Läuft bei Dir, Bro?! Mach locker! – „Ooopa?!!!“

Was gibt es Neues von der Hauptverwaltung Budenzauber? – Auch nichts Neues, eher das Übliche. „Wenn Du schon gar nicht mehr dran denkst…“, heißt es in einem Song einer DaDaeR-Rockband, in dem der Budenzauber ein bisschen beschrieben wird, und den damit gemeinten sozusagen Effekt habe ich heute wieder deutlich und nachhaltig erlebt.

Ich war zu einer Art Abschlussgespräch, zu dem ich weiter unten noch komme, und bin dann ein wenig durch das Weichbild der Stadt geeilt, d. h., ich habe wieder einmal Kilometer geschrubbt, indem ich den Oberkörper habe nach vorn fallen lassen und dabei die Beine bewegt, was unweigerlich zur Ortsveränderung im persönlichem Rahmen führt, wie wir bereits drei bis siebzehn Mal berichteten, und was ich morgen wieder schmerzhaft bemerken werde. Es ist ein Dilemma, dass es mir schlecht geht, wenn ich nicht wenigstens hin und wieder hastig promeniere oder würdevoll gemessen jogge, was ich seit dem 18. Februar nur einmal getan habe; promeniere oder laufe ich jedoch, tut mir alles Mögliche noch mehr weh als ohnehin schon, aber das ist das Alter, wie ich höre.

Allein, ich schweife ab – wie immer! Etwas in mir möchte fabulieren, aber es entsteht doch immer wieder nur ein Bericht an meine unmittelbare Vorgesetzte, Brigadier General Krssdiplpffst, ach…

Immer wieder, und das ist mir in den letzten Jahrzehnten viele hunderte Male passiert, fühle ich mich bei solchen Stadtgängen, insbesondere in Arealen, in denen ich noch nicht leibhaftig erschienen bin, einigermaßen frei, was heißt, dass ich den Budenzauber quasi vergesse, verdränge, als eine Schimäre abtue usw. – und dann gibt es immer wieder ’ne „Rückmeldung“, und zwar, wenn ich schon gar nicht mehr dran denke. Heute wurde dies in der Weise vollzogen, dass eine junge Frau, nicht rothaarig, mehrere Kinder anschnauzte: „Auf Wiedersehen – aber jetzt wirklich für immer!“ Dabei hat sie jedoch geradezu zwanghaft mich angesehen, um zu prüfen, dass ich die Episode unbedingt mitbekommen hätte…

Ach ja – „Immer wieder Montag/kommt die Erinnerung/dübbedübbedübbdübb!“, sehr frei nach Cindy und Bert. Da haben es 86 welche geschafft, Ost-Koske, der eigentlich ohne Schutzblase nicht leben kann, dennoch ganz ins Hier und Jetzt zu holen, obwohl das „eigentlich“ nicht geht, möglich Werden des Unmöglichen zu realisieren usw.

Ich hatte schon des Öfteren darauf verwiesen, dass schon Freud darauf verwiesen hätte, sinngemäß, dass es Leute gäbe, für die die Neurose ein goldener Kompromiss wäre, der die Betreffenden zwar immer etwas komisch erscheinen lassen, aber überhaupt halbwegs lebensfähig machen würde; mit „Neurose“ wäre, wie gleichfalls ca. 50 Mal erörtert, in diesem Kontext weniger ein Symptomkomplex gemeint, sondern mehr die „Weltanschauung“ im ursprünglichem Sinne des Wortes, als System der Wahrnehmungsmuster usw.

Wer das wie gemacht hätte? – Das versuche ich, seit nunmehr fast 33 Jahren heraus zu bekommen, aharhar.

„Die Zeit heilt alle Wunder“? Ich weiß ja nicht… Die Erinnerung wird immer schwächer, aber ist doch noch da; die Erinnerung an einen Moment, in dem eben das Unmögliche möglich schien, und wie die durch gekauten Formulierungen auch immer lauten mögen; weitere flotte Floskeln wären hier „Ganz da sein“, nach Johannes R. Becher das Synonym für „Glück“, „zu Ende geboren werden“ usw.

Es gibt eigentlich keine Erklärung, Bezeichnung usf.; es handelt sich um eine Art psychische Singularität, die man mit Worten sozusagen umkreisen kann, aber nicht wirklich treffen.

Bla.

(… merkt nich‘, dissa schwul is‘ – merkt nich‘, dissa schwul is‘, hähä…)

***

Neu ist, dass ich einmal halbwegs einen Abschluß hinbekommen habe, was ausdrücklich nicht nur meiner Wahrnehmung entspricht, sondern auch der, nicht ironisch formuliert, erfahrener Führungskräfte, bei denen ich zum Gespräch war. – Ich musste allerdings wieder an „Schwestern oder die Balance des Glücks“ denken – „Wir waren eigentlich mit Ihrer Arbeit immer sehr zufrieden, Herr Edelschneider!“ Äh – Herr Edelschneider, gnihi. „Herr Edelschneider verlässt unseren Betrieb – er möchte singen!“

Nein, kein Größenwahn – es geht ums Prinzip! Wie oft werde ich nun noch ausbrechen, einen Moment „Freiheit“ genießen, bei der es gar nicht um das regressiv-infantile Klischee geht, man hätte nun endlich im Lotto gewonnen und könne dem Boss vor die Bürotür scheißen usw., vielmehr dieses Gefühl des ins Freie Kommens usw. real ist – und nie und nirgends landen können, wollen, dürfen? Ach, schöner Schmerz! Oh, edle Tiefe! Und wie sagte doch Frau D.-B. in PAF, sinngemäß? – Vielleicht wäre ich nicht der Mensch des Nestbaus, sondern der des umher Fliegens?!

So weit wieder die Theorie!

Wie geht es weiter? – Zunächst werden die Leute, wie Leute nun einmal sind, überzeugt sein, ich wäre raus geflogen; das ist auch ein Dauerbrenner. Die Leute können Einem aber immer nur dann schnurz sein, wenn man wirklich in dieser Welt befestigt und verankert ist, was man von mir, sehr milde formuliert, nicht sagen kann, zudem ich nun wieder fast überhaupt keine Kontakte und Anbindungen mehr habe; ich bin halt ein bindungsloser Psychopath, wir berichteten.

(… ich habe nicht die Absicht, wieder ein, zwei Monde abzuhängen, bis das bisschen Schwung nach neuerlichem „Aufbruch“ weg ist – ich werde mich um einen Job auf dem Knuff- und Muchelmarkt 1 bemühen sowie um ein bisschen professionelles Coaching, Aggressions- und Konfliktbewältigung betreffend… bla…)

Das geht ja seit Wochen, fast jeden Tag; ‚Der will doch gar nicht arbeiten, der bemüht sich doch gar nicht um Arbeit!‘ usw.; per Mental-Funk, versteht sich. Dass ich seit Ende Februar jobben war, wofür es hunderte Zeugen gibt, die ich Lügenbaron ja immer brauche, wird einfach ausgeblendet mit einer Selbstverständlichkeit, die mich immer einmal wieder in den bekanntlich bei mir seltenen Zustand der Sprachlosigkeit versetzt.

Wirklichkeit wird konstruiert, von der jeweiligen Gruppe, und meine Wirklichkeit wird einfach ignoriert von der Hauptverwaltung Budenzauber, was auch nicht schwer fällt, denn ich bin allein, ich armes, armes Ich. – Allerdings erinnern diese sozusagen Praktiken der Wahrnehmung deutlich an eine erst vor einigen Jahren gegründete Partei und deren Anhänger, womit ich meinen Nabelbohrungen schier spielerisch einen überpersönlichen Akzent gesetzt hätte, ha!

Kurzum – nichts Neues in Koskanien! Unrockbar, der Typ! Selbst Dr. Erickson würde resigniert abwinken!

In diesem Sinne – häff fann!

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