… mal wieder Psycho-Club…

Ein guter Texter ist immer auch ein bisschen Philosoph… Bla.*

Es ist meine Aufgabe, dazu wurde ich ausgesandt, in der sogenannten Realität zu hospitieren und sie zu erkunden, aber von wem wurde ich dazu beauftragt? Wo ist die „wahre Erdkrume“ (Master London)? Welche Gruppe bildet die Instanz, vor der ich Rechenschaft ablegen muss und die wertet und richtet? Wann und wo erreiche ich die wenigstens im übertragenem Sinne, wenn schon nicht im wörtlich räumlichem? Und komme ich noch irgendwann und irgendwo in einer „realen“ Gruppe“ an, bin wirklich da, wo ich bin?

Vollwaise Fred Koske, der sich immer wieder, oder sogar vor allem, an Abwesende richtete. Vermeintliche Vollwaise, denn ein paar Jahre vor der Wende hat er erfahren, dass die ganze Mischpoche im Westen lebte. Hier bietet sich der Nicht-Roman einer Nicht-Familie an, har har. Ein Leben lang auf der Suche nach Familie, nach Eltern usw. Er hätte es heftig abgestritten, hätte man ihn darauf angesprochen, aber das hat eh‘ keiner getan. Ein Kind der Gesellschaft, das sich darbietet.

Als „Komplementär-Gruppe“ dann ein Ministerium von Beobachtern; so was kommt von so was und alles hängt zusammen. Außerdem habe ich ungewollt, ja, unbewusst, wieder einmal geeulenspiegelt, und hier die Genossen Tschekisten; womöglich sind sie deshalb auf mich aufmerksam geworden.

Außerdem spielt das Problem der Psychopathen eine Rolle, die gerade erfreulicherweise Thema von immer mehr wissenschaftlichen Arbeiten werden. Psychopathen müssen alles runter machen, weil sie im Grunde nichts verstehen, unfähig sind, mitzuschwingen usw. Diese Leute dürften im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung in der Firma überdurchschnittlich häufig vertreten gewesen sein.

„Alles runter machen“… – wer macht das noch? Eltern bei ihren Kindern, weil die grundsätzlich stören, unabhängig von konkreten Fehlern, die sie gemacht haben, weil sie unerwünscht waren, weil sie die Eltern permanent an deren frühe vor allem emotionale Bedürfnisse erinnern, die diese unerledigt mit sich herum schleppen usw.

„Pädagogik“ heißt „Knabenbegleitung“. Wenn mein Vater mich begleiten wollte, als ich sechs oder sieben war, musste er den Sechs- oder Siebenjährigen in sich zulassen. Da kamen aber die entsetzlichen Erlebnisse bei Flucht und Vertreibung hoch, die er kaum irgendwo auch nur ausgesprochen hatte – sofort dicht machen! Was heult der denn wegen dem kaputtem Teddy, wenn der wüsste, was ich durchgemacht habe! Usw.

Zudem war das Thema tabu in der DaDaeR. Es gab keine Vertriebenen, es gab keine von Rotarmisten vergewaltigten Frauen. Dabei waren das mitnichten „Randgruppen“. Ich war erschrocken, als ich erfahren habe, dass allein aus Ostpreußen einige Millionen Menschen vertrieben wurden oder geflüchtet sind; aus irgendwelchen Gründen hatte ich, was natürlich auch wieder irgendwie bezeichnend ist, an einige Hunderttausend gedacht.

Was meine leibliche Mutter betrifft – da kommt noch Einiges auf mich zu, fürchte ich. Ich bin immer mit dem Elternteil symbiotisch verschmolzen, das gerade anwesend war, und sonst war ja auch keiner da, bzw. „anwesend“, körperlich. Mein Vater hat jedoch sozusagen Überhang, weil er auch viele konstruktive Prägungen ermöglichte. Liebe zu Büchern, zur Natur, zu Spaziergängen und Wanderungen, zu Katzen, zu Sprachspielereien, zu Basteleien mit Musik, Interesse am Judentum usw. Ich würde sagen, die Dosis Vater:Mutter war etwa 60:40.

Wann habe ich das „erledigt“ und fange wirklich mein Leben an? – Aharhar, lustich! Viele Leute scheinen aber gar nicht zu bemerken, und auch nicht bemerken zu wollen, dass sie ein Leben lang im Rahmen ihrer Prägungen bleiben, und sie halten das für normal, und alles, was von ihren Wahrnehmungsmustern abweicht, muss weg.

Aber immer wieder kommt mir der Gedanke, dass das seit Jahrtausenden so läuft. Traumatisierung scheint für zahlreiche Menschen in der Geschichte, wenn nicht die Mehrheit, sozusagen der makabre Normalzustand, daher der Zustand vermutlich selbst dann nicht auch nur reflektiert werden wäre, wenn ein Zeichenvorrat existiert hätte, mit dem der Sachverhalt hätte abgebildet werden können, vor allem sprachlich. Es musste erst ein Level materiellen Wohlstands und der Fähigkeit und Bereitschaft zur Reflexion dieser seelischen Schieflagen erreicht werden, wie wir ihn hier nach 73 Jahren Frieden haben, um das Problem überhaupt als Problem wahrnehmen zu können und zu wollen.

Und dann die „Stimmen“, auch die machen alles runter

Bla.

* Jetzt kommt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ganz demnächst die Rückmeldung per Mental-Funk: ‚Jetz willa wieda Texter werden!‘ – Störungen in der Hirnbiochemie? Leute, geht kacken!

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