungs-Träumen um Initiation. ‚Für Mädchen gibt es keine Initiation!‘, kam bereits vor vielen Jahren per Mental-Funk.

Wie – komische „Hallus“? Ja, habe ich doch schon -zig mal gesagt! Diese Initiationsrituale am Übergang von der Kindheit zum Erwachsensein hat mein unmittelbar vorgesetzter Vorfahre mit mir zelebriert, als ich fünf war. Daher „das Kind“, Herr Dr. R., Teilzeit-Chassid. Aber das nur wieder am Rande und nebenbei!

Ich steuere das Schiff über Straßen und Marktplätze. Ohne Wasser – es ist ein Traum! Träume sind die Möglichkeitsform der Realität. Eingefaltete Strukturen und Muster des Universums, die wir im Schlaf berühren. Meine These – aber ich darf das, ich bin schizotyp und auch bereits in einer Einrichtung. Etliche aber sind, denen gelingt es, diese Muster in den Bereich zu zwingen, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre. Wir bewundern sie dafür – es sind „große Menschen“… (?) Das kann jetzt womöglich jede(r). Dies womöglich bedeutet „Wende“, nicht die böse Stasi ist weg und ich kann in Mallorca am Biertisch deutsches Liedungut pflegen. Ja ja – ich habe die Wende verpennt.

Ich demoliere Café-Tische, Schaufenster, parkende Autos usw. Mein innerer Bruce Willis, sorry! Ein Grundmotiv dieser Träume – ich muss irgendwohin und komme nicht an oder habe sogar den Raum, die Stelle, den Ort usw. vergessen, die oft zugleich Start und Ziel der Traumreise sind. Meine Fahrt wird immer wilder und schlangenförmiger – und man gibt auf.

Mehrere taffe Typen in Uniformen von Schiffsoffizieren laufen lachend eine Treppe hinunter, die unter anderem an die Treppe auf dem Bahnsteig in Iron Hut City erinnert, über die man ins Bahnhofsgebäude gelangt. Ich weiß gar nicht mehr, ob das der einzige Übergang ist. Einer der Männer ruft höhnisch „Den Scheitel hatte er ja schon immer!“ Das ist eine Anspielung auf den blonden Athleten Adolf H., was ich auch schon im Traum merke. Dergleichen ist momentan deutsche Vergangenheitsbewältigung – „abhitlern“.

Dann besichtige ich ein Haus, das ich sehr preiswert erwerben oder gar geschenkt bekommen könnte. Das ist ein Tagesrest. Ich habe gestern eine Sendung von sat3 auf YouTube gesehen, in der es um Aussteiger der Amischen ging. Einer der Porträtierten konnte mit seiner Familie mietfrei in einem Haus wohnen, so lange er Obst, Gemüse und Blumen des Hausbesitzers gewinnbringend verkaufte. Die Verwertung dieses Tagesrestes deutet darauf hin, dass ich im Unbewussten mit einem rothaarigen 16jährigem Amischen-Mädchen nach Neuseeland durchzubrennen wünsche. Danke, Dr. Freudlos!

(… „Ein bisschen Spaß muss sein“… – und alle schunkeln mit…)

Das Haus ist vollständig aus akkurat gefertigten, geradezu identischen Holzbohlen-, Balken- und Brettern gefertigt – und es ist komisch. Es erstreckt sich über mehrere Etagen, ist aber innen leer, d. h., es sind keine Etagendecken eingezogen. Nur an einer Seite ist eine Art Podest. Schon im Traum muss ich an den Podest im Klassiker „Half-Life“ denken, über den man in die Halle mit den Tentakeln kommt.

Ich klettere hinauf und stelle fest, dass es an diesem Podest zwei „Innen-Balkone“ gibt. Einer scheint völlig deplaciert, weil aus Beton. Während ich mich darüber wundere, spüre ich deutlich, dass ich es wieder einmal vermasselt habe. Ich bin wieder vom gewünschtem, geplanten, gefordertem usw. Weg abgewichen. Nicht bestanden – Traumende!

Schließlich streichen meine Stiefmutter und ich eine Wohnung – die Traumgöttin pflegt eines seltsamen Humors, ich erwähnte es mehrfach! Ich erkenne die Wohnung nicht, spüre aber, dass sie mit irgend einer Wohnung zu tun hat, in der ich in der Vergangenheit zumindest zu Gast war. Die Wohnung einer Klientin scheint „enthalten“, die ich als Altenpflegehelfer betreut habe. Nein, keine Villa in Bogenhausen, eine Sozialwohnung, aber immerhin in paradiesisch parkartigem Gelände am Isar-Hochufer.

Ich streiche eine der beiden größeren Wände im Wohnzimmer in mildem Lindgrün und die Farbe ist alle, so dass ich wild drauf los zu schmieren beginne. Es bleibt aber ein weißer Fleck. Meine Stiefmutter springt jedoch nicht auf mich los, sondern zeigt mir ein Album mit Hochzeitsfotos (?). Is‘ ’n Traum, wie gesagt, gnihi! Es könnte sich um die Hochzeit meines unmittelbar vorgesetzten Vorfahrens mit dieser hochenergetischen Dame handeln.

Ich spüre bereits wieder im Traum, worin hier die „Prüfung“ bestand und dass ich sie, natürlich, nicht bestanden habe. Mir soll vermittelt werden, dass diese Ehe überaus glücklich gewesen wäre und dass ich einen Knick in der Optik hätte usw. – Traumende!

* Ich meinte hiermit nicht die diesbezüglich beurlaubte Mitarbeiterin des hiesigen Teams, auch nicht „im Unbewussten“, obwohl das ’ne voll coole Braut is‘! – Thx, liebste Couchakrobaten!

Tonne passt ja zu Di(n)ogenes…

17. September 2013

Wie sehr häufig kann ich mich nur noch an Bruchstücke erinnern. Einmal eine Straßenkreuzung in einem Gründerzeitviertel. „Enthalten“ sind unter anderem die berühmte „Ecke Schönhauser“/Danziger und ein Stadtquartier, das ich zwar nicht zu identifizieren vermag, das ich aber gewissermaßen „gefühlsmäßig kenne“. Es ist darin auch etwas von der Königsstraße in Fürstenberg/Oder (Eisenhüttenstadt-Ost). Diese Kreuzung ist zudem nicht nur in der Gegenwart – das traumhafte Gründerzeitviertel ist in der Gründerzeit. Ich bin mir seltsam sicher, dass hier zudem als Tagesreste alte Postkarten aus Königsberg nachwirken.

Dieses „Atmosphärische“ hat mich geradezu überrollt beim unverhofftem Anblick eines alten Fotos aus Königsberg, das auf dem großem Platz vor einem düster monumentalem Hospital aus roten Ziegelsteinen spielende Kinder im Winter zeigte. Mir scheint neuerlich, dass man dieses Atmosphärische womöglich malen oder filmen könnte, während Worte nur einen kläglichen Abklatsch bieten.

Man könnte natürlich wieder einwenden, diese kleinen Beispiele von „Epochenverschleppung“ (Gregor von Rezzori)* wären an den Haaren herbei gezogen, aber ich glaube das einfach nicht mehr. Überhaupt ist wieder dieses schwer in Worten erfassbare Atmosphärische das Entscheidende. Ich „kenne“ diese Stimmung, diese „Anmutung“, wie es in der Werbung heißt, natürlich aus der Kindheit. Aber das Gefühl in diesen Traumlandschaften ist weitaus stärker, als es je war in dem Bereich, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre. In dieser so genannten Realität war ich nie, oder nur in Ansätzen oder für winzige Momente, derart „intensiv anwesend“, einfach „da“. „Glück ist ganz da sein“, Johannes R. Becher. Wie gesagt, er kannte z. B. Csíkszentmihályi mit seinem Konzept des „Flow“ nicht und konnte ihn gar nicht kennen. Usw.

Ich begegne einem Mitklienten aus dem Stamme der Ammoniten. Ich knalle ihn weg, was zunächst nicht wörtlich gemeint ist, im Sinne körperlicher Gewalt, sondern im Sinne heftiger Abwehr emotionaler Annäherung. Dann bringe ich ihn jedoch um, indem ich ihn in Unmengen Schokolade transformiere. Mit der Schokolade wird ein etwa 10 Meter hohes und vier Meter breites Tor in Form eines auf dem Kopf stehenden hohlen „U“ mit nicht abgerundeten Ecken ausgegossen. Dieses Tor steht in einer Halle, die mir wiederum gefühlsmäßig bekannt vorkommt, die ich aber nicht zu identifizieren vermag.

Als ich aus der Halle heraus trete, stehe ich auf einem dicht bewachsenem, genauer gesagt: bepflanztem Hügel. Die Pflanzen könnten Wein sein, aber auch Hopfen, was dann eine Reminiszenz an die Hallertau sein dürfte, in der ich zwei Jahre geklebt** habe. Die Stadtlandschaft am Fuße des Hügels kommt mir auch bekannt vor, aber ich kann sie gleichfalls nicht identifizieren. „Enthalten“ ist aber ein Ausblick aus meiner Vorschulzeit, als mein Vater mit mir ins Dreiländereck südlich Dresdens in den Urlaub gefahren war. Er war dort damals deutlich aufgelebt, ja, „zur Hochform aufgelaufen“, ebenso wie meine Mutter bei der einzigen Urlaubsfahrt mit mir nach Berlin. Die traumatisierten Kriegskinder durften bei Verwandten und Bekannten im Urlaub in ihren Kindheitslandschaften ein paar Tage Kind sein. Ja ja, an den Haaren herbei gezogen! Unser Gundulek…

Ich drehe mich auf dem Hügel um und sehe auf der Hügelkuppe ein grün gestrichenes Gebäude mit einem Turm und zwei Seitenflügeln. Auf dem Turm in der Mitte steht etwas mit „SS“, wobei die beiden Buchstaben durch diese unwohlbekannten Runen gebildet werden. Ich bin sowohl erheitert als auch angeschauert, habe aber das groteske Gefühl, etwas in dieser Art erwartet zu haben.

Dann ein Schnitt und ich laufe mit einem jungem Mann durch eine herunter gekommene Stadtlandschaft, die aus zahlreichen Film- und Gamelandschaften „zusammen gesetzt“ ist oder diese „enthält“, unter anderem aus „Ghost Dog“, „Elysium“, „König der Fischer“ und „Dreamfall“. Zusammen gesuchtes Holz brennt in Blechtonnen, an dem sich wenig erfolgreiche Zeitgenossen in nicht ganz sauberer und nicht ganz dem Trend entsprechender Kleidung zu wärmen versuchen. Wie alle jungen Männer in meinen Träumen ist mein Begleiter sowohl von mir amüsiert als auch von deutlichem Respekt erfüllt. Die übliche Papa-Übertragung, kann man nichts machen. Dabei bin ich doch selbst „irgendwo“ noch der fünfjährige Junge, der nach dem Vater sucht, der ihn im Wald hat stehen lassen. Unser Gundulek…

Als der junge Mann mich auf ein besonders markantes Detail des „Bühnenbilds“ hinweist, welches, habe ich vergessen, sage ich etwas wie, das wäre, ohne Zynismus gesprochen, eben die Marktwirtschaft. Der junge Mann schüttelt sich vor Lachen. Ich bin darüber ebenso heimlich erstaunt wie über seinen Respekt meiner Person gegenüber. Er kennt mich halt nicht richtig…

Auch diese Szene bricht abrupt ab. Das Grundmotiv aller Szenen der heute gesendeten Träume aber ist mir unwohl bekannt aus tausenden Träumen – ich muss an einen Ort zurück finden und kriege es nicht gebacken. Heute habe ich sogar den Namen des Start- und Zielortes vergessen. Ich erwähne einmal Augsburg, weiß aber schon im Traum, dass ich voll daneben liege.

Kurzum – nicht bestanden, wie üblich…

** Mir ist durchaus klar, dass von Rezzori dieses Wort nicht ganz in dem hier von mir verwandtem Sinne meinte, aber trotzdem – passt schon…
** Gnihi. – Diese freudvolle Fehlleistung lasse ich jetzt stehen!

Zuviel genascht beim Kuchenbacken/jetzt läuft er in die Buchen, kacken (sorry, Unterschicht)

02. September 2013

Völliges Durcheinander und ich kann mich an kaum was erinnern. Seltsamer Weise immer wieder die albern gereimte Formulierung „Latent flatulent!“ Sie wird mehrfach von verschiedenen Personen laut ausgesprochen und in verschiedenen Traumsequenzen, die inhaltlich nichts miteinander zu tun haben.

Ich hatte keine Blähungen… Sorry, aber ist doch menschlich, kann man drüber sprechen, bla. Gut, dass wir drüber gesprochen haben! Ich habe allerdings gestern befürchtet, gar lustig Leibes-Winde knatternd flattern lassen zu müssen, nachdem ich anlässlich der 52. Wiederholung meines Erscheinungstages unter wohlwollend gestrenger weiblicher Aufsicht zwei Pflaumen-Kuchen gebacken hatte. Angeblich haben die geschmeckt, und sie waren auch schon nachmittags alle. Aber ich bin diesbezüglich sehr misstrauisch, was jedoch Bestandteil des Störungsbildes ist. – Es geht allen immer noch gut!

Dann bin ich wieder einmal im halben Zimmer der Wohnung in der Robert-Koch-Straße 28 in Iron Hut City, dem Kinderzimmer. In dem Bereich, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre, ist der Block abgeri… – rückgebaut worden. Ich bin echt froh, 2008 paar Bilder gemacht zu haben. Die „dekadente“ Qualitatiefe der Pics passt irgendwie schon! Rasen-Flächen, wo einst Wohnhäuser standen, sowohl in Königsberg/Kaliningrad als auch in Eisenhüttenstadt/Iron Hut City. Schöne deutsche Kontinuität! Ja ja, ich bin ein Demagoge – im Auge behalten!

In schon mehrfach angedeuteter für Träume typischer Weise „beinhaltet“ das Zimmer mehrere Räume. Unter anderem bin ich in dieser Herberge. Ich erkenne im abgedunkeltem Raum mindestens drei Doppelstockbetten. Außerdem „spüre ich eine Anwesenheit“. Konservativ-„klassische“ Psychiater würden diese Wahrnehmung sofort als typisches psychotisches Symptom deuten.

In der „geahnten Wesenheit“ sind in gleichfalls für Träume typischer Weise zwei Wesen enthalten, einmal der Fachkater Ramses Kabelbeißer und dann mein Stiefbruder. Korrekt – beide nehme ich nicht als eigenständige Wesen im eigenem Recht wahr, sondern als Übergangsobjekte. Wunderbar, Herr Dr. Freudlos, wie Sie das wieder exploriert, reflektiert und verbalisiert haben! Ich könnte Luftsprünge vollführen auf der Couch! (… sorry… „Da ist viel Wut, da ist viel Wut! Das ist was ganz Altes – bringen Sie das in die Gruppe!“…) Ich spüre neuerlich diese unausgesprochene Forderung, etwas tun zu müssen, was für jeden außer mir selbstverständlich zu sein scheint. Ich komme aber nicht drauf – nicht bestanden. Wieder einmal diese merkwürdige Spaltung zwischen „Realität“ und „Budenzauber“. In dem Bereich, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre, erhalte ich gerade positive Rückmeldungen, es „läuft ganz gut“ usw. Die In-Vivo-Therapeuten dagegen verdeutlichen mir, dass diese Wahrnehmung oberflächlich und dass längst etwas ganz Anderes dran ist usw.

Es ist zum ruckartigem Umkehren der Transportrichtung der Speiseröhren-Peristaltik – und das ist aber zugegebenermaßen auch nichts Neues.

Bla…

Maskeradwanderungen

28. August 2013

In der Nacht zu gestern war ich der Maskenbildner von Robert de Niro. Das klingt wieder sehr witzig, aber das wurde mir geträumt! Ich habe eine Maske regelrecht „abgeschält“, und zwar in Stücken, die wie Sergeanten-Winkel aussahen. Das könnte ein Tagesrest sein; ich habe in den letzten Tagen fast vollständig „SGU“ gesehen. Viele Fans der Stargate-Serien scheinen enttäuscht von diesem Spin-off. Ich finde, die Macher sind zur Hochform aufgelaufen. Man erlebt Spitzenschauspieler wie Carlyle und die Episoden haben manchmal beinahe etwas Kammerspielartiges. Jedoch haben die ersten beiden Staffeln nicht genug Quote gebracht und wurden nicht fortgesetzt. Aber das natürlich nur wieder am Rande und nebenbei!*

Heute Nacht dann wieder „Heimattour“, Landen, Ankommen usw. Ich wandere über die Insel in Hütte und durch größere Waldstücke um Iron Hut City herum.

Zwei Personen begleiten mich, von denen ich spüre, dass ich sie aus meinem persönlichem Präteritum kenne, die ich aber nicht zu identifizieren vermag. Genauer gesagt begleitet mich ein Typ, der mein unmittelbar vorgesetzter Vorfahre sein könnte, und ich begleite eine junge Frau, die eine ehemalige Klassenkameradin sein könnte. Ich finde Blaubeeren und stelle verwundert fest, dass es Kultur-Heidelbeeren sind. Sie sind um einiges größer als die im Wald „wild“ wachsenden, beinahe so groß wie Kirschen. Schließlich finde und pflücke ich eine Walderdbeere und erlebe diesen „Ruck“ (sorry, Herr Herzog!) seltener spontaner Gesten und Handlungen. Obwohl mir das Wasser im Munde zusammenläuft, reiche ich die Beere der jungen Frau. Sie nimmt die Frucht nicht nur sofort dankbar entgegen – sie isst sie mir aus der Hand. Wie gesagt – die Weltgeistin pflegt zuweilen eines seltsamen Humors! Das Wesentliche an der ganzen Szenen-Folge aber ist, dass die „übliche“ drückende, unterschwellig bedrohliche, ständig auf die Möglichkeit eines „Absturzes“ usw. verweisende Atmosphäre fehlt. Die „Anmutung“, wie es in der Werbung heißt, ist in diesen Episoden freundlich-entspannt und dgl. Diese Stimmung ist in meinen Prüfungsträumen außerordentlich selten.

Dann bin ich in einer Art Waldsiedlung, die jedoch nicht mehr in oder um E-Stadt steht. Auch diese Szenerie könnte ein Tagesrest sein, der vom Sternen-Tor herrührt. Eines der Häuser, die ich erkunde, erweist sich als vollständig aus Pappe und Pappmaché errichtet. Das legt natürlich die Assoziation „Bühnenbild“ nahe. Zudem sind die Wände innen vollständig mit Zeitungsausschnitten beklebt, vor allem aus Illustrierten. Ich muss wieder einmal in irgend einen Raum oder zu einer bestimmten Person. Ich schere aber wieder aus, verlaufe mich, komme nicht an.

Prüfung nicht bestanden, wie üblich… Aber immerhin auch hier diese freundliche, entspannte, herzliche usw. Atmosphäre!

* Ich stehe nicht auf Blonde, ich stehe überhaupt nicht auf Frauen, weil ich das brutal finde, aber First Lieutenant Johansen hat ja voll was! – Nun lasst Old Ron doch das bisschen fun…

Ich lese ein handschriftliches Manuskript von C. G. Jung

22. August 2013

Ja, das ist witzig – aber das wurde mir echt geträumt! Der Text ist der „Schlüssel“ zu dem Gruppengeschehen wenige Meter neben mir. Ich bekomme ihn aber nicht „entschlüsselt“ – nicht bestanden…

Dann bin ich in einem Tunnel. Das könnte ein Tagesrest sein. Dieses Mal ist der Tunnel jedoch keine Anspielung auf SG 1. Vor einigen Tagen habe ich einer Blog-Freundin ein bemerkenswertes Buch von Wolfgang Welsch empfohlen, das nicht nur Philosophie-Studenten echte Orientierung geben könnte. Nun gibt es einen Fluchthelfer mit demselben Namen. Mir wurde schon des Öfteren von Republikflucht geträumt und es ging eben nicht um Ideologie, sondern um die psychische Dynamik des nach Draußen, ins Freie usw. Kommens. Selbstredend habe ich diese Prüfungen besonders kläglich nicht bestanden. Etliche sind immer, die richten sich ein in ihren Zellen gerade dann, wenn es „nur“ metaphorische sind.

Gleichzeitig ist diese Szene eine Theaterprobe. Auf einem Pferd sitzt eine schöne Frau, die zwar altertümlich gekleidet ist, deren kräftige Beine aber fast nackt sind. Ein Mann steht neben ihr und fährt ihr eher fürsorglich als erotisch bedürftig mit den Händen unter die Röcke. Der Mann ist ein unbekannter Held, dem ich von der „Kameramann-Position“ aus zusehe. Gleichzeitig, wie das in Träumen immer wieder geschieht, bin ich der Mann und sehe mir selbst zu. Der Mann spricht zu der Frau „gestelzt“, in gehobener, rhythmischer Sprache, aber ohne Reime. Den Inhalt der metrisch geordneten fossilen Rede habe ich vergessen. Die Szene löst sich in der unwohl bekannten Weise auf, die darauf hindeutet, dass ich nicht bestanden habe. Seltsamer Weise höre ich aber einen Schrei, der womöglich aus dem Bereich kommt, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre.

Das war nur ein Bruchteil der heutigen bunten Szenerie in dieser erstaunlichen Gegen- und Anderwelt des Schlafes, von dem immer noch keiner weiß, warum er nötig ist.

(… Mauern…)

13. August 2013

Zunächst das „Übliche“ – ich finde meinen Platz nicht, finde nicht zurück usw. Das Haus des Geschehens beinhaltet in gleichfalls traumtypischer Weise mehrere Gebäude aus dem Bereich, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre. „Enthalten“ sind die Schule, in der ich in Iron Hut City in der zweiten und dritten Klasse gelernt habe, das Schülerwochenheim in Hütte, das Haus der ewigen Kindheit usw.

Ich finde mein Zimmer mit meinem Bett nicht mehr. In einem Bett eines der Zimmer, durch die ich suchend irre, liegen mindestens fünf junge Leute um die 25. Eine Frau kenne ich als Mitklientin aus dem Haus der ewigen Kindheit, gleichzeitig „ist“ sie eine Mitschülerin aus der vierten bis zehnten Klasse. Sie grient mich an und ihr weißes Höschen blitzt unter dem Rock hervor. Ich bemühe mich, meine Erheiterung über dieses Gruppen-Kuscheln unter der Decke zu verbergen. Gleichzeitig habe ich dieses in allen diesen Träumen unterschwellige Empfinden – kein Ort für mich, nirgends. Prüfung nicht bestanden…

Dann ein langer Gang, in dem unter anderem „enthalten“ sind der Kompanieflur in der Kaserne, in der ich bis Oktober 1983 zwei Jahre lang zugange war und ein Gang in den Heilenden Hallen des Heiligen Joseph usw. Eine strahlende „Energiekugel“ fliegt durch den Flur. Sie wird geschleudert von einem Mann, in dem unter anderem der langjährige Vorsteher des Hauses der ewigen Kindheit „enthalten“ ist. Jetzt mache ich genau das Falsche – ich weiche aus, obwohl ich die Energie empfangen soll. Es erübrigt sich ein Hinweis auf das Bestehen der Prüfung.

Es erfolgt ein Kommentar, der aber nicht von dem Werfer gesprochen wird, sondern gewissermaßen aus dem Off kommt, „Keine Vererbung!“ Das könnte erstens heißen, ich wäre nicht konstitutionell gestört, die Störung wäre nicht angeboren, zweitens, dass keine Weitergabe erfolgen würde, weil ich keine Kinder hätte und schließlich drittens könnte mir mitgeteilt worden sein, dass ich die „Energie“ des „Werfers“, seine Begabung, sein Wissen usw., nicht zu übernehmen vermocht hätte. Dann ist da eine Szene mit einer Umarmung einer dicken Frau. „Im März wieder!“ sagt die Frau. Ich finde das schon im Traum lustig – habe aber natürlich wieder nicht bestanden…

Kabaretter on tour

13. August 2013 (Nachtrag vom 12. August)

Es ist ein Unfall passiert, jemand ist kollabiert usw. Dies in einer Schule, einem Ferienlager oder dergleichen. Ich verharre aber noch gewissermaßen in Bereitschaft, weil ich aus irgendeinem Grund nicht zu der oder dem Verunglückten kann. An einem Tisch ein paar Meter von meiner Warteposition entfernt sitzen zwei etwa 30jährige Männer, die gekleidet sind wie die Blues Brothers oder die „Men in Black“. Das könnte ein Tagesrest sein, denn ich habe gestern Abend „In den Straßen der Bronx“ gesehen.

Die beiden Männer praktizieren diese leicht aggressive Veräppelung, mit der sie gewissermaßen zum Mittun einladen wollen. Einer sagt, seltsamer Weise sogar mit leiser Hochachtung: „Der dient sich immer weiter nach unten!“ Mit „der“ bin natürlich ich gemeint. Außerdem ist in der Szene die unausgesprochene Feststellung spürbar, dass das ja klar gewesen und bei mir nichts mehr zu machen wäre usw. Mit anderen Worten war das wohl die Prüfung für die unlängst von mir nach einem „Zufallsfund“ erwogene Ausbildung zum Rettungsassistenten – nicht bestanden…

Dann einer dieser Paradox-Träume. Ich stelle im Traum im Friedrichshain Post oder Zeitungen zu. Ich bin wütend erheitert, weil „das so kommen musste“, denn Traumprüfungen mit diesem Job habe ich in den letzten Jahren bereits einige Male durchlaufen und nicht bestanden. Einer dieser Träume beinhaltete eine Szene auf dem Hof in der Boxhagener Straße im Friedrichshain, auf dem sich in dem Bereich, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre, tatsächlich ein Verteil- und Zustell-Zentrum der Deutschen Post befindet oder zumindest befand.

Im Traum stand da ein riesiges futuristisches Gebäude, eine Art Postpalast. Passt schon – Ihre Majestät Koskator geruhen zuzustellen. Ich bin ja in der Wiege vertauscht worden, wir berichteten, und eigentlich von edlem Geblüt… Dann merke ich im Traum, dass ich „nur“ träume. Die Szene löst sich in dieser unzählige Male beschriebenen Art und Weise auf – nicht bestanden. Ich sollte wohl wieder irgend ein Ziel erreichen, ein bestimmtes Haus usw., und bin vorher ausgeschert und damit aus der Situation heraus gefallen.

Hier noch einmal der Hinweis, dass alle diese Filme und Bücher, in denen wie zum Beispiel wie in „Inception“ Teile des Budenzaubers vorkommen, Jahre, wenn nicht Jahrzehnte nach dem Beginn meiner In-vivo-Therapie auf den Markt geworfen wurden, wie es so schön bzw. unschön heißt. Ich bin immer wieder überrascht, dass immer wieder selbst hochnotseelenpeinlich diplomierte Leute überzeugt scheinen, mein Unbewusstes tief ausgelotet zu haben mit der Unterstellung, ich würde in Vollzug meiner hysterischen und neuerdings histrionischen Strukturanteile „Rollen“ aus Filmen und Büchern spielen. Mitnichten aber tue ich dies – es ist alles tragikomisch bitterer Ernst. Huhu?!

Manchmal denke ich, und das ist kein Selbstmitleid, sondern Versuch der Selbstbild-Korrektur, ich wäre für gar keinen Job geeignet. Und wenn er irre ging, so geschah es, weil es für etliche einen rechten Weg überhaupt nicht gibt, fast wörtlich „Tonio Kröger“. Das ist nicht darauf zurückzuführen, dass ich nichts kann usw., sondern hat damit zu tun, dass keine wirkliche Bindung zustande kommt. Darum ging es ja in diesen mittlerweile tausenden Prüfungsträumen – Herstellen einer Bindung an eine Tätigkeit oder eine Person. Gute Arbeit, wer auch immer da zu Gange ist! „Wer hat sich das ausgedacht?!“ (Dr. Nina Hagen) Nochmal 27 Jahre halte ich den Scheiß auch nicht durch, aber bisschen mache ich noch.

Sellerie ist was fürs Leben – oder so ähnlich…

Kunterdummes Allerlei

09. August 2013

In einer Szene bewege ich mich sehr schnell, ohne wirklich zu laufen, an einer Leine, die aus einer halb mit Dornen und halb mit Blüten besetzten mehrere Dutzend Meter langen Ranke besteht. Das ist das einzige Bild, an das ich mich deutlich erinnern kann, und es macht vielleicht 5 % der heutigen Traumprüfungen aus. Wieder sehr viele Gründerzeitquartiere, sowohl in Berlin als auch in einer mir unbekannten Stadt. Vermutlich hätte ich mich von der „pflanzlichen Leine“ los reißen müssen – jedenfalls nicht bestanden… Dieses Dornröserich-Bild hat fast ein bisschen was von Dalí. Es geht nicht ums „berühmt werden“ usw., wirklich nicht; ich will „nur“ versuchen zu vermeiden, als Hilfsarbeiter in die ewige Großgruppe abberufen zu werden…

Ich frage mich jedoch immer wieder – wo ist „das“ im Zustand relativen Wachseins?

Wahrheit immer dichter – Dichtung immer wahrer…

04. August 2013

Eine Prüfung ähnlich der, der ich mich vor wenigen Tagen zu unterziehen hatte in dem Bereich, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre. Es geht um das Erkennen eines gemeinsamen Merkmals von drei Gegenständen usw. Der Prüfende ist eine Person aus meiner Vergangenheit, die ich weder im Traum noch auch jetzt im Zustand relativen Wachseins erkenne; ich spüre jedoch deutlich, dass er eine real existierende Person ist, wenn vielleicht auch keine sozialistische. Ein gemeinsames Merkmal könnte etwa sein, dass sowohl ein Baustellenzaun, ein Bilderrahmen und ein Bücherregal Holz enthalten. Einer der mir vorgeführten Gegenstände ist tatsächlich eine Baumscheibe, an die anderen erinnere ich mich nicht mehr. Schnell genug wird mir klar, dass „enthält“ eine Falle ist. Es ist ironisch konkretistisch gemeint – alle drei Worte „enthalten“ ein „B“ als Anfangsbuchstaben.

Zwei Details sind sehr merkwürdig. Erstens nimmt der Prüfende einen zweiten Anlauf, ohne, dass ich deshalb die Prüfung nicht bestanden hätte. Es kommt immer einmal wieder vor, dass mir eine zweite Chance gewährt wird. Der Mann setzt sogar zum zweitem Mal an, bevor er beim ersten Anlauf zur eigentlichen Prüfung gekommen ist. Beide Male kommt er aus einer kleinen roten Tür, die eindeutig einen Tagesrest darstellt. Diese Tür erscheint mehrfach in den Alpträumen des Haupthelden eines gestern von mir gesehenen Filmes. Der Prüfende spricht in diesem Ton zwischen leise verachtungsvoller Drohung und gewissermaßen „Einladung zur Mitarbeit“, den die Genossen Tschekisten zur Perfektion entwickelt haben. „Wasmachnsienhier?“ usw. Dieselbe Grundhaltung ist in seinem Nicken in dem Moment, als ich den „Trick“ mit dem Buchstaben als gemeinsamen Merkmal bemerke. Offenbar habe ich bestanden und sogar mit Leichtigkeit – was mir aber schon im Traum nicht geheuer ist und jetzt erst recht nicht…

Außerdem wird die Szene sofort wieder abgewertet. Im Hintergrund höre ich spöttische Bemerkungen, unter anderem etwas mit „Manta“, womit, natürlich, das Modell von „Opel“ gemeint ist. Mit anderen Worten – der Proll Koske drängt an die Uni oder etwas in dieser Art. Auch dieses Traumdetail beruht auf einem Tagesrest. Ich habe seit einiger Zeit als Desktop-Hintergrund dieses Bild, weil Tarantino zwar durchgeknallt, aber ein Genie ist sowie Miss Winstead zum Knutschen auch ohne den in diesem Streifen praktizierten süßen Höschenblitzer und dergleichen sexy Glasnost; lasst Old Ron doch das bisschen harmlose Freude…

Da ich nicht weiß, was ich von dieser unerwartet bestandenen Prüfung halten soll – häff fann!

Bussi, Bussi (Version Blumenkind)

31. Juli 2013

Ich bin Mitglied eines Sonderkommandos von etwa 20 Leuten, das seltsamer Weise in einer typischen Lauben-Siedlung vorrückt. „Typisch“ in dem Sinne, dass die Besitzer der Gärten und Datschen seit Jahrzehnten Gärten und Datschen hegen und pflegen, so dass es trotz vorhandener Gartenzwerge schwer fällt, das entstandene kleine Paradies mit Worten wie „spießig“ usw. abzuwerten. Die Aktion wird abgebrochen vom Einsatzleiter, so dass ich einerseits nicht von nicht bestandener Prüfung sprechen kann, andererseits aber auch kein Ergebnis vorliegt.

Der in diesem Traum verarbeitete Tagesrest ist eindeutig erkennbar. Ich habe gestern einige YouTube-Videos über die Reaktionen in Ost und West auf den Terroranschlag bei den Olympischen Spielen 1972 in M gesehen, unter anderem über den Aufbau bis dahin nicht vorhandener Spezialkommandos.*

Dann bin ich mit einer Horde wilder bunter Leute in einem dieser legendären um- und ausgebauten Busse und werde mehr mit geschleudert als mitgefahren.

Ach, Leute – Old Ron ist doch unrockbar! Der Bus hat vorn und hinten eine Fahrerkabine. Zunächst sitze ich am unbesetztem Ende, d. h., der Fahrer sitzt ganz hinten und „schiebt“ den Bus sozusagen wie einen Schubprahm etwa auf dem Kanal in Iron Hut City. Vermutlich ist das bereits eine Prüfung. Der Typ, dem ich bereitwillig Platz mache, als er schließlich zu mir nach vorn kommt, um das Steuer zu übernehmen, macht aber keinerlei kritische, sarkastische usw. Anmerkungen. Womöglich habe ich doch nicht alles falsch gemacht. Wenige Male sehe ich nach vorn aus dem Fenster. Nicht zu schnell gefahren, nur zu tief geflogen – wie gesagt. Die Truppe von Punkern usw. ist außer Rand und Band, offenbar aber nicht breit oder high. Ich mühe mich um einige Grimassen, die teilnehmende Erheiterung vortäuschen sollen. Dann fahren wir mit dem Bus in eine Lager- und Werkhalle, die eindeutig eine Anspielung auf SG 1 zu sein scheint.** Die Halle ist voller Menschen und Geräte. Plötzlich hat der Bus eine Art Ladefläche und es soll ein riesiger Motor aufgeladen oder gar eingebaut werden. Es könnte ein Schiffsdiesel oder dergleichen sein.

Jetzt passiert etwas für meine Träume Typisches. Ich schere aus, weiche vom Weg ab usw. im wörtlichen und im übertragenem Sinne. Das heißt hier konkret, ich entferne mich von der Gruppe und dem Bus und falle damit derart aus der Situation heraus, dass bereits das Nichtbestehen der Prüfung vorgezeichnet scheint. Ich verlasse die Halle durch einen Ausgang in einer Ecke und stehe in einem Treppenhaus, das mich an die Studentenstadt erinnert. Das Treppenhaus hat nicht nur „geplant“ bunte Wände, sondern ist zudem von oben bis unten mit Graffitis und Kritzeleien bedeckt.

Während ich durch die Tür gehe, läuft ein Typ mit Dreadlocks an mir vorbei und macht kurz vor der Treppe einen Luftsprung. Er betritt aber nicht die Treppe, sondern verlässt das Haus durch eine Tür, die auf für Träume typische Weise plötzlich da ist. Während er im Türrahmen an mir vorbei federt, steht ebenso plötzlich ein riesiger dicker Mann neben mir, dem der Typ mit den Dreadlocks mit sichtlichem diebischem Vergnügen kraftvoll auf den Arsch klatscht. Gleichzeitig nehme ich aus den Augenwinkeln an einer der Geräteinseln mit Drehbänken, Bohrmaschinen usw. ein etwa 12jähriges Mädchen wahr, das einen Mann in eine Maschine einweist, völlig unpassend bekleidet mit weißem Höschen, weißen Strumpfhosen und weißem Rollkragenpullover. Offenbar ist sie aber eine Art technisches Wunderkind, denn der Mann hört angestrengt zu.

Schließlich stehe ich allein in dem Treppenhaus und es sind auch keine Geräusche mehr zu hören, obwohl die wenige Meter entfernte Tür zu der Halle mit dröhnenden Motoren und Maschinen weit geöffnet ist. Wie sich schon in meinem „Ausscheren“ andeutete, bin ich wieder einmal völlig aus dem Zusammenhang gefallen – Prüfung nicht bestanden…

** Die Rezeption dieser audiovisuellen Kommunikate deutet nicht auf den unbewussten Antrieb des fossilen Klienten, etwa die vorbildhaft blau gewandete Frau Merkel mit roten Farbbeuteln zu bewerfen. Usw. Thx!
** Es ist mir nicht geheuer – ich habe „wir“ geschrieben…

In der Nacht zu gestern habe ich nach New York telefoniert

30. Juli 2013

Genauer gesagt, habe ich das mehrfach versucht. Seltsamer Weise hatte die Telefonnummer nur fünf Ziffern, wobei bei einem Versuch die ersten beiden Ziffern „77“ waren, bei einem weiterem Versuch die letzten beiden Ziffern.

In New York sollte ein Buch von mir gedruckt werden… Ich wusste schon im Traum, dass das gar nicht gehen würde, weil ich auch im Traum keines geschrieben habe. Mir wurde jedoch bedeutet, das ginge schon in Ordnung, man hätte da was. Vielleicht wurden die 24 Kladden mit Tagebuchaufzeichnungen, Notizen usw., die ich 1986 in -zig Stücke zerfetzt und im Ofen sowie in der Mülltonne entsorgt habe, doch von den Genossen Tschekisten kopiert und die Kopien sind wieder aufgetaucht. Little joke – btw! Äh – nicht bestanden, logo! Die Szene löst sich wieder in Unwohlgefallen auf. Usw.

Womöglich wirkte hier ein Tagesrest. In den letzten Tagen habe ich mich immer wieder über einen Witz mit laaangem Bart amüsiert, den ich vor etlichen Jahren gehört und wieder vergessen habe. Jemand betet innig-schmerzlich, Gott möge ihm einen Lottogewinn ermöglichen. Dem Herrn – für den Fall, dass es ihn doch gibt, sei sein Name vorsichtshalber gepriesen – wird das schließlich zu bunt und er dröhnt herab: „Dann füll endlich ’n Lottoschein aus, Du Idiot!“ Little joke – btw.

Von den heutigen Träumen war ich mir sicher, dass ich sie nicht vergessen würde – das war ein Irrtum. Aber wie üblich Dutzende nicht bestandene Prüfungen in dieser in Worten kaum zu erfassenden Atmosphäre. Kafka hatte es gut – der konnte „so was“ aufschreiben und sogar „richtige“ Geschichten draus machen. Kurzum: bla. Bzw. – häff fann!

Alle schunkeln mit! – Und so (oder so ähnlich)

07. Juni 2013

Ich komme bzw. muss auf eine wie eine Bühne nach einer Seite offene Plattform, auf der ein Dutzend Tische mit jeweils vier Gästen stehen. An einem Tisch ganz vorn sind noch zwei Plätze frei. Ich spüre den Impuls zur Flucht, folge jedoch dem Gegenimpuls, was mir in letzter Zeit überraschend häufig in dem Bereich gelingt, über den man sich geeinigt hat, das er die Realität wäre. Werde auch ich noch in diese unsere Postmoderne integriert? Nichts Genaues weiß man nicht, aber die Weltgeistin managet das schon, des seiest Du gewiss, sehr potentieller Leser!

An meinem Tisch nehme ich mir gegenüber eine Frau nur schemenhaft wahr. Rechts neben mir aber sitzt ein etwa zwanzigjähriges, überaus schönes Mädchen. Allerdings ist es blond und hat diese Ausstrahlung, die mich märchenmädchenhaftes Äußeres schnell vergessen und neuerlich Fluchtimpulse aufkommen lässt. Ich bleibe jedoch sitzen, weil ich stolz bin, ohne unfreiwillige Slapstick-Einlage meinen Platz erreicht zu haben.

Das Mädchen singt. Korrekt – ich bin in eine Fernsehsendung mit Schlagerstars geraten! Wie viele intellektuelle Frauen pflegt die Weltgeistin offenbar eines seltsamen Humors. Trotz meiner sehr dürftigen musikalischen Fertigkeiten bemerke ich, dass das Mädchen eine starke Stimme hat. Ich wundere mich deshalb, dass sie playback singt. Diese meine Verwunderung hat etwas mit der Traumprüfung zu tun. Ich muss etwas tun und komme nicht darauf, was es sein könnte, obwohl es sich wie fast immer um etwas im mehrfachem Sinne nahe Liegendes handelt. – Nicht bestanden!

Dann bin ich in einem Getränkemarkt, der gleichzeitig eine dieser geradezu verwohnten Kneipen zu sein scheint, wie man sie auch heute noch vor allen in den Ecken von Gründerzeit-Blocks findet. Ich frage nach einer Kiste Bier. Die Wirtin, gleichfalls ein Klischee verkörpernd, „derb zupackende Arbeitermutter“, erklärt mir grienend, sie hätte gerade noch eine Kiste da und das wäre doch eine Überraschung, nicht wahr? Die Kiste Bier ist aber für meinen Kutter. Ich nehme an, dass diese Traumsequenz wieder einmal eine Anspielung auf „Forrest Gump“ sein soll, ich bin mir aber nicht sicher. Fest steht jedenfalls, dass ich auch hier „irgendwie“ die Prüfung nicht bestanden habe. Trotzdem bin ich beim Erwachen erheitert – Mama sagt, ich soll kein Bier trinken, muahaha!

Am Ende meiner Unterrichtsstunde sind noch drei Schüler übrig…

31. Mai 2013

Muahaha. – Ein sehr klarer Klar-Traum quasi! Ein etwa 12jähriger Junge mit einer starken Brille für Weitsichtige versucht mich zu überzeugen, dass „alles“, d. h. der Unterricht, sinnlos und überflüssig wäre, und ich sehe das zwar genauso wie er, mühe ich mich aber, den Jungen vom Gegenteil zu überzeugen. Klarer Fall von Doublebind!

Dann die „Prüfung“! Ich laufe durch Schul-Korridore, in denen Gymnasiasten der oberen Klassen in Gruppen zusammen stehen. Mir fällt, Überraschung, ein rothaariges Mädchen auf, aber ich habe keine Zeit für einen längeren Blick. Eine Lehrerkollegin nimmt Jacken und Mäntel von Garderobenhaken. Meine Jacke ist auch dabei. Die Szene wird eingeblendet, in der ich meine Jacke abgebe. Ich finde sie jetzt aber nicht wieder. Ich kann mich nicht einmal an die Farbe erinnern.

Nicht bestanden, was sonst. Bla. Bzw: häff fann!

Matzerathlos zurückgeblieben

26. Mai 2013

Eine Art Büro, und die Fenster gehen alle auf einen Marktplatz hinaus. Es könnte der Marktplatz in Fürstenberg („Eisenhüttenstadt-Ost“) sein. Landen, Ankommen, nach Hause kommen. Übrigens ist mir durchaus klar, dass der Umzug bzw. „Rück-Zug“ nach E-Stadt auch etwas von konkretistischem Denken und Ausagieren hatte und hätte. Das wieder am Rande!

Es sind aber auch hier wieder in für Träume typischer Weise andere Stadtlandschaften enthalten. Das Wesentliche an diesem gewissermaßen mehrfach belichtetem Traumbild ist jedoch wie fast immer dieses schwer oder gar nicht in Worten auszudrückende Atmosphärische der Szene. Ich bin „drin“, ich bin dabei, alle Mauern sind weg usw. Kurz gesagt, ein Zustand, den ich nur in Ansätzen erlebt habe in dem Bereich, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre. Ich entsinne mich etwa an einen Abend im Hirschkindergarten 1984, als ich auf dem Weg vom Hauptgebäude zum Männerhaus kurz unter der großen Eiche innehielt; entgegen meinem erstem Eindruck haben unsere kapitalistischen Menschen die weg gehackt.

Dieses Gefühl, mit allem verbunden, für alles offen, ganz da zu sein usw., lässt sich in Worten nicht ausdrücken, ich merke es gerade wieder. Das wird mich natürlich nicht davon abhalten, es immer wieder zu versuchen. Es geht auch nicht um dieses Gefühl der All-Verschmelzung als Symptom.

Im Nebenraum sitzen zwei Männer an Schreibtischen unter den Fenstern und sehen auf den Marktplatz hinaus. Die Hauptperson des Traums ist aber eine Frau. Sie erinnert an die Besitzerin der Pension in M, in der ich etliche Tage lebte. Außerdem „ist“ sie irgendeine Therapeutin; ich weiß aber nicht, welche. Jemand redet mit der Frau, und dieser Jemand ist gleichzeitig ein mir unbekannter Mann mit altertümlicher dicker Hornbrille und ich.

Die ganze Szene wird bestimmt davon, dass alle darauf warten, dass ich irgend etwas tue. Wieder habe ich das sichere Empfinden, jeder würde mühelos darauf kommen, was in dieser Situation zu tun wäre. Es geht um eine Selbstverständlichkeit – aber ich komme nicht drauf. Ein Grundmotiv von hunderten meiner „Prüfungs“-Träume. Nicht bestanden, wie immer! Wieder einmal löst sich ein Traum nach dem endgültigem Nichtbestehen der Prüfung in grotesker Weise auf.

Der Mann mit der klobigen Hornbrille ist plötzlich ein „Liliputaner“. Er reicht der Frau jetzt nur noch bis zum Bauch. Ich erkenne, dass die Frau in beige Strickwaren gekleidet ist; Rock, Pulli, Jacke und wohl auch Mütze, deren Farbtöne hervorragend harmonieren. Die Mütze erinnert mich an Catherine Langford im Pilotfilm von „Stargate“, und damit auch an Bürgerin Genossin Margot H. Ich bin verblüfft und erheitert, als sich der Mann nicht nur im Wortsinn an die Frau heran schmeißt, sondern zudem genüsslich an ihr schnüffelt, allerdings seitlich an der Hüfte, nicht zwischen den Beinen wie Vanille-Freund Oskarchen Matzerath.

Und Schluss! Fuck. Bzw. – häff fann!

PS: Immer wieder der Gedanke, ich sollte mich mehr mit C. G. Jung beschäftigen; „Man sollte eigentlich!“, chch; ja, ich sehe mich als Nachfolger von Thomas Mann, alles klar; bitte verständigen Sie die Gemeindeschwester, der Klient scheint wieder sehr unruhig und desorientiert! Offensichtlich hat der „Budenzauber“, den ich seit bald 27 Jahren erlebe und ebenso lange wie verzweifelt wie vergeblich auch und gerade Psychologen zu beschreiben versuche, entschieden mehr mit Jungschen Konstrukten wie etwa dem kollektivem Unbewussten zu tun als mit denen von Freud, Adler, Reich usw. Ich muss an dieser Stelle wieder einmal einen meiner Lieblingswitze unter meinen selbst gemachten Witzen anbringen, nämlich den Stoßseufzer von hinter der Couch: „Ich bin zwar bebrillt und immer wieder spitz, aber leider nicht jung und nicht rank! Ich fühle mich klein und bin mir selbst nicht grün und das ist ziemlich deutsch, aber ich werde echt kein Adler und kein Stern mehr! Mein Leben verhallt – wäre es nur freudvoller und reichhaltiger oder wenigstens frommer!“ Chch.

Viren machen auch vor Träumen nicht halt. – Oder so ähnlich.

25. Mai 2013

Tja. Na ja… – Alles klar! Oft sind mir Traumreste nach dem Aufwachen klar. Ich entwickle dann auch in zaghaften Ansätzen Kontraktionen der Gesichtsmuskulatur, die man mit sehr viel gutem Willen als „Grienen“ oder vielleicht sogar „Lächeln“ bezeichnen könnte.

Zum Beispiel habe ich gestern in der Gesichtsbücherei ein im mehrfachem Sinne phantastisches „Gruppenbild“ mit einem Dutzend Katzenbabys in einem Weidenkorb gesehen und dann federte in M ein Frollein an mir vorbei, das ich entzückend fand, obwohl es blond war – sie hatte dieses gewisse Etwas! Aber ich glaube, das war im Zug – egal!

Die Traumgöttin hat daraus einen riesigen Korb gemacht, in dem mindestens ein Dutzend nackte Frollein mit krausen Blond-Haaren sich rekeln. Bezeichnender Weise macht mich das schon an, aber ich fange an zu putzen, wie es sexuell frustrierte Hausfrauen halt tun. Dabei bemerke ich, dass der Mädchenkorb in einer dieser Produktionshallen der Schwermetallurgie steht, halb Industriedenkmal, halb Ruine. In sehr vielen Filmen und Games werden diese Hütten-, Walz- und Gießereianlagen als Kulissen verwendet, von „Alien“ bis „Terminator“ usw.

Eine Bemerkung über das Bestehen oder nicht Bestehen der Traumprüfung erübrigt sich auch hier. Anstatt sich zwecks Anregung allgemeiner und spezieller Durchblutung zu den Superbräuten zu legen, fängt der Typ an zu putzen! Merkt echt nicht, dass er schwul ist! Krass, Alter!

Dann bin ich im Haus der ewigen Kindheit. Wie schon unzählige Male angedeutet, „beinhaltet“ das Haus auch hier wieder mehrere Gebäude. Die anderen „enthaltenen“ Gebäude vermag ich auch dieses Mal weder im Traum noch im Wachen zu identifizieren. In einem Bett liegt eine Bürgerin, die ich von einem Aufenthalt im HdeK 2003 kenne. Sie hat etwas selbst mich strukturellen Miesepeter erreichendes Frisches. Allein diese roten Apfel-Wangen verlocken zu väterlichen Zärtlichkeiten, Frau Courths-Mahler, bitte übernehmen, was sie damals schon in dem Bereich erheiterte, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre. Sie freut sich, mich zu sehen, es is‘ ’n Traum, erklärt aber, was ich längst wahrgenommen habe, dass sie voll krank wäre, Grippe oder so was, und ich solle nicht so nahe ran kommen, sonst müsse sie kotzen. Super! „Komm her – geh weg!“; im Traum hat sie immerhin nicht mehr geschnippelt.

Plötzlich sehe ich neben dem Bett einen Typen liegen. Ich erkenne ihn nicht, muss aber schon im Traum grinsen. Was soll diese „klassische“ Ehemann-überrascht-Gattin-beim-Seitensprung-Situation? Wir hangeln uns plötzlich das Treppenhaus hinunter, vermutlich auf dem Weg zu den Gruppenräumen. Das Traumbild löst sich in unwohl bekannter Weise auf – Prüfung nicht bestanden.

Kurzum – häff fann!

Der Verfassungsschutz prügelt (traumhaft)

22. Mai 2013

Das Mädchen oder die Frau kannte ich, das habe ich gefühlt. Aber ich vermochte sie weder im Traum noch auch vermag ich sie jetzt im Zustand relativen Wachseins zu identifizieren. Sie hat diese „leckere Magerkeit“, von der Dr. Feuchtwanger schreibt. Während ich von einem Beamten eher im übertragenem Sinne festgehalten werde, wird die Frau im Wortsinne festgehalten von einem bulligem Typen in Zivil. Beide Männer sind vom Verfassungsschutz. Der Muskelberg schlägt ihr nach Ankündigung dieser Ordnungsmaßnahme zweimal mit einem Stock an die Unterschenkel. Die Frau schreit jedes Mal auf, scheint die Prügel jedoch als Bestandteil eines offiziellen Rituals zu akzeptieren.

Ich erwache und bemühe mich vergeblich, erheitert zu sein. „Verbissen bemühte er sich zu entspannen“, harhar.

Diese Szene ist vielleicht ein Zehntel des heutigen ebenso bunten wie wirren Trauminhalts. „Alles weg“! Ich erinnere mich noch an Bruchstücke, in denen es um Einrichtung eines Zimmers ging. Ich sage vorsichtshalber noch nicht „Passt schon!“

Die Weltgeistin managt das schon!

Häff fann!

Nicht direkt Betonkopf

11.04.2013

Es könnte etwas mit der relativen Bewegtheit meines derzeitigen Lebens zu tun haben, dass ich gerade alle Träume „vergesse“. „Relativ“, weil: eigentlich wollte ich heute die Kammer aus- und aufräumen. Usw., chch. Mache ich aber noch! – Egal, dergleichen ist eh‘ nicht so traumhaft!

Wieder einmal irre ich heftig umher und komme wieder einmal nicht an oder am falschen Ort. Ich soll mich umziehen. Ich irre zwischen großen, hohen Wänden umher, um den Umkleideraum zu finden. Es könnte sich um den Gasteig am Hauptversammlungsort der Bajuwaren handeln. Womöglich geht es um einen Auftritt auf einer Bühne, denn am Ende haste ich an einer im wörtlichem und im übertragenem Sinne bunten Veranstaltung mit -zig Tausenden Menschen vorbei. Das könnte die Wiesn sein. Eine Art bayerischer Eulenspiegel in Lederhosen sitzt Beine baumelnd an der Kante einer sehr hohen Bühne und ruft mir paradoxer Weise abschätzig „Kasperl!“ nach. Schon im Traum denke ich, dass dieser Sepp-Till offensichtlich überzeugt ist, ich wäre jetzt zutiefst getroffen. Dabei geht mir die Maxi-Poster-Juchhu-Luftsprung-Happyness der bunten Tausende auf den Zeiger. Sie hat für mich immer etwas von angesichts eines drohenden Vesuv-Ausbruchs forcierter Ausgelassenheit einer antiken römischen Gesellschaft. Aber ich bin ein struktureller Miesepeter und kann da nicht mitreden!

Aber auch wieder eine der Grundstimmungen! Ich bin janz weit draußen und dies gleichfalls im übertragenem und im wörtlichem Sinne. Ich kann mich abstrampeln, wie ich will – ich komme nicht rein. Andererseits lässt man mich auch nicht in Ruhe, vielmehr ich immer wieder angestachelt werde, mich weiter zu mühen.Na ja… – häff fann!

„Dös is a Kreiz, a Kreiz is!“ (Permaneder, Hopfenhändler i. R., „Buddenbrooks“)*

01.04.2013

Heute war ich wieder in der künstlichen Großfamilie Stasi, in einer dieser geschlossenen Kleinwelten. Einmal war da etwas mit Zahnarzt. Es wurde ein kompletter Gebiss-Abdruck genommen, wozu diese an hart gewordenen Kaugummi erinnernde Paste an die Kauleisten geschmiert wurde. Allerdings drängt sich bei mir die Frage auf, was da eigentlich noch abgedrückt werden soll. Jahaha – auch der Humor kommt nicht zu kurz in unseren Diensteinheiten!

Dann etwas allerdings deutlich humoristisch getöntes mit Kreuzigung. Ich werde an ein Kreuz nicht genagelt, aber gebunden oder geklebt. Das könnte ein Tagesrest sein, denn ich habe gestern etwas über „Der Meister und Margarita“ geschrieben. Die Szene könnte allerdings auch auf „Das Leben des Brian“ zurück gehen.

Während ich den letzten Satz getippt habe, ist mir eingefallen, dass Bulgakow auch diese Umdeutung des Unverständlichen als „Psychose“ bereits vorgezeichnet hat.

Mehrere Passanten kichern sich einerseits Einen ab bei meinem Anblick und gehen aber andererseits weiter, als wäre die Szene das Normalste der Welt. Der Zahnarztstuhl steht in einer Halle, die diesen Charme offizieller Gebäude der DaDaeR hat. Mir fällt das Staatsratsgebäude ein, aber auch das Rathaus in Iron Hut City. Mama sagt, ich soll nicht mit fremden Mädchen mitgehen, davon kriege ich Pickel! Euer Forrest!** Während ich in dem Stuhl sitze, laufen auch hier Passanten vorbei, die sich gleichfalls über mich amüsieren. Darunter sind Pionierinnen mit rotem Halstuch.

Ein Gedanke in diesem Zusammenhang, den ich unbedingt notieren will. Das sicher oder scheinbar sicher eingebunden Sein in das Beziehungsgeflecht einer funktionierenden Gruppe wird gleichgesetzt mit der unbedingten Richtigkeit der sachlichen Aussagen, des Wertsystems usw., die von dieser Gruppe vertreten werden. Das hat nicht vorrangig mit RealSoz zu tun, das geschieht überall in der Welt in äußerlich völlig unterschiedlichen Soziotopen.

Das scheint mir ein Knack- und Dreh- und Angelpunkt! Mir muss das auffallen, weil ich nie irgendwo wirklich drin und dabei war. Landung scheint eine tödliche Bedrohung, deshalb muss man(n) marschieren. Das hat weniger damit zu tun, dass ich wieder einmal der Psychopath wäre usw. Vielmehr ist das auf eine vertrackte Verknüpfung von individuellen Anlagen mit den Bedingungen des Mikroklimas „Familie“ zurückzuführen, in das ich hinein geboren wurde.

Dies in der „ersten sozialistischen Stadt“, was diese Zusammenhänge über meine Person hinaus bedeutsam oder zumindest interessant erscheinen lassen könnte. Das habe ich schon als Pubertierender unklar gespürt. Etwa um 2026 herum werde ich diesbezüglich als junger Autor hervor treten! Ich bin nach Oscar Wilde eine „bedeutende Rakete“, ha!

Während ich das geschrieben habe, wurde wieder klar, dass ich nicht den Vorgaben des Lebensdrehbuchs entspreche. Ich sollte wieder etwas ganz Anderes müssen wollen als das hier Getane. Ich sollte richtig dichten wollen. Es kamen Rückmeldungen wie ‚Du bist völlig unschöpferisch!‘ und ‚Geh‘ wieder arbeiten!‘

Ja ja, Psychose (?) Gute Arbeit, wer immer da zugange ist! Man muss alle diese kleinen Eichmänner wie mich, die immer nur ihre Pflicht erfüllen usw., an der Wurzel behandeln? Ich verstehe auch das noch! Verstand und Gefühl – die alten Widersacher! Gefühlsmäßig werde ich mich weiter wehren gegen den „Budenzauber“. Zudem ist erstens diese Sehnsucht nach dem Schöpferischen auch in mir nicht tot zu kriegen und zweitens sind auch diese sinistren Zeilen besser als nichts.

In diesem Sinne – häff fann!

** Passt schon – ich bin ja hier im größten Hopfenanbau-Gebiet der Welt. Harhar. „Geh‘ zum Deifi, Sauluad’r, dreckats!“. Muahaha! – Sorry!
** Wenn ich auch nur annähernd so viel Mama gehabt hätte! Dann wäre ich jetzt Oberarzt oder Oberstleutnant oder Oberleerer usw. Ach… – Das mit dem „Oberleerer“ wird jetzt sofort aufgegriffen, indem wieder “ne „Prüfung“ mit Müllabfuhr kommt. Wetten? – Ja ja, Schizo…

(… man kann nicht nicht träumen…)

28.03.2013

Man hat dann „nur“ alles vergessen. Man, nicht nur ich. Allein, in der Nacht zu gestern habe ich lange und angeregte Gespräche mit Frau Prof. Maria Ammon* geführt und in der Nacht zu heute war ich mit Lily Cole im Wald spazieren. Weitere Details habe ich verdrängt, vorsichtshalber.

Es war aber nix mit Erotik, ehrlich! – Wieder einmal erwäge ich, dennoch und trotzdem um professionelle Begleitung nachzusuchen, *hüstel*…

PS: Muahaha.

* „Dem Klienten ist es nach wie vor nicht gelungen, sich in adäquater Weise aus dem therapeutischem Feld zu lösen!“ – Alles klar, Dr. Freudlos! Sie müssen jetzt aber noch fragen, für wen Frau A. und Frau C. stehen würden!

Heimspiele auch mit Bällen

02.03.2013

Diese Hausnummern! 102/104 – schon im Traum habe ich verzweifelt versucht, mich an die Entsprechung in dem Bereich zu erinnern, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre. Mir fällt aber auch jetzt nur dieses eine Haus auf meiner Zustelltour in meinem letztem Job als rasender Briefkurier ein. Allerdings war da die Hausnummer 108 oder 110. Es handelte sich um eines dieser Apartment-Hochhäuser. Lange Gänge und auf jeder Seite Dutzende dieser Wohnwaben mit einem kleinen Flur mit Pantry-Küche und der Tür zum Bad und geradezu der zum Zimmer mit Balkon.

Aber natürlich ist auch in diesem Traum der Zielort der Prüfung wieder „mehrfach belegt“. Hier bin ich gleichzeitig vor dem Haus an einer Kreuzung in E-Stadt, das ich aus meiner Vorschulkindheit gut kenne. Dort sind diese kleinen Säulengänge, mit denen sich für mich das Empfinden städtischer Belebtheit und Betriebsamkeit verband. In einem kleinem Fleischerladen hat mir meine Mutter oft ein Wiener Würstchen gekauft, wenn ich artig war.

Ein Beispiel für so genanntes „Double-bind“! Der Gott meines Kinderhimmels erwartete von mir erklärtermaßen, dass ich aufmüpfig, frech, schelmisch durchtrieben, rebellisch usw. wäre. Versuchte ich auch nur in lächerlichen Ansätzen, dieser Vorgabe zu entsprechen, meldete meine Mutter das abends. Mein Vater bestrafte mich dann hart dafür, dass ich auch nur versucht hatte zu tun, was er eigentlich von mir gefordert hatte. Es gab Zeiten, in denen ich Wochen lang windelweich gedroschen wurde, wie mein unmittelbar vorgesetzter Vorfahre das zu nennen pflegte.

Das hat bekanntlich niemanden geschadet! Wer sein Kind liebt, züchtigt es, ha! – Man müsste solchen Leuten verbieten, Kinder in die Welt zu setzen. Aber das geht nicht, das wäre undemokratisch. Noch ein Scheiß-Dilemma!

Aber es wird hier klar, dass solches Double-bind blöde in der Birne macht. Was bleibt einem sechsjährigem Gehirn, als sich aus dieser unerträglichen Situation auszuklinken? Heute nennt man das „Switchen“. – Es ist doch schön, wenn man so ein knackiges Fachwort zur Hand hat, nicht wahr? Es geht Einem doch gleich irgendwie besser, oder?

Es ist ein bisschen wie in Trance gehen. „Schon wieder full wie ’ne Radehacke!“ Bzw.: „Was wollen Sie in meinem Unterricht, was suchen Sie an dieser Schule?“ Der Druck hat aber auch hier nicht ausgereicht zur konstruktiven Umdeutung. Milton Erickson hatte ähnliche frühe Erfahrungen mit Trancezuständen, aber bei dem war der Druck ausreichend, um etwas draus zu machen.

Das ist der Ausgangspunkt vieler therapeutischer und esoterischer Schulen. Jemand hat für sich den Durchbruch geschafft und vermittelt den Hergang dieser Befreiung dann anderen und im Studium der Methoden und Techniken usw. entsteht eine „Schule“ usw. Es ist selbstverständlich mein inniges Verlangen, im Unbewussten, als Psycho-Guru eine derartige Schule zu gründen! Danke, Dr. Freudlos – wie Sie das wieder exploriert und verbalisiert haben!

Im Traum wird die Suche nach dieser richtigen Hausnummer wie üblich zur Farce. Die Szene enthält aber jetzt noch einen dritten Ort, den ich nicht zu identifizieren vermag. Der gesuchte Hausaufgang ist nun in einem dieser beinahe standardisierten Blocks mit drei oder vier Aufgängen, ebenso vielen Etagen und einem mit orangen Ziegeln gedecktem Spitzdach. Ich umkreise den Block mehrfach und der Eingang scheint sich geradezu „verschoben“ zu haben. Ich finde im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr nach Hause.

Meine hektische und verzweifelte Suche wird zweimal von Begegnungen mit Menschen unterbrochen. Einmal blafft mich ein etwa 70jähriger Mann mit prachtvoller weißer Mähne an, als ich in einem Hausflur die Namensschilder an den Briefkästen lese. Ich erkenne den Mann weder im Traum noch auch jetzt im relativem Wachen. Dieser Hausflur ist wiederum realen Hausfluren im denkmalgeschützten Zentrum von E-Stadt nachgebildet. Ich blaffe zurück. Plötzlich sitzt der Mann in seinem Wagen und trägt eine Uniform der US Air Force. Er scheint auf etwas zu warten und fährt dann davon, als ich nicht reagiere. – Prüfung nicht bestanden.

Dann muss ich an einer großen Gruppe von zirka 50 bis 60 etwa 15jährigen Mädchen vorbei. Die Mädchen tragen Sportkleidung und ich wage nicht, genauer hinzusehen, denn das könnte erotisierend sein und dann bin ich ja ein Kifi. Aber wie in dem Bereich, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre, merken die Girls, dass ich was Unerledigtes mit mir herum trage und versuchen, mich zu „kontaktieren“. Hier werde ich mit etwa faustgroßen Bällen beworfen. Einen der Bälle kicke ich zurück und eines der Mädchen grient mich daraufhin an, als wolle sie etwas sagen wie „Geht doch!“ Aber auch diese Szene wird nicht „rund“ und nicht vollendet und ich bestehe auch diese Prüfung nicht und der Traum löst sich auf und ich erwache und neben meinem Bett mault Herr Ramses Kabelbeißer wegen nicht gewährleistetem Futternachschub.

Kurzum: fuck! – Bzw.: häff fann!

Alle Spiele abgepfiffen

28.02.2013

Eigentlich wollte ich darüber nachdenken, warum ich mich jetzt wieder an Träume erinnern kann, nachdem sie etliche Tage „weg“ waren. Eigentlich lohnt sich das aber nicht. Eigentlich lohnt sich gar nichts, denn es ist alles Haschen nach Wind. Aber zwischendurch ein paar Wortgruppen gruppieren geht immer und wirkt zudem sozialhygienisch entlastend. Letzteres habe ich schon mehrfach angemerkt, aber warum soll man Wahrheiten nicht wiederholen? Lügen werden auch dauernd wiederholt! Oft nennt man das „Politik“. – Aber das alles auch wieder nur am Rande!

Mit einem Kollegen reinige ich den Marktplatz in Fürstenberg (Oder). „Landen, Ankommen, nach Hause kommen“, wie üblich! Es handelt sich wohl wieder um einen Ein-Euro-Job. Die Straße ist von einer dicken Laubschicht bedeckt, die die Dichte von Lehm aufweist, so dass man sie geradezu vom Pflaster ab spachteln und kratzen muss. An der Stelle, an der ich kratze und schabe, kommen nach einer Weile funkelnde goldene Buchstaben zum Vorschein. Es handelt sich aber nicht um Stolpersteine. Die sind in der Realität ein ganzes Stück entfernt in der Königstraße, woran ich auch schon im Traum denke.

Die Buchstaben bilden jedoch den Namen „Wirz“. In dem Bereich, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre, kenne ich keinen Menschen mit diesem Namen. Aber die Suche nach des Rätsels Lösung ist hinfällig. Ich habe ohnehin die in diesem Traum enthaltene Prüfung offensichtlich nicht bestanden. Der Traum löst sich in unwohl bekannter Weise auf, wie sich ein Video-Bild beim Ausblenden in seine Pixel auflöst. Die anderen „Prüfungsszenen“ habe ich vergessen.

Aber zweimal hat wieder diese „anti-traumatherapeutische Intervention“ stattgefunden. Eine wesentliche Übung in der Trauma-Therapie besteht darin, sich einen „inneren Ort“ des Rückzugs, der Sicherheit, des Friedens usw. vorzustellen. Schon beim Versuch, das zu tun, zum Beispiel beim sich in innere Bilder hinein gleiten Lassen, wie es jeder vom Einschlafen kennt, werde ich seit dem Beginn des „Budenzaubers“ vor über 26 Jahren aufgeschreckt. Heute erfolgte das wieder zweimal durch von nicht sichtbaren Personen erzeugte Pfiffe mit den Lippen. Korrekt – wie man nach einem Hund pfeift! Einmal erfolgte der Pfiff, als ich auf einem Bahnhof in einen Zug steigen wollte. Es war aber nicht das Abfahrtssignal, sondern ich wurde am Einsteigen gehindert, indem das Traumbild zerstört wurde. Ich denke, diese Episode ist eindeutig.

Warum schreibe ich sie auf? – Ich will mich beschweren über den „Budenzauber“! “Willa wieda aussteigen!“, lautet die entsprechende und im Laufe der Jahre zu einer Art Standard-Textbaustein gewordene Rückmeldung per Mental-Funk. Ist natürlich lächerlich! “Das System ist perfekt!“. “Wir arbeiten weltweit!“, “Es gibt kein Entkommen!“ kam schon 1986. Aber ich leiste weiter Widerstand! Nochmal 26 Jahre halte ich nicht durch – aber bisschen mache ich noch!Fuck! – Bzw.: Häff fann!

„Ich muss darüber quatschen!“ *

05.02.2013

Natürlich habe ich erst einmal nicht reagiert! Natürlich habe ich befürchtet, man wolle mich verarschen. Als dann die Rufe lauter und hartnäckiger wurden, habe ich mich doch umgedreht. Und siehe – ich war gemeint. Bzw.: ich war gemeint. Ich scheine mich ja oft angesprochen zu fühlen, wenn ich nicht gemeint bin. Es war dieser… – da geht es ja schon wieder los! Man traut sich z. B. auch gar nicht mehr, einer Frau zu sagen, dass sie gut aussehen würde, weil das sexuelle Belästigung sein könnte.

Es war dieser… – farbige Mitbürger mit Migrationshintergrund, mit dem ich schon in der ersten Stunde meines hiesigen kafkaesken Aufenthaltes „irgendwie“ in Kontakt gekommen bin. Das mit „kafkaesk“ ist ausdrücklich mein Ding! Is‘ ’ne coole Stadt usw., gar nichts gegen zu sagen! Es ist nur… „Kein Ort. Nirgends.“, Christa Wolf. Ich habe die Erzählung gar nicht gelesen, aber angeben ist männlich-herb. Und – der Titel passt schon, nicht wahr?!

Am Rande des Platzes, den ich gerade überquerte, stehen diese Container. Ich hatte die schon ein paar Male gewissermaßen aus den Augenwinkeln wahrgenommen und immer gedacht, das wären mobile Abstellkammern der Stadtwirtschaft oder dergleichen. Es stellte sich aber heraus, dass es Behelfsunterkünfte sind. Zwei kleine Räume, und im hinterem Teil des Raumes mit der Eingangstür sind Klo und Dusche. Der junge Mann war aus der WG gegangen worden und hatte einen dieser Container als Notunterkunft zugewiesen bekommen. Ich war platt und dieses Mal nicht nur, weil ich geradezu überrumpelt worden war und jemand meine emotionale Barriere durchbrochen hatte.

Eine Art Gefühlssturm setzte ein. Ich muss dem doch jetzt irgendwie helfen. Bisschen Helfersyndrom, in der Tat. Nichts wertet Einen selbst mehr auf, als jemanden helfen zu wollen, der noch weiter unten ist als man selber. Interessanter Weise wollte der gar nicht, dass ich ihm helfe. Hinter der Tür sah es… äh… – etwas unordentlich aus.

Dann der Gedanke, was der Mann wohl in der WG „ausgedrückt“ hatte, dass man ihn als Sündenbock in die Wüste trieb. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass dort Spitzenkräfte der Gruppendynamik zu Gange sind. Vor allem mit wahnsinnig reflektiertem Selbstbild! Natürlich hatte ich auch die Idee, dort hinzuziehen, denn der Nachbar-Container steht leer. Usw. usw. usf.

In seit Langem nicht erlebter Deutlichkeit war ich in meinem typischem Dilemma. Meine inneren Pläne überstürzten sich. Ich ziehe in den Nachbar-Container und wir richten die Container derart her, dass sie nicht mehr Schmutzflecken am Parkplatzrand sind, sondern Schmuckstücke. Dachbegrünung, Holzverkleidung mit Weinranken, cool gestaltete Beete mit Blumen drumherum usw. Um der Ottilie Normalverbraucherin mit eingeschränktem Gesichtsfeld zu zeigen, dass es keine „Penner“, „Loser“, „Asis“ usw. gibt, vielmehr in jedem Menschen dieses Fünkchen Kreativität ist. Ja, dass manche vielleicht deshalb abstürzen, weil sie es nicht packen, ihre Kreativität adäquat zu leben. Bla bla…

Das war die „Dichtung“. Die „Wahrheit“ aber war, dass ich mich nach etwas mehr als Smalltalk unverrichteter Dinge und maßlos unzufrieden mit mir selbst trollte. – Prüfung nicht bestanden! Unrockbar, das Fossil!

„Dichtung“ ist hier im doppelten Sinne gemeint. Einmal könnte man jetzt eine Geschichte daraus machen als „Dichtung“ in literarischer Form, etwa fabelhafte Amélie mit Schwanz oder Timur ohne Trupp usw. Dann aber könnte diese „Geschichte“ mit etwas Aufwand Wahrheit werden. Dies ist die Schwelle, auf der ich seit Jahrzehnten zappele! Hier einmal an einem anderem Beispiel dargelegt als an meinem tief unwohl geborenem Bauchnabel.

Bla.

Nun aber die eigentliche Pointe! Seit Jahren habe ich es wieder einmal erlebt, dass die Entsprechung einer Traum-Prüfung in der Realität fast synchron erfolgte. Bezeichnend ist, dass ich die Notizen zu dieser Prüfung Tage lang gesucht habe. Die eben oben geschilderte Episode hatte bereits in der vorigen Woche statt. Sie war auch der eigentliche Auslöser meiner Blog-Pause. „Weil, so schließt er messerscharf/nicht sein kann, was nicht sein darf!“, Christian Morgenstern.

Korrekt – es ist, chch, mein letzter Eintrag, vom 24.01.2013. Da ist der farbige Mitbürger! Derart deutlich war der Budenzauber echt lange nicht!

Kann mir das Jemand erklären? Wer macht das? Und wie? Vor allem: warum? Was soll das? – Nicht so drängeln! Rrrrrrrrrr. Wuff! – Ein Hund hat gebellt, die Karawane zieht weiter!

In diesem Sinne – häff fann!

PS: Es gibt kein perfektes System! Diese Rückmeldung kam ja schon 86, „Es gibt kein Entkommen – das System ist perfekt!“ Was von Menschen gemacht ist, kann auch von Menschen geknackt werden. Das gilt auch für die dauerhaft kommentierende virtuelle Diensteinheit! Ist ja alles wunderbar und ich bin ein stumpfer Waldschrat usw., aber an dieser inszenierten Realität stimmt etwas nicht! Ich werde jedenfalls so lange Widerstand leisten, wie immer ich kann.

* Eines der Zitate aus Songs mitteldeutscher Tanzmusik-Kapellen, die ich des Öfteren vor mich hin brabbele. Sowohl altersbedingt als auch störungsspezifisch brabbele ich zuweilen ein wenig; wir berichteten. Sehr häufig trällere ich „Ihr macht kein Geschäft mit meiner Seele“. Meine „Cover-Version“ des Original-Textes „Wir machen ein Geschäft mit Deiner Seele/Du wirst es brauchen!“ usw. Korrekt – der Budenzauber wird zumindest in Ansätzen beschrieben! Dieses mein Zitat wird dann von den Mental-Funkern in der Weise gewertet, dass ich angeben würde, ein Stricher gewesen zu sein. Das is‘ lustich‘, nich‘? Deswegen erzähle ich es ja! Wird nix mit Blog-Pause, mein Geltungsdrang ist ein rasender zu nennen! Außerdem muss so was raus, sonst platze ich. Ja ja, ich weiß: das hat was von dieser geradezu „klassischen“ paradoxen Intervention! Einem Ehepaar mit Sex-Problemen (er kriegt ihn nicht richtig hoch usw.), wird Abstinenz verordnet. Und dann irgendwann – wumm! Chch.

In den Wald gehen ist schon mal heilsam

24.01.2013

Dennoch würde ich echt gern wissen wollen, wie das funzt! Die Stimmung, die Atmosphäre, die „Gefühlslage“ ist wie „vorher“, vor dem Riss, Bruch usw. 1986. Aber die Empfindungen sind deutlich stärker, als sie je waren in dem Bereich, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre.

Die Prüfungsaufgabe habe ich auf diesem mit Kiefern bewachsenen Hang fast in der Mitte zwischen Mittelschleuse 1 und der Inselgaststätte zu bewältigen.

Diesen Hang habe ich in meiner Kindheit unzählige Male bestiegen, einige Male auch mit meinem unmittelbar vorgesetztem Vorfahren. Landen, Ankommen, nach Hause kommen.

Wie oft in Träumen erlebt, „enthält“ aber auch diese Traumkulisse noch weitere Landschaften. Der Blick durch die Kiefern den Hügel herab ist ähnlich diesem.

Schließlich muss ich etwas aufsammeln, eine Kette oder dergleichen, die halb im durchnässtem Boden des Hanges vergraben ist. Dabei bestehe ich die Prüfung nicht. Mir entfällt die Kette wieder und als ich mich nach ihr bücke, verwandelt sie sich und verschwindet. Dieser Augen-Blick im Traum könnte auf einem Tagesrest beruhen, der einer Episode aus „Stargate Atlantis“ folgt. Major Sheppard findet zufällig einen von Teyla schon als Kind verlorenen Anhänger, dessen Schmuckstück sich gerade noch rechtzeitig als Peilsender der Wraith erweist.

Muahaha. – Sorry! Schönen Frauen Schmuck schenken ist eindeutig, zudem rette ich wieder einmal eine Welt, *hüstel*…

Dann bin ich bei einem Meeting in einem Saal, den ich nicht kenne. Auch die Gruppe ist mir unbekannt, es könnte sich um Azubis oder Gymnasiasten oder Bewohner von WGs oder eine therapeutische Großgruppe handeln.

Ein farbiger Mitbürger mit Migrationshintergrund* soll sich wegen seines geringfügigen, womöglich „nur“ verbalen Übergriffs gegenüber einer jungen Frau äußern. Dann werde ich um meine Meinung gebeten. Siehtasichwieda als Züchoteerapeut, höhö! Sorry! Ich äußere Sinn gemäß, dass der Mann eindeutig etwas austragen würde, was unterschwellig in der ganzen Gruppe schwelen würde.

Obwohl ich weiß, dass ich damit nicht Unrecht habe, löst sich die Szene in unwohl bekannter Weise auf. Ich strenge mich an, meine eigenen Worte im Traum zu verstehen und verstehe aber auch die der anderen nicht. Schließlich werde ich wieder „unsichtbar“, d. h., weder werde ich wahrgenommen noch meine Worte. Prüfung nicht bestanden!

Großes Energiefeld! Ich will nicht „Herr“ sagen, denn den müsste ich dann preisen, und wer weiß, wohin das führt. Zeige mir den Weg, nenne mir mein Ziel! Amen!Beziehungsweise – häff fann!

* Und hoffe ich denn innig, dass diese Bezeichnung politisch korrekt ist!

„Sonne lacht – Bayern wacht!“ (frei nach Kurt Schramm, Arbeiterdichter)

23.01.2013

Im Original hieß das „Sonne lacht – Sowjetmacht!“ und war ernst gemeint. Es hat aber nichts genützt, die Arbeiter waren nicht dicht oder nicht Dichter genug. Jetzt macht man auf der immateriellen Ebene weiter.

Wie ich darauf komme? Nun, heute sind mir Herr Lafontaine sowie Dr. Gysi im Traum erschienen. L. traue ich nicht wirklich. Der kleinbürgerliche Hintergrund! Strittmatters Frieda Simson hätte ihn nicht in die Partei aufgenommen, ebenso wenig wie Karl M. oder Wladimir I. L. – Erwin Strittmatter, nicht Thomas. Aber Gysi habe ich bisher immer für einen voll hellen Kopf gehalten – wie kann der sich in meinen Traum verirren? Wahrscheinlich hatte er Mitleid, weil ich mich im Zuge meiner Störung des schizoformen Spektrums nach wie vor für einen Arbeiterführer halte, im Unbewussten! Mehrfach hatte ich auf mein markantes Profil hingewiesen, das an eine mäßig gespülte Kantinen-Untertasse der weiland MITROPA gemahnt. Zudem hatte ich auch erwähnt, dass ich Lenin für einen sehr guten Moderator hielte – so, wie er jetzt ist! Andererseits ist ein Schizo bei der Linken doch höchst gefährlich, da die Bürger Genossen von jeher zur Spaltung neigen…

Egal – natürlich Prüfung nicht bestanden!

PS: Ich kann mir denken, „wie das kommt“. Ich habe gestern mit Wohnungsgesellschaften in Big B telefoniert. Es muss was passieren – sonst passiert was! Eine der Gesellschaften verwaltet diese Hochburg im Nordosten von B., eine der größten Klappkartografschaften. Master Biermann hat befürchtet, dass man ihn lynchen täte, würde er dort hinziehen. Das halte ich für poetische Überhöhung! Künstler sind so, gerade ich als wild gewordener Spießer kann das einschätzen. Aber mir ist durchaus klar, dass junge Kräfte mir nach meinen obigen Bemerkungen wieder die Bude zerkloppen könnten. Revolutionäre Romantik! „Unsere Jungs, Arbeiterjungs!“ usw. Egal – kämpft man schön!

Rettungsversuche

22.01.2013

Wieder einmal bin ich einer Großstadt und wieder einmal in einem U-Bahnhof. Es wird aber nicht deutlich, ob in Big B oder in M, dem Hauptversammlungsplatz der Bajuwaren. Auch dieses „Szenenbild“ war schon in sehr vielen Träumen. Es ist auch der perfekte Hintergrund zur „Visualisierung“ seelischer Schieflagen wie „gehetzt sein, umher irren, ziellos suchen“ usw.

Zunächst folge ich einem Typen, der so anachronistisch gekleidet ist, wie ich immer sein zu wollen vorgebe. Mir fällt jetzt im Wachzustand als erstes Gregor von Rezzori ein. Einer der Männer, die ich gern kennen gelernt hätte und die aber inzwischen in der ewigen Schreibstube sind. Allein dieses eine Wort „Epochenverschleppung“ – genial! Grandios ein Thema, ein Problem usw. auf den Punkt bringend, weil in einem Wort zusammengefasst, wie etwa Christa Wolf mit „Kindheitsmuster“. – Aber das alles nur wieder am Rande und nebenbei!

Der antik garderobierte Typ verliert sich in der Menge und ich finde ihn nicht wieder. Meine Urszene wieder einmal – mein unmittelbar vorgesetzter Vorfahre lässt mich als Vierkäsebreit im Wald oder in der Stadt stehen… Ach. – Süüüß! Unser ewiges Söhnchen. Ts ts ts!

Schnitt! – Ein anderer älterer Mann geht die Treppe zur U-Bahn herunter. Die Bezeichnung „älterer Mann“ weist auf mein verzerrtes Selbstbild hin, denn ich bin inzwischen selbst ein älterer Mann. Aber man braucht wohl keine psychologische Schulung irgendwelcher Art, um das Agieren des inneren Kindes im Traum zu verstehen.

Der ältere Mann stürzt brutal. Ich versuche einen Passanten, der wie ich dem Gestürzten zu Hilfe eilt, darauf hinzuweisen, dass in stabile Seitenlage bringen womöglich nicht angebracht wäre, weil der Verunglückte mit der Wirbelsäule auf die mit Stahlschienen verstärkte Kante einer Treppenstufe geknallt ist. Dieses auf die Kante Knallen habe ich wie in Zeitlupe beobachten können.

Aber irgend etwas passt nicht. Ich werde wieder unsichtbar! D. h., meine Äußerungen werden immer weniger wahrgenommen und kommen schließlich bei niemandem mehr an, als würde man bei einer Tonaufnahme langsam ausblenden. Schließlich wird die Szene vollends theatralisch in der Weise, dass der gestürzte Mann mit einem feinem Lächeln und offenbar völlig unversehrt aufsteht, als hätte ein Regisseur „Cut!“ gerufen. – Prüfung nicht bestanden.

Zu „Unfall in der U-Bahn“ assoziiere ich sofort ein sehr seltsames Erlebnis in dem Bereich, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre. 24 Stunden, nachdem ich 2000 in meinem damaligen Job als Altenpflegehelfer einen Erste-Hilfe-Kurs erfolgreich abgeschlossen hatte, stürzte in einem U-Bahn-Zwischengeschoss auf meinem Heimfahrtweg ein etwa 65jähriger auf den Boden. Er stolperte nicht und er fiel nicht, er stürzte wie bei einem Kopfsprung ins Wasser.

Da ich voll im Stoff stand, hatte ich kein Problem damit, die notwendigen Maßnahmen zu beginnen. Ein hinzu gekommener Medizinstudent half mir und versicherte mir, dass ich meine Sache gut machen würde. Dass er im Vorklinikum war, hätte er nicht erwähnen müssen. Wäre er in höheren Semestern gewesen, hätte er vielleicht bemerkt, dass mich Lob eher verunsicherte. – Little joke btw!

Der Gestürzte hatte eine lange Narbe vom Hals bis über den Bauchnabel. Er war mit einiger Sicherheit schon einmal am Herzen operiert worden. Bereits, als ich ihn erreicht hatte, war er zyanotisch. Deshalb begann ich sofort mit Herzdruckmassage und Beatmungsversuchen. Der Student, der am Notruftelefon gewesen war, löste mich dabei ab, damit ich die Mannschaft des Rettungswagens einweisen könnte.

Der Wagen war erstaunlich schnell da, nach etwa fünf Minuten. Ich hoffe, das wird bei mir auch der Fall sein in dem Moment, wenn der knochige Altgeselle mit dem historischem Handerntegerät für Gras und Getreide mich blöde anmacht. Wer hatte jetzt noch einen Gedanken in dieser Richtung? Zudem habe ich auch noch Blut der Blutgruppe 0-, das für alle anderen Blutgruppenträger verwendet werden kann, während umgekehrt gar nichts geht. Ich bin nie wirklich integriert in eine Grupp; ach, schöner Schmerz…

Ein Typ, der mich bei meinen Einweisungsversuchen beobachtet hatte, spuckte demonstrativ aus und gebärdete sich, als wolle er mir Eine rein drücken. Ich glaube, der hatte mich auch schon bei meinen Erste-Hilfe-Maßnahmen wahrgenommen. Seine Reaktion verstehe ich bis heute nicht. Wahrscheinlich wieder meine unterschwellige terroristische Ausstrahlung! Auch wollte ich, im Unbewussten, nur ’nen alten Mann knutschen usw. Das Schicksal des Schizotypen – verkannt werden! Dabei bin ich sooooo ein guter Mensch!

Tja – nix guter Mensch! Dieses Zögern… Ich bin keineswegs sofort zu dem Verunglücktem geeilt, sondern habe etliche Sekunden gezögert. Machte denn keiner was? Kerndeutsch, das! Hannemann, geh Du voran! Dass Dutzende Leute vorbei liefen, ohne auch nur stehen zu bleiben, tat nichts zur Sache. Musste ich aus meiner Beobachterrolle heraus treten und als aktiv Handelnder sichtbar werden?

Wie gesagt, es waren nur einige Sekunden Zögern, aber die gehen bis heute in mir um. Dabei könnte ich mich damit zu entschuldigen versuchen, dass auch die Notärztin nach minutenlangen Bemühungen nichts mehr machen konnte. Der Mann war offenbar, um eine weitere durchgekaute Redewendung zu bemühen, „auf der Stelle tot“. Nach etwa zehn Minuten erfolgloser Bemühungen des Rettungsteams habe ich dann verstohlen abgewunken und mich mürrisch getrollt.

Das war mein erster Toter. Das war eine „Prüfung“, 24 Stunden nach bestandener Prüfung. Ja ja – Schizo! Aber hier noch ein weiterer Textbaustein„so schnell kann es gehen“… Batsch – und Sense!

Bla. – Häff fann!

Ick bin ein Böhrliena!

21.01.2013

Wieder einmal! Die eine Straße ist wohl die Prenzlauer Allee zwischen Torstraße und Danziger. Ich bin stadtauswärts unterwegs, also in Richtung Danziger. „Weit, hell, licht, frei“ fällt mir zu der Traumlandschaft ein. Sohnimatz will zu Hause, uääääh! Aber, ach – ich merke schon im Traum deutlich, dass ich mich dem „strukturell vorgegebenen“ Ziel nicht einmal annähere.

Aber doch war es schööön, ach! Wieder dieses irre Empfinden wie in fast allen diesen Träumen, das sich, Überraschung, in Worten nur annähernd erfassen lässt. Die atmosphärischen Hintergrundstimmungen wie hier „Weite und Freiheit“ usw. sind im Traum weit stärker, als sie in dem Bereich je waren, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre. Womöglich sind im Traum alle die neurotischen Einengungen und andere Faxen und Mätzchen weg, an die man sich im so genannten Wachzustand gewöhnt hat. „So ist das Leben!“, bla bla bla. *Würg, schüttel, rülps*

„Strukturell vorgegeben“ bezieht sich auf eine meiner „Thesen“, die ich in Vollzug des für Störungen des schizoformen Spektrums typischen Symptoms „Theoriebildung“ zahlreich entwickelt habe. Noch ist nicht wirklich bekannt, warum wir schlafen müssen. Okay – warum die terrestrischen Hominiden schlafen müssen! Ich hasse Frau Dr. Luxemburg! „Man kann nicht aus der Menschheit aussteigen!“ Pah! – Ich glaube jedenfalls, dass im Traum die eingefalteten Strukturen des Universums quasi „angetippt“ werden.

Dann wieder diese gleichfalls bereits Dutzende Male in Prüfungsträumen erlebten „Stadt-Rallyes“ in der Tram. Ich wurde ja bereits des Öfteren in Träumen in der Straßenbahn durch Städte geschaukelt, in denen es gar keine Tram gibt, wie z. B. in E-Stadt. Diese Fahrten zeichnen sich vorzüglich aus durch rasantes Schneiden von Kurven aus den Schienen raus und über den Bürgersteig weg usw.

In der Tram sind fast alle Sitze besetzt mit fast vollständig schwarz gekleideten jungen Frauen. Diese Kleidung wirkt jedoch keineswegs gruftig oder gothicmäßig, sondern eher konservativ. Ich glaube, die Frauen sind orthodoxe Jüdinnen. Es dürfte sich hier um einen Tagesrest handeln. Letztens habe ich zufällig ein YouTube-Video gesehen, in dem das Leben moderner Chassidim vorgestellt und das Kamera-Team ungewöhnlich weit „herein gelassen“ wurde. Eine der ersten Auskünfte einer der ersten Interviewpartner lautete, sinngemäß, man bekäme als Chassid immer eine Frau, ob man wolle oder nicht. Ich denke, das ist dann doch nichts für mich! Außerdem würde ich eh‘ nicht in einen Club eintreten, der Leute wie mich als Mitglieder aufnimmt. Sorry! Gnihi.

Natürlich muss ich wieder irgend etwas tun, das piepeinfach und naheliegend scheint und nur von mir nicht wahrgenommen wird. Plötzlich steht eine Frau auf einem Sitz hinter der Fahrerkabine auf und zeigt mir ihren wohlgeformten weißen Popo. Ja ja, latente Homosexualität, danke, Doc – lass stecken! Auch stehe ich für Anzeigen wegen antisemitischer Äußerungen jederzeit zur Verfügung. Bin ich froh, dass ich nur ’n wild gewordener Spießer bin! Was hätte Master Broder mir erst unterstellt! Sorry!

Seltsamer Weise hebt die Frau nicht ihren Rock hoch, sondern zieht ihn herunter. Sie hat offenbar auch kein Höschen an. Die Frau ist gar nicht mein Typ, sie ist eher mollig. Keineswegs dick, sondern reif-rundlich-füllig. Mehr so Rubens, nich‘! „Das ist es, was Sie brauchen, was zum richtig Anlangen, nicht immer ihre Nymphchen und Elfchen!“ Schnauze, Über-Ichs! Kann ja lieben, wen ich will! – „Sie können ja eben nicht lieben!“ Schnauze, Über-Ichs!

Die Szene löst sich auf, weil ich die geforderte Handlung zu ihrer Vollendung nicht gebacken bekomme. Worin bestand die? In der Tram im Stehen von hint… – sorry! Prüfung nicht bestanden!

Dann bin ich in einem großem Plattenbaublock, den ich nicht sicher identifizieren kann. Es ist aber der Block „enthalten“, in dem ich in E-Stadt etwa von 1963 bis 1970 gelebt habe. Ankommen, Landen, nach Hause kommen, wie üblich. Auch hier wirkt wieder diese für Träume typische Vermischung von nicht kompatiblen Details. Dieser Wohnblock ist gar kein Plattenbau, sondern solide „handgemacht“. Auch hat der reale Block nur vier Etagen, das Traumhaus aber mindestens zehn.

Ich habe ein Apartment zugewiesen bekommen. Ich weiß sogar jetzt noch die Nummer – 0360. Offenbar eine Parterre-Wohnung, wobei jedoch 360 Wohnungen in einem Erdgeschoss unwahrscheinlich sind. Is‘ ’n Traum! Ich muss aber wieder einmal irgendwo hin zurück, womöglich den Wohnungs-Schlüssel holen, und weiß wieder einmal nicht, wohin.

Dann sehe ich in einem oberem Stockwerk aus einem Fenster „nach hinten raus“ und blicke auf einen riesigen Lichtschacht, auf dessen Boden üppig Rasen wächst. Auf dem Rasen liegen mehrere Frauen in Badeanzügen. Eine Frau grinst mich an. Sie erinnert ein bisschen an Sybille Berg. Sorry – is‘ ’n Traum! (… muahaha…)

Das Grinsen vermittelt diese mir aus dem Bereich, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre, unwohl bekannte ungute Rückmeldung. „Typ, Du packst es nicht – Du bist echt unrockbar!“ Prüfung nicht bestanden!

So weit die aktuellen Meldungen vom Nabel der Welt – häff fann!

Realer als real. Sozusagen Glasklarträume.

20.01.2013

In der Nacht zu gestern kam wieder etwas mit Haus, Wohnung usw. Das bedarf keiner weiteren Erläuterung. Aber ich kannte den Wohnblock nicht. Ich spürte auch keinen gefühlsmäßigen Anklang an ein mir bekanntes Haus, wie es oft der Fall ist, wenn ich Häuser im Traum optisch nicht zu identifizieren vermag.

Eine Frau mit Kinderwagen kommt mir entgegen. Dies offensichtlich auf dem Weg an der Rückseite des Hauses, denn es sind hier nur Fenster und Balkons zu erkennen, keine Eingänge. Der Weg ist sehr schmal, etwa einen Meter breit, und die Frau muss an einem Hindernis und an mir vorbei. Das Hindernis besteht aus einem leerem Kinderwagen oder einem Handwagen. Ich schiebe diesen Wagen ganz an das Haus und stelle mich dann selbst an die Wand, um die Mutter mit Kind im Wagen vorbei zu lassen. Ich sage dabei nichts und versuche mich auch nicht an einer dieser Grimassen, die ohnehin nur selten als Lächeln wahrgenommen zu werden scheinen.

Die Frau bleibt stehen und sieht mich an. Wie unzählige Male in diesen Träumen wird etwas von mir erwartet, das für jedermann selbstverständlich und mühelos zu erledigen scheint. Aber ich packe es nicht! Ich weiß gar nicht, um was es geht. Soll ich die Frau freundlich grüßen? Ihr anbieten, den Kinderwagen irgendwo hoch oder herunter zu tragen? Das Kindchen loben? „Die Ohrläppchen – ganz die Stief-Nichte!“? Ich weiß es nicht.

Aber sofort gibt mir die Frau zu verstehen, dass sie dieses mein Versagen erwartet hätte. War ja klar – hat einfach keine Eier, der Typ! Zum ersten Mal in dieser Deutlichkeit spüre ich den schon oft in Prüfungsträumen generierten mörderischen Impuls. Ich knalle der Kuh Eine rein! Aber das tue ich nicht einmal im Traum. Ich bin sooo ein guter Mensch! Die Frau scheint zudem nach einigen Augenblicken beschwichtigt und bereit zur Verzeihung trotz meines Versagens. Sie gibt mich sozusagen frei und geht ihrer Wege. – Prüfung nicht bestanden!

Wieder fällt mir auf, wie dürftig Sprache ist. Oder jedenfalls meine Sprache! Ich habe nicht einen Bruchteil dessen rüber gebracht, was ich in diesem Traum empfunden habe. Ohnehin kann ich mich in den letzten Wochen immer nur an Teile meiner „Traumprüfungen“ erinnern. Wenn ich schätzen sollte, würde ich von einem Viertel oder Fünftel reden wollen.

Aber ich will noch etwas zu diesem aggressivem Impuls sagen. In unregelmäßigen Abständen werde auch ich angezogen von den Geschichten der ganz Großen der Branche Literaturproduktion. „Geschichten“ hier im doppeltem Sinn; einmal im literarischem Sinn von „Erzählungen, Romanen“ usw. und dann aber auch im Sinne der biografischen Angaben zum und vor allem der Anekdoten um den Autor.

Vor einigen Wochen wurde diese Anziehung ausgelöst bei meiner ersten Runde durch alle Folgen von „Castle“. Ich muss schon wieder grinsen nur bei der Erwähnung des Namens! Zu meiner Verblüffung habe ich festgestellt, dass die exklusive Schriftsteller-Runde, in der Castle zu pokern pflegt, „echt“ ist. Das heißt, im Vor- oder Nachspann eines Filmes erscheint dann unter dem Namen „as himself“. Zum ersten Mal habe ich dergleichen wahrgenommen bei „SG 1“, als in einer Folge der „echte“ Chef der US Air Force auftrat. Die Amis haben es leicht! Wenn da Einer mit Sternen kommt – immer grüßen! Ist immer ein General, kann man nichts falsch machen! Außer Generälen hat keiner Sterne an der Kluft!

Ich bitte meine augenfällige Gedankenflucht in Gestalt prämilitaristischer Abschweifungen zu entschuldigen; auch ich kann meine Sozialisation nicht leugnen und die hatte nun einmal zu großen Teilen sozusagen „im uniformierten Ambiente“ statt. Ich bitte, nach unten weg treten zu dürfen! Im nächsten Leben aber werde ich Offizier! Dann bin ich jetzt entweder General oder habe die 25 Dienstjahre 2005 abgeschlossen und infolgedessen auch ohne Zücho meine Selbststrukturierung derart forciert, dass ich jetzt diszipliniert Bücher schreibe. Pah! Wäre ja noch gelachter!

Aber ich schweife immer noch und schon wieder ab! In Castles Poker-Runde sitzt auch James Patterson. Der Mann wird in manchen Rankings als globale Nr. 1 geführt oder zumindest auf vorderen Plätzen. Schön für ihn! Sorry.*

Da ich mir aber nun derartige Rankings einmal genauer angesehen habe, bin ich auf Master Koontz gestoßen. Dass ich mir ausgerechnet „Der Geblendete“ aus der schon mehrfach und zu Recht von mir gelobten Kreisbibliothek geholt habe, ist einfach zu erklären. Koontz stellt in dem Buch im mehrfachem Sinne phantastische Bezüge zu aktuellen Erkenntnissen der Quantenmechanik her und verwendet schon in der Zueignung einen Sinnspruch Feynmans über die Unmöglichkeit, Quantenmechanik zu verstehen.

(… womöglich muss ich mich hier aber korrigieren, denn wahrscheinlich sagt man statt „Kreisbibliothek“ mittlerweile „District-Media-Leasing-Point“… *hüstel*…)

Bei der Lektüre einer Schlüssel-Episode mit dem „Helden“ Junior Cain habe ich einen Ruck gekriegt. Sorry, Herr Herzog! In bisher von mir nicht erlebter Genauigkeit hat Koontz das Innenleben eines Psychopathen in einer Grenzsituation geschildert. Eines der ersten Opfer Cains ist die Krankenschwester, die ihn versorgt hat, als er nach dem Mord an seiner Frau eine lebensbedrohliche Brech-Attacke erleidet. Cain spinnt sich komplett Einen an! Er ist allen Ernstes überzeugt, dass diese Krankenschwester derart in ihn verliebt wäre, dass sie sich schon nach seiner ersten Berührung heftig lubrifizierend die Klamotten vom Leibe reißen würde usw. Koontz hat das ein bisschen anders formuliert, aber ich bin als gemeiner Mitti (homo sapiens honeckerensis) stolz und froh, überhaupt lesen und schreiben zu können. *Hüstel.* – Sorry!

In Wirklichkeit ist diese Krankenschwester einer der wenigen Menschen, die Cain bis zu einer Stelle durchschaut, bis zu der selbst Fachleute nicht sehen können oder wollen. Natürlich hält alle Welt die Brechanfälle Cains für adäquate und einfühlbare Reaktionen auf den vermeintlichen tragischen Unfall seiner Frau, die Schwester dagegen hat schon die ersten Kontaktversuche Cains richtig gedeutet und ihre Wahrnehmungen an den gleichfalls von Anfang an misstrauischen Polizei-Detektiv Vanadium gemeldet. Cain dagegen schwelgt schon als Intensiv-Patient seiner Sache vollkommen sicher in Vorstellungen der Art, er hätte die Frau grandios sexuell stimuliert durch seine bloße Anwesenheit usw.

Im Buch „kippt“ die Situation aber, als Cain nach seiner Genesung die Schwester „besucht“. Mit einem Schlag wird Cain bewusst, dass und wie sehr sein Weltbild inadäquat ist. Diese blitzartige Erleuchtung löst einen mächtigen Impuls blinder Wut aus und Cain erschlägt die Krankenschwester.

An diese Szene hat mich der mörderische Impuls in meinem Traum erinnert… Aber es geht mir, man höre und staune, gar nicht um mich, sondern um einige Überlegungen zu dieser nur einige Minuten anhaltenden Schlüsselszene von Koontz‘ Roman.

Erstens fällt mir zum wiederholtem Male auf, dass sich derart subtile Schilderungen von psychischen Grenzsituationen eher in der „U“- als in der „E“-Literatur zu finden scheinen. Aber das ist vielleicht nebensächlich, da diese Trennung in „U“ und „E“ bekanntlich eher eine deutsche Spezialität zu sein scheint, die im Zuge allenthalben zu beobachtender Verwischung von Grenzen zunehmend ihre Wirkung verliert.

Dann beschäftigt mich seit der Lektüre die Frage, ob und wie weit der Autor zumindest während der Zeit des Schreibens der greulich grandios beschriebene Psychopath „war“. Mit anderen Worten – wie weit ist „so was“, Klischee-Alarm, „in jedem von uns drin“? Und an welcher Stelle, unter welchen Umständen „kippt“ das? Wann und wie wird aus der „Theorie“ wie wissenschaftlicher oder belletristischer Bearbeitung die grausame „Praxis“ einer delinquenten Aktivität in der so genannten Realität? Usw.

Nach meiner Beobachtung zeigt Koontz in seinem Buch eine wesentliche und vielleicht sogar die entscheidende Eigenart von Psychopathen. Im Grunde eingesperrt in ihre rigiden Muster der Weltwahrnehmung, empfinden sie dieses „Gefängnis“ nicht als solches, im Gegenteil scheinen sie völlig in sich zu ruhen. Das entsetzliche Defizit wird als völlige Autonomie erlebt usw. Dies hat auch oder gerade politische Auswirkungen, denn logischer Weise gelangen solche scheinbar psychisch starken und stabilen Leute gerade in Zeiten allgemeiner Verunsicherung leicht in Führungspositionen.

Ich bin von meinen Ausführungen jetzt derart beeindruckt, denn natürlich ist pathologischer Narzissmus eine wesentliche Charaktereigenschaft von Psychopathen, dass ich sie sofort sozusagen „zurück nehmen“ muss. Hier nun die Rücknahme: bla!

In diesem Sinne – häff fann!

PS: Koontz ist einer der „konstruktiven Graphomanen“. Ich habe davon geträumt, ein solcher sein zu dürfen, etwa 1976, als ich… – Nee, ich will nicht jammern! Man höre und staune! Aber es ist schon beeindruckend!

* Ist da ein Tönchen Neid zu hören? „Dem Klienten gelingt es in zunehmendem Maße, ‚unerwünschte‘, weil bereits von Bezugspersonen seiner frühen Kindheit unter Strafandrohung abgelehnte Emotionen in seine katastrophalen seelischen Strukturen zu integrieren!“ Thx, Dr. Freudlos! Das haben Sie neuerlich männlich herb verbalisiert! Ich könnte Sie wieder unter die Couch knutschen!

Wegen charakterlicher Erstarrung fällt die Befreiung aus

15.01.2013

Nietzsche hat das wohl gesagt, sinngemäß. Ja, der Groß-Denker mit dem Handfeger unter der Nase! Es gäbe Leute, die bestimmte Dinge nicht packen würden, aber anderen dabei helfen, sie zu packen. Wie gesagt – sinngemäß. Und – nein, ich bin nicht größenwahnsinnig! Es geht ums Prinzip.

Ich habe mir diesen Satz gemerkt und habe mir immer einmal wieder vorgenommen, danach zu handeln. Jetzt hat es ein bisschen geklappt! Ja ja, ein bisschen schwanger immer wieder und noch einmal.

Ich habe einer Blog-Freundin eine fette Liste mit Immobilien-Angeboten gesandt und siehe – eine der Anzeigen haute hin! Oder wie man da sagt, sagt man nicht?! Man bzw. frau wohnt jetzt da. Ganz ohne Quatsch und Quasseln bin ich froh, ein ganz klitzekleines bisschen was für Andere getan zu haben. Es ist nämlich ein Irrtum zu glauben, dass ich rasend begeistert wäre, dauernd aus dem Narzissmustopf zu kommen.

Ich hatte mich da auch einmal gemeldet, vor etlichen Monden. Ich bin aber wohl wieder leicht schräg rüber gekommen oder was. Nun sind da immer noch karge Klausen frei und außerdem stehen diese terrestrischen Wohnhöhlen in der Nähe von – pssst! Schlapphut liest mit! Bisher ist bei meinen Anrufen keiner ans Fernsprechgerät geschritten. Sie nennen das „Telefon“.

Tja, und heute Nacht ist mir die Blog-Freundin im Traum erschienen und hat mich aus einem Gefängnis zu befreien versucht. Auch hier bedarf es wohl keiner Unterstützung von Dr. Anna Lyse, um die Traumszene angemessen zu deuten. Die Aktion hatte durchaus action, Alter! Aber es hat, Überraschung, nicht geklappt. – Prüfung nicht bestanden!

Um Missverständnissen vorzubeugen, hier noch die Anmerkung, dass die Traumfrau nicht auf Männer steht. Das vermag ich allerdings mühelos nachzuvollziehen! Ich bin mit dem einem beim Rasieren völlig ausgelastet, obwohl ich immer wieder Spiegelneuronen entdecke. Außerdem ist das Patriarchat ein Unfall der abendländischen Kultur. – Sagte der verkappte Macho, um sich bei fortschrittlichen Kreisen ein zu schleimen…

Immer weiter, immer weiter, immer weiter – in diesen berüchtigten kleinen Schritten…

Bla. Häff fann!

PS: Ich bin sooo ein guter Mensch! Boah!

Von auftauenden sowohl Katern als auch echten Kerlen

14.01.2013

Aus einem Wandschränkchen, das an einen Erste-Hilfe-Kasten erinnert, befreie ich Herrn Ramses Kabelbeißer, meinen Kater. Er ist vollkommen steif, wie tief gefroren. Nachdem ich ihn an die Schulter gelegt habe, taut er auf und wird putzmunter. Die Haltung eines Salonlöwen beinhaltet natürlich „Prüfung“ und „Übung“ im Wachzustand! Testen von Fähigkeit und Bereitschaft zur Versorgung eines Kleinkindes.

Wer hat sich das ausgedacht? Das Leben als Folge von Prüfungen, als Kette von Kōans usw. Ich werde es womöglich nie erfahren. Aber ich werde es wohl gebraucht haben! Ob ich die Prüfung bestanden habe, weiß ich nicht. Der Stimmung und meinem neuerlichem Herausfallen aus der Situation nach zu urteilen eher nicht… Na, ist das ’ne Überraschung?!

Die wirkliche Überraschung könnte aber in einer weiteren Traumsequenz enthalten sein. In dieser Szene bin ich im angeregtem Gespräch mit einem Biker oder gar Rocker. Der Mann sieht etwa so aus, nur sind die Kopfhaare des Traummannes pechschwarz. Boah, habe ich einen Schiss! Ein richtiger Voll-Mann! Mir kommt gleich der Kupferbolzen, Babe! *Hüstel*

Das „übliche“ Herausfallen aus dem Dialog findet nicht statt. Bestimmt hunderte Male in meinen Prüfungsträumen habe ich es erlebt, dass nach anfänglichem Kontakt der Dialog-Partner mich plötzlich nicht mehr wahrzunehmen scheint. Als wäre ich tatsächlich unsichtbar, nicht nur im metaphorischem Sinne eines neurotischen Selbstbilds.

Das scheint mir jedoch einfach zu erklären. Ich quassele die Traumpartner ebenso seelenlos voll wie Leute, denen ich ich in dem Bereich ein Ohr ab kaue, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre. Dieses Gefühl, in mir kein emotionales Gegenüber zu haben.

Das Bild einer „chronischen leichten Schizophrenie“, das Fromm bereits vor Jahrzehnten bei vielen Zeitgenossen beobachtet hat. Mit Fromm ist auch hier wieder der Sozialphilosoph gemeint, nicht der Erfinder des nach ihm benannten Befruchtungs-Blockierungs-Gummis. Christoph Hein hat dieses Phänomen gruselig grandios geschildert in „Der fremde Freund“, für unsere kapitalistischen Menschen erschienen unter dem gleichfalls bezeichnenden Titel „Drachenblut“.

Überrascht bin ich schon im Traum über den anhaltenden Dialog. Es findet ein richtiges Gespräch statt. Ja, ich bringe den archaischen Recken sogar zum Lachen! Okay – verhaltenes Kichern! Er erwähnt, dass er Reiten lernen wolle. Daraufhin erwidere ich, das hätte er doch schon im Motorradsattel geübt. Alter Dino, was ein Esprit wieder, cool! Hierauf verzerren sich die Mundwinkel des motorisierten Muskelmannes in einer Art, die mit einigem gutem Willen auf ehrliche Erheiterung schließen lassen könnte.

Das ist seit 1986 die zweite Traumszene, bei der ich das Gefühl nicht ohne Mühe zu unterdrücken mich veranlasst sehe, vielleicht ein bisschen bestanden zu haben.

Ja ja, schon wieder – ein bisschen schwanger! Auch ist die Formulierung „das Gefühl nicht ohne Mühe zu unterdrücken mich veranlasst sehe“ natürlich eine gar artige Verbeugung vor dem Großen Lübecker Wortsetzmeister. Ich kann nicht anders – ich muss dergleichen hin und wieder verstohlen einstreuen. Vergib mir, herbe Dame Welt!

Der erste Traum mit eventuell bestandener Prüfung wurde mir vor mindestens zehn Jahren gesendet. Ich glaube, dies hatte gar noch in Big B statt und demnach vor dem Februar 1999, als ich zum Hauptversammlungsplatz der Bajuwaren aufbrach, um im Stamme der Ammoniten unheilvoll zu hospitieren.

Ich stehe im Foyer des ehemaligen Schülerwochenheims in Hütte, dem linken Gebäude. Dort ging es in meinem Lebenslauf einige Monde bergauf.

Vor mir stehen vier oder fünf etwa zehnjährige Heimkinder. Die Prüfung besteht darin, dass ich ein Kind auswählen muss, vermutlich zur Adoption. Buchstäblich Sekundenbruchteile, bevor ich in unwohl bekannter Weise wieder aus der Situation falle, gibt es in mir einen Ruck und ich rufe hastig „Ich nehme alle!“ Jubelgeschrei und Beifall und der Traum ist zu Ende. Ganz tief drin habe sogar ich menschliche Züge! Auch würde Herr Brecht beifällig schmunzeln. Ich wiederhole nicht zum letztem Mal, dass es in diesen Träumen um das Erzeugen einer Bindung an eine Person oder eine Werktätigkeit geht.

Ist dies nun der Versuch der emotionalen Bindung an einen Job als Heimerzieher? Geht ja gar nicht! Ich bin doch 2008 leibhaftig in E-Stadt erschienen, ja, ich habe da sogar einmal eine Gruppe von Heimkindern getroffen. Wehmut wollte mich anfallen, allein, ich wusste ihr heroisch zu wehren, ha! Da war Hoffnung, als ich um 1974 heimlich zugegen war, ach!

In diesem Sinne – häff fann!

Die Unfähigkeit zum Wechselsprechen ist womöglich Anlage

10.01.2013

Das Haus ist riesig! Mindestens vier Etagen incl. Souterrain, und einer der Gänge ist minimal 20 Meter lang, der andere etwas kürzer. Ich erkenne das Haus weder im Traum noch in dem Bereich, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre. Ich bin in dem Haus sanierend und renovierend mit dem Herrn zu Gange, der kurz vor meinem Wegzug in das Zimmer neben meiner Klause in diesem Gartenhaus in M gezogen ist. Der Mann war lange Zeit in den Staaten – und ist freiwillig zurück gekommen. Es gibt nichts, was es nicht gibt! Postmoderne schööön!

Das Geländer im Treppenhaus ist surrealistisch gestaltet bzw. verformt. Die Verformung zeigt sich unter anderem in der Korkenzieher ähnlichen Verdrillung des Handlaufes. Außerdem geht auf einer Kehre ein großes Bündel Fäden mit Kugeln aus Glas und Holz vom Handlauf ab. Die Kugeln sind grell gelb und das Bündel steht im Winkel von etwa 45° in die Luft, als wäre es, ehemals flüssig, in dieser Stellung erstarrt. Wir hämmern, meißeln, schippen, karren usw. Womöglich ist das wieder ein Versuch, eine emotionale Bindung an den Job „Bauhelfer“ zu erzeugen.

Einmal stehe ich vor einer Wand mit einer dieser Platten aus Messing, wie sie für Wechselsprechanlagen typisch sind. Ein Knopf zum Drücken, wenn man sprechen will, ein Lämpchen zur Verbindungsanzeige und diese etwa ein Dutzend Schlitze mit dem Lautsprecher dahinter. Natürlich ist dies die Stelle, an der ich die Prüfung nicht bestehe. Ich will auf die aus dem Gerät erfolgenden Anweisungen und Hinweise antworten und es gelingt mir nicht, eine Verbindung herzustellen.

Gegen 13.00 Uhr aber erbringe ich in dem Bereich, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre, eine freudlos Freudvoller kaum denkbare Fehlleistung. Alle drei, vier Wochen kaue ich einer Mitarbeiterin der Caritas mehr Ohren ab, als sie hat. Nun hatte ich aber gar nicht heute den Termin, sondern morgen. Auf dem Weg komme ich an einen repräsentativem Altbau vorbei, in dem sich ein Vermessungs-Amt befindet. Als ich auf der Höhe des Eingangs bin, höre ich eine der Ansagen, wie sie Telefongesellschaften schalten, etwa des Inhalts, der Teilnehmer wäre nicht erreichbar usw.

Die Ansage kommt jedoch aus der Metallplatte neben der Eingangstür. Es ist eine dieser Platten aus Messing, wie sie für Wechselsprechanlagen typisch sind. Ein Knopf zum Drücken, wenn man sprechen will, ein Lämpchen zur Verbindungsanzeige und diese etwa ein Dutzend Schlitze mit dem Lautsprecher dahinter. Yeah.

Der Histrionische erliegt seinem Münchhausen-Syndrom und erzählt Lügenmärchen! Der Schizophrene entwickelt das typische Symptom des Empfindens von „gemacht Werden“ der Realität! Usw. usw. usf. Bla bla bla, laber laber laber! Wir versuchen es noch einmal mit niedrigpotenten atypischen Neuroleptika, um die Grenzen nach außen bisschen zu schließen. Bla bla bla, laber laber laber!

Dazu aber noch einige Anmerkungen. Erstens – wenn ich mir doch Geschichten ausdenken könnte! Klappe, die x + erste! Dann habe ich derartige „Zufälle“ seit 1986 -zig Male erlebt. Oft habe ich sie „vorsichtshalber“ ganz schnell vergessen. „Weil, so schließt er messerscharf/nicht sein kann, was nicht sein darf!“, Christian Morgenstern.

Wer hat sich das ausgedacht? Was soll das? Was wollen die? Bin ich ein stumpfer Waldschrat ohne jeden kreativen Funken? Muss man den aber in mir entfachen, unter anderem in mir, weil ich sonst einer dieser Destroyer wäre? Zerstörerische Menschen sind Menschen, die keine Möglichkeit haben, das Schöpferische zu leben usw.? Haben die es geschafft, den Antrieb, der in vielen Jahrhunderten in literarischer Dichtung sich manifestierte, direkt in Wirklichkeit umzusetzen? Ist es da Leuten gelungen, nach dem dritten Reich und der Stasi zum drittem Mal eine gesellschaftliche Groß-Symbiose zu entwickeln und dieses Mal „richtig“, weil konstruktiv? Gibt es keine psychotischen Zustände, vielmehr diese Zustände tatsächlich adäquat den aktuellen Ein- und Ansichten unter anderem der Quantenmechanik sind? Ist das die Wende und ich habe die Wende verpennt? Offenbar scheinen ja etliche Leute überzeugt, Wende war, die Mauer ist weg und Bananen für alle usw. Nee, is‘ nich‘ lustich!

Bla. Häff fann!

An der Kante. Heute: Bettkante

09.01.2013

Zunächst bin ich in diesem Abschnitt der Straße der Republik in Hütte. Es ist Nacht und alle Fenster in der Straße sind erleuchtet. Wie nur in Träumen möglich, ist die Fahrbahn trotzdem stockfinster und es ist zudem totenstill, obwohl zwei Motorräder halsbrecherisch stadteinwärts rasen und dabei durch die Reihen parkender Fahrzeuge Slalom fahren. In dem Bereich, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre, herrscht in diesem Abschnitt der Straße wahrscheinlich Parkverbot. Dessen bin ich mir nicht sicher, es ergäbe sich nur unter anderem aus der Breite der Fahrbahnen.

Schon im Traum merke ich bei diesem Gedanken, dass es sich gleichzeitig noch um eine andere Straße handelt. Welche, vermag ich nicht zu erkennen, aber der Anmutung nach dürfte es eine Straße in Big B sein. Da die Krad-Artisten etwa in Höhe des ehemaligen „Lunik“ buchstäblich „verschwinden“, obwohl mir ganz klar ist, dass ich sie erreichen muss im Sinne von ihnen etwas mitteilen, ist das Nichtbestehen der Prüfung buchstäblich augenfällig. (… ’n interessanter Vertipper… btw… „Mottoräder“…)

Dann bin ich in einem Zimmer ähnlich dem in der Pension in M., dem Hauptversammlungsplatz der Bajuwaren. Gleichzeitig ist es ein Zimmer im Haus der ewigen Kindheit. Ich sehe am Fenster auch noch ein weiteres Bett. Ich sitze auf der Bettkante und lese in einem Buch. Dabei geschieht neuerlich dieses in Worten sehr schwer Auszudrückende. Während der Lektüre habe ich wieder das Verlangen, sozusagen in die Szene hinein zu kriechen, konkret also in das Buch. In dem Text ist etwas, das ich unbedingt festhalten muss. Die „Weltwahrnehmung“ von „vorher“ ist wieder da, von vor dem Großen Riss 1986. Sie ist auch dieses Mal im Traum stärker ausgeprägt, als sie damals in dem Bereich tatsächlich war, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre.

Zudem habe ich den Text offenbar selbst geschrieben und mir ist dabei der „Durchbruch“ ins wirkliche Dichten, Erzählen, „Spinnen“ jenseits des Berichte Schreibens gelungen. Ich spüre aber deutlich, dass mir auch dieses Mal alles entgleitet. Daraufhin breche ich „innerlich“ zweimal in Tränen aus, während ich weiter zu lesen versuche. Während der gesamten Szene erscheint zweimal eine „dicke Mama“ aus dem Stamme der Ammoniten, die zugleich besorgt und belustigt ist.

Nicht nur innerlich lautloses Weinen, sondern das auch als Traum-Ich! Es klingt wahrscheinlich zynisch, aber mein inneres Kind hat sich offenbar sehr tief zurück gezogen. Ein ausdrücklicher Hinweis auf das Nichtbestehen der Prüfung erübrigt sich unter anderem deshalb eigentlich auch hier.

In diesem Leben werde ich nicht wieder. Aber paar Wortgruppen gruppieren geht immer – Häff fann!

Anmerkungen zu per Mental-Funk gesendeten Rückmeldungen und Steuerbefehlen (2)

08.01.2013

‚Gibta an, dissa ’n Wäpplock hat!‘

Voll korrekt, Mann! Ich gebe dermaßen an, dass ich in etwa zehn Jahren ein halbes Dutzend Blogs gelöscht habe. Dies zumindest unter anderem, weil ich total unzufrieden damit war. Diese Unzufriedenheit ist momentan auch nur ein kleines bisschen gedämpft. Ich versuche, dran zu bleiben. Ich bemühe mich um den Hauch eines Ansatzes von Kontinuität. Ich freue mich über Blumen-, Sach- und Geldspenden!

Die konstruktive Reaktion wäre, selbst ein Blog anzulegen. Das dauert ein paar Minuten und ist erst einmal kostenlos.

So. Mir ist klar, dass es grotesk oder vielleicht gar gruselig erscheinen könnte, dass ich hier gewissermaßen auf imaginäre Vorwürfe eingehe. Allein – das ist alles Wirklichkeit! Demokratie heißt auch, jedem seine Wirklichkeit. Außer natürlich, dass Andere behindert, geschädigt usw. werden.

Anmerkungen zu per Mental-Funk gesendeten Rückmeldungen und Steuerbefehlen (1)

07.01.2013

‚Will nich‘ in die Klinik!‘

Nö! Will er nicht! In welche Klinik überhaupt? Ins Haus der ewigen Kindheit? Da nehmen die mich nicht mehr! Das verstehe ich! Auch wieder so ein Text-Baustein aus dem Freudeskreis Anna Lyse! „Das verstehe ich sehr gut!“ Wie gesagt läuft die Abbuchung. Es sind relativ kleine Beiträge, die ich monatlich abdrücke für Schulden und dann für die Fensterscheiben. Aber ich bin immer noch Mitglied des Nichtarbeitskreises Dr. H. Artz-Vier und Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist. Was nun die Klinik hier im Ort angeht – der Junge hat zwar keinen Stolz, aber ich bettele die nicht. Ich habe etliche Mails verschickt und erst war ich an der falschen Stelle und dann hat sich von der richtigen Stelle keiner gemeldet.

Aber wie gesagt – ich verstehe das! Was soll ich da? Zudem versaue ich die Statistik; ich bin austherapiert. Ich bin so, mich kann man nicht mehr ändern. Zunächst war die Störung vorwiegend neurotisch im Sinne von vorwiegend erlebnisbedingt, jetzt ist sie charakterlich fixiert. Das hat bereits Dipl.-Psych. M. in den heilend hallenden Hallen des heiligen Joseph angedeutet.

Außerdem begleiten mich ja die In-Vivo-Therapeuten. ‚Wir begleiten Dich ein Leben lang!‘, wie bereits 1986 per Mental-Funk gesendet wurde. Gute Arbeit, wer auch immer! ‚Der Schmerz ist zu groß!‘ kam gleichfalls über Mental-Funk. Korrekt! Der Schmerz über das frühe emotionale verlassen worden sein usw. Da kann man nicht therapeutisch „rein gehen“! Sie hätten das nicht managen können mit ihrer „Sternstunde“, liebe Frau M.! Ich wäre völlig ausgestiegen und sie hätten mich auf die Eins verlegen müssen. Aber nichts für ungut – dumm gelaufen! Ohne Joke!

Es hilft nichts, der Mann muss dauernd angebunden werden und das passiert eben durch den „Budenzauber“. Natürlich will ich trotzdem „aussteigen“, aber das resultiert aus meiner sowohl schicht- als auch störungsspezifischen Bosheit und kann als blandes Symptom vernachlässigt werden.

Schließlich würde ein Aufenthalt in der Klinik auch deshalb nichts bringen, weil ich mich darin beheimatet und zu Hause fühlen würde und draußen schnell wieder abstürzen. Man kennt das! Extremes Beispiel sind die Knackis, die nach paar Stunden draußen ein Ding drehen, um wieder rein zu kommen, weil sie draußen nicht klar kommen. Das habe ich übrigens einmal selbst erlebt, als gerade eben noch unbehelligter Zuschauer.

Die Lösung wäre ein gewissermaßen durchstrukturiertes Milieu. Die Lösung ist aber nicht einfach, denn eine militärische Laufbahn mit klaren Regelungen sogar für das Grüßen Entgegenkommender usw. dürfte mittlerweile ausfallen und in Me’a Sche’arim nehmen sie keine vergammelten Promenaden-Mischungen. Das ist wiederum überhaupt nicht witzig gemeint! Eine Gemeinschaft orthodoxer Gläubiger ist „durchstrukturiert“, vom Erwachen bis zum Schließen der Augen. Auf jüdische Orthodoxe trifft das besonders stark zu.

Eine weitere Lösungsmöglichkeit wäre Blockhütte mit Kater und Kalaschnikow in Sibirien oder Kanada oder dergleichen. Was diese Möglichkeit angeht – die Batterie ist fast leer. Nach den über zwei Dutzend Auf- und Ausbrüchen in den letzten drei Dutzend Jahren überlege ich derzeit dreimal, etwa nach M zu fahren, dem Hauptversammlungsplatz der Bajuwaren in einer Schienenstunde Entfernung. Aber selbst diese Überlegung ist infolge chronischen Mangels an gängigen Zahlungsmitteln theoretisierend.

Kurzum – „Helf Er sich!“, Goethe. Wird schon!

Lass es erst einmal Frühling werden, Großes Energiefeld!

Traumtanz eines Asymptoten

07.01.2013

Immer weitere Annäherung an die Gerade, die aber erst im Unendlichen erreichbar ist. „Gerade“ wäre hier „gerader Lebenslauf“ oder dgl. und eventuell auch ein bisschen Mainstream. Immer wieder ein Bringer – ein bisschen schwanger!

Ich bin neuerlich in der Friedrich-Engels-Straße in Hütte am Kanal und soll wiederum an der „üblichen“ Stelle abbiegen. Vom Atmosphärischem her war ich noch nie so nah dran. Nun hatte ich dieses Gefühl schon des Öfteren, aber die Annäherung an die „Gerade“ erfolgt in immer kleineren Schritten; wie in dieser Rechenaufgabe, bei der die nächste Strecke immer halb so lang ist wie die letzte.

Wieder einer der Träume, in denen ich am liebsten bleiben möchte. Das Lebensgefühl von vor dem Riss 1986 ist darin weit stärker, als es damals wirklich war. Es muss irgendwo in mir drin sein!

Jemand begleitet mich und dirigiert mich behutsam durch die Straßen. Ich erkenne ihn nicht, bin mir aber einigermaßen sicher, dass es ein junger Mann ist. Der Mann ist, Überraschung, offenbar amüsiert.

Dann wieder dieser abrupte Zerfall von Ort, Stimmung und positiver Spannung. Es ist buchstäblich die Luft raus. Ich bin plötzlich auf einem Platz mit weiten Rasen-Flächen, zahlreichen großen Bäumen, vor allem Birken, und einigen Wohnblocks. Ich weiß nicht, wo ich bin, aber mehrere reale Orte schimmern sozusagen durch. Einmal ist es die große Kurve der Poststraße. Dann ist in der Traumlandschaft das Wohngebiet Harthof in M enthalten. Schließlich erinnert die Giebel-Gestaltung einer der Wohnblocks an die Wilhelmstraße in E-Stadt.

Ich versuche meinem Begleiter zu erklären, dass der Block in der Robert-Koch-Straße, in dem ich rund zehn Jahre meiner Scheinjugend lang hospitiert habe und der wieder einmal das Traumziel darstellt, wahrscheinlich abgerissen ist. Sorry – rückgebaut! Aber auch der Begleiter ist verschwunden. Es stimmt buchstäblich nichts mehr – Prüfung nicht bestanden.

Was mich jedoch im Traum und im Wachzustand wirklich nervt, ist die Unmöglichkeit, die unterschwellige atmosphärische Bedrohung, dieses wie Nebel quasi in das Traumbild hinein wabernde namenlos Fremde in Worten zu beschreiben. Natürlich müssen diese Traum-Szenen relativ harmlos erscheinen! Nach diesen Brüchen wie dem eben angedeutetem ist das Alpträumerische in der Atmosphäre, der Stimmung, der Anmutung, wie es in der Werbung heißt. Diese Stimmung ist drückend präsent, unabhängig selbst von heiter-verspielten Traumlandschaften. Sie ist viel wirkungsvoller als etwa ein totes Baby im Waschbecken, das mir unlängst geträumt wurde.

Im nächsten Traum erinnert die Kulisse am Rand der Traumszene an ein Level von „Command & Conquer: Renegade“. Das ist deshalb erstaunlich, weil ich das Game zuletzt vor mindestens sechs Jahren gespielt habe. Dies könnte auf eine gewisse emotionale Beteiligung deuten. Sehr peinlich! Ich muss mich dabei ertappen, zumindest rudimentäres Interesse an etwas entwickelt zu haben.

Jemand, den ich nicht erkennen kann, steht auf einem Wachturm und versucht, mich militärisch zu grüßen. Bereits diese Ehrenbezeigung hat etwas Slapstickhaftes. Kaum hat er die Hand an die Mütze geführt, bricht der Turm zusammen und die Einzelteile „spritzen“ wie nach einer Explosion in alle Richtungen. Die Szene löst sich buchstäblich in Gelächter auf – Prüfung nicht bestanden.

Zuletzt bin ich in einem schlauchartigem Gang, der gleichfalls an einige so genannt reale Orte erinnert, zum Beispiel an Gänge in dieser Schule. Es sind hektische Vorbereitungen zu einem großem Schulfest mit Theateraufführungen, Konzerten usw. zu Gange. Ein etwa zwölfjähriger Schüler singt oder deklamiert oder was auch immer* ein paar Zeilen eines selbst geschriebenen Hiphop-Titels. Ich bin echt beeindruckt, behalte das aber für mich. Der Ausdruck des Gesichts des Jungen, vor allem der Augen, macht mich misstrauisch. Old Ron wird doch wieder verkackeiert!

Dann drückt mir jemand etwas in die Hand, womöglich ein Geschenk. Ich erkenne weder den Jemand noch das Etwas. Aber jetzt habe ich wieder etwas „zu erledigen“, das nicht der Vorgabe oder der erwünschten, den Traum vollendenden Handlung entspricht. Auf einer Seite des Ganges befinden sich zahlreiche Kammern, Abstellräume oder Garderoben. Die Garderoben erinnern wiederum an die Schule, in der ich von 1971 bis 1978 hospitiert habe. Ich öffne einige Türen und will die Gabe auf einer der Ablagen unter den Waschbecken-Spiegeln ablegen. Mit diesem „Ausscheren“ aus der Situation und ihrem Beziehungsgeflecht habe ich es wieder vermasselt – Prüfung nicht bestanden.

Ich bin gespannt, ob ich neugierig bin! In diesem Sinne – häff fann!

* Ich weiß, dass das „flowen“ heißt, aber es wäre Angeberei, das geflissentlich einzustreuen. – Ich bin klein, mein Herz ist rein (ach, lasst mich in Big Apple sein! Ahuahuuu! Sorry!)!

Rot sehen – traumhaft umgedeutet

05.01.2013

„Wunscherfüllung im Traum“ scheint eine verniedlichende Formulierung! Ich bin in einem weitläufigem Gebäudekomplex, der zwar jüngeren Datums scheint, mit einigen architektonischen Details wie Säulengängen jedoch auf klassische öffentliche Gebäude anspielt. In wenigen Minuten beginnt ein Kongress, ein Festival oder dergleichen. Es knistert geradezu vor Lampenfieber. Hunderte junge Mädchen von 15 bis 25 stehen dicht gedrängt in Dutzenden Vorhallen, Gängen und Kolonnaden, durch die ich fast im Laufschritt irre.

Es sind vornehmlich Hostessen, aber auch Bühnenkünstlerinnen, die auf das Zeichen für ihren Auftritt warten. Ich bin der einzige Mann unter hunderten, womöglich tausenden schönen Mädchen. Wie in dem Bereich, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre, führt das keineswegs dazu, dass mir ’ne Feder wächst, sondern mich gruselt es. Merktnichdissaschwulis merktnichdissaschwulis!

Alle Mädchen tragen ausnahmslos rote Röcke oder rote Kleider, die vielleicht 20 Zentimeter unter dem Bauchnabel enden. Meine Aufgabe besteht darin, dass ich etwas abholen oder überbringen oder eine Nachricht mündlich übermitteln muss. Im Versuch, diese Aufgabe zu erledigen, öffne ich viele Zimmer- und Saaltüren, finde aber keineswegs meine Zielperson, sondern immer nur Dutzende weitere bezaubernde Rotröcke.

Einmal stehe ich in einer Besenkammer und vermute schon im Traum, dass ich wieder einmal an eine Tätigkeit als Raumpfleger gebunden werden soll. Dann verwandelt sich der Raum und wird zu einem Toiletten- und Waschraum, dessen Wände derart schnell auf mich zukommen, dass ich nach einigen Sekunden in einer Art Embryonalstellung fixiert bin und mich gewaltsam befreien muss, indem ich die Tür eintrete und einschlage.

Ich verlaufe mich immer erneut in dem riesigem Komplex und erblicke nicht einmal die unbekannte Zielperson, geschweige denn erreiche ich sie – Prüfung nicht bestanden.

Das geht wahrscheinlich tatsächlich weiter, bis dieser knochige Typ mit dem historischem Handgerät für Gras- und Getreideernte grinsend an meinem letztem Lotterbette lauert. Sorry, ich musste diese meine Lieblingsredewendung endlich wieder einmal anbringen!

Großes Energiefeld, zeige mir den Weg! Es muss auch für mich einen Weg geben! Häff fann!

Prinzchen auf dem Igel

04.01.2013

Ich bin nicht überrascht über den anhaltenden Verlust der Erinnerungen an meine Träume. Passt schon! Maulkorbprinzip usw. Aber dennoch und erst recht immer wieder die Frage in mir aufkommt, wo denn diese Kreativität im Wachzustand wäre…

Heute bin ich davon aufgewacht, dass ich beim Umdrehen das Gefühl hatte, mich mit den Füßen auf einen Igel zu legen. In dem Bereich, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre, war das womöglich der Kater, der sich morgens am Fußende oft ein Nest baut.

Das ist nicht weiter schlimm, denn ich habe für 50 schlappe Euronen vom Vormieter nicht nur den unbenutzt vor sich hin staubenden Fernseher übernommen, sondern auch ein 2-mal-2-Meter-Bett. Da würde auch noch ein Tiger mit drauf passen. Auch ein weiterer Mensch oder gar eine Menschin, aber dergleichen ist jetzt einfach nicht dran! Ich hatte nur ordentlich Muffensausen, dass ich das Kater-Tier quetschen könnte. Die Träume waren dann alle weg.

Aber das stimmt nicht ganz, ich kann mich an einzelne Details erinnern. Interessant, dass die jetzt beim Schreiben „wieder kommen“. Einmal habe ich jemanden auf einen seltsamen Fisch aufmerksam gemacht, der etwas von Quastenflosser und etwas von Drachen hatte. Ja ja, Herr Dr. R. – das mit den Fischen hat etwas mit der Frau zu tun! „Von Einem, der auszog, das Fürchten zu lernen!“ Das habe ich mir gemerkt! Der Teilzeit-Chassid hat das 1985 deklamiert! Der seltsame Fisch saugt sich an meinem linkem Ober-Arm fest, an meiner Pockenimpfungs-Narbe. Es gelingt mir nicht, ihn abzuschütteln. Daraufhin wache ich auf.

Dann eine Konfrontation mit einem halbem Dutzend ausgeprägt national empfindender Bürger mit sehr pflegeleichter, weil nicht vorhandener Frisur. Die wollen irgend etwas und ich kapiere gar nichts. Grotesk ist, dass mehrere der zupackenden Gestalter dieser unserer Postmoderne farbige Mitbürger mit Emigrationshintergrund sind.

Ein Hinweis auf das Bestehen der Prüfungen erübrigt sich. So vergehen die Nächte, die auf Erden mir gegeben sind. – Häff fann!

PPS: Ach ja, und dann war da noch etwas mit einer führenden Mitgliedin des Stammes der Ammoniten, die ich voll cool finde, obwohl sie überwiegend blond ist. Nein, die Häuptlingin ist nicht gemeint! Unter anderem war sie diese Jüngerin der Anna Lyse, in traumtypischer Weise aber auch noch eine weitere Frau. Da träumerische Übergriffe nicht strafbar sind, füge ich verstohlen hinzu, dass ich der Frau zärtlich über die makellos reine Wange gestrichen habe und sie dann auch ein bisschen abgeschleckt. Lasst doch Old Ron a weng Gaudi! Die hellschöpfige Mehrfachfrau war im angeregtem Gespräch mit einer Mitklientin, die wohl mittlerweile Journalistin ist. Es kam kein Kontakt zustande – Prüfung nicht bestanden.
PPS: Nochmals ist mir mehr eingefallen als nur das Gesicht – „in“ der im PS angeführten „Mehrfachfrau“ könnte Frau Buschheuer „enthalten“ gewesen sein. Jetzt fängt es mich echt an zu gruseln! Die würde mich doch als Pausen-Snack frühstücken, Spießer am Spieß! Aber es muss auch Stinos und Loser geben, damit sich die coolen Leute abheben können; das Figur-Hintergrund-Problem, man kennt das…

Alles weg

03.01.2013

Es kam „Buuuh!“ und zwar gewissermaßen „in der Gruppe“ und ich bin aufgewacht und konnte mich an nichts mehr erinnern außer natürlich an das „übliche“ Nichtbestehen der Prüfung(en). Ich befürchte einen gruppalen Infekt! Aber immerhin kann ich neuerlich feststellen, dass selbst bei mir Unrockbarem Entwicklung möglich scheint und das habe ich jetzt auch wieder gar nicht nur witzig gemeint.

Es muss einen Weg geben und es muss einen Ort geben auch für mich! In diesem Sinne – häff fann!

Abtauchen. Leider nicht im gelbem U-Boot.

02.01.2013

Wieder der Versuch einer Initiation, wieder mit einem Mädchen. Ich denke, für Mädchen gibt es keine Initiation? Womöglich handelte es sich um das träumerische Abbild meines inneren Mädchens. Wieder einmal die Anima usw. Lasst stecken, Jüngerinnen der Anna Lyse! Ich habe zu viele Bücher gelesen. „Der hat zu viele Bücher gelesen und ist davon irre geworden!“. Usw. Man kennt das! Mit solchen „Laien-Diagnosen“ kann man sich die eigene geistige Trägheit gut schön reden.

Ich sollte das Mädchen in ein Schwimmbecken stoßen und habe das auch getan. Das Mädchen war übrigens Alexis Castle, muahaha. Ich habe gestern Abend die letzten Folgen der Serie gesehen. Was für ein schmalzig-schön courths gemahlerter Abschluss! Zudem erinnert mich Frau Beckett an eine Schülerin zwei Klassen unter mir, die ich Jahre lang angehimmelt habe, zum Glück für sie aus der Ferne. Ich sollte diese Übertragung in der Gruppe durcharbeiten, allein – welche Gruppe?

Die Serie „Castle“ ist ein geradezu schreiend buntes Beispiel für das, was ich immer wieder mit „Verschwimmen der Grenzen von Dichtung und Wahrheit“ als typisches Merkmal dieser Zeit zu benennen versuche. Das beginnt bei selbstreferentiellen Passagen etwa bei Philip Roth und Paul Auster und endet im RTL-Container. Hier wird das noch auf die Spitze getrieben, indem ein Krimi-Autor eine Detektivin des Mord-Dezernats begleitet. Ständig wird an und mit den Grenzen von Fiktion und Fakten im mehrfachem Sinne gespielt. Zu Mr. Fillion aber muss ich nichts sagen; ich muss schon immer grinsen, wenn er nur anfängt zu grinsen. Wird denn auf der „Serenity“ nich‘ ’n Raumpfleger gesucht? – Sorry.

Etwa wie Castle wäre ich wahrscheinlich, wenn mein Leben „gerade“ verlaufen wäre. Nun werde ich irgendwann in den nächsten zwanzig Jahren verbittert und verbiestert in einer biederen Bude entschlafen und man wird nach ein paar Wochen die Wohnungstür unter behördlicher Aufsicht öffnen müssen, weil meine Abwesenheit niemandem aufgefallen ist und aber mein transmortaler Corpus inzwischen müffelt.* Allein, auch diese gruppendynamische Funktion macht Sinn in der Großen Vernetzung eingefalteter Strukturen! Die In-vivo-Therapeuten machen das schon!

Ins Wasser springen, ins Wasser geworfen werden usw. Das bedarf keiner „Deutung“! Ich war in einer Gruppe und mehrere Gruppenmitglieder wollten mir mit Worten und Gesten irgend etwas mitteilen, aber ich habe es nicht verstanden. Das Traummädchen hat unverrichteter Dinge das Becken wieder verlassen, ohne zu schwimmen oder weiter zu tauchen oder etwas aus dem Wasser zu holen. Prüfung nicht bestanden.

Nach dem Aufwachen war ich aber beinahe ganz dicht an ein bisschen Wut! Der Irre muss raus. Das Telefon klingelte wieder einmal sinnlos. Nein, ich hatte nicht verpennt und ich war nicht besoffen und ich spiele nicht Noodles in Chinatown und was sich Ottilchen Normalverbraucherlein zusammen phantasiert.

So.

* Diese für den im Sinne Fromms Nekrophil-Destruktiven typische morbide Phantasie hatte ich schon vor der Rezeption von „Inception“. Ich meine ja nur! Thx! – Mit Fromm ist natürlich auch hier der Sozialphilosoph gemeint, nicht der Erfinder des nach ihm benannten Befruchtungsblockierungsgummis!

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