Die Sorte zum Wonntag. Universalmarginalpersönlich.

Und hier wieder der Stasi mit seinem Bericht! Kommt permanent per Mental-Funk, dass ich die Wende verpennt hätte, es hat was, echt! Ach, könnte ich doch einmal einem Stasi die Fre… – „Ooopa?!!!“ Ich sitze heute den dritten Tag ohne verohropaxte oder bekopfhörerte Ohren am PC und dresche in die Tastatur, es ist ganz erstaunlich, bringt aber nix, weil das antikisch-tragödisch gewissermaßen die Handlung zusammenfassende und kommentierende Gebrabbel und Gemurmel im Hintergrund stetig rieselt. „Wer hat sich das ausgedacht?“, Frau N. Hagen, aber nie werde ich es erfahren.

Der PC war sozusagen leicht geschrottet, aber ich habe schon lange erwartet, dass mir das wiederfahren könnte. Allerdings kommt dergleichen natürlich, „wenn Du schon gar nicht mehr dran denkst“, wie es in diesem Text eines Rocksongs aus der DaDaeR heißt. In besonders paranoiden (?) Momenten glaube ich, dass in derlei Texten der Budenzauber zumindest angedeutet wird. Ich muss auch immer wieder daran denken, dass Stasi-Hasi mit den roten Haaren bis unter den Arsch 1984 in Hirschgarten immer wieder von „Gedankenpolizei“ gemurmelt und gebrabbelt hat. Es scheint, als hätte ich auch da nicht richtig zugehört, was mir die Sicherheitselfe mehrfach in anderen Kontexten unterstellte, andererseits es bezeichnend ist, dass ich mir den Scheiß gemerkt habe, bla.

Nach der Systemwiederherstellung muss ich Open Office nochmal runterladen – schönen Dank auch. Kopie der Installationsdateien auf ’n Stick speichern, alter Ost-Koske, meine Güte! Muss man Dir alles sagen?! Das hat er von seinem Onkel, hätte Tante Paula gesagt, wenn es sie gegeben hätte. Immerhin speichere ich nun regelmäßig die eigenen Dateien stickig; der Fortschritt ist selbst dann nicht aufzuhalten, wenn man senil-konfus ist, wie es in der, gnihi, „Olsenbande“ heißt. Ja ja – war nicht alles schlecht!

Heftige Traumsendungen von der Hauptverwaltung Budenzauber…

Es wird mir wieder einmal derart intensiv und gewissermaßen leuchtkräftig geträumt, wie ich es bei Ereignissen in der sogenannten Realität nie erlebt habe. Dieses Phänomen habe ich auch bereits mehrfach erwähnt, wobei ich neuerlich feststellen musste, dass die immer wieder erfolgende Rückmeldung, ich könne doch gut schreiben, mindestens fragwürdig ist, denn diese im mehrfachem Sinne traumhaften Hammer-Gigs kann ich bestenfalls umschreiben. Auch nichts Neues, aber Kundenpenetration ist mir eine Herzens- bzw. Gallenangelegenheit als alter Werbefreak, *hüstel*.

Ich kann gut mit Worten umgehen, mir gelingen immer einmal wieder gar manierliche Wendungen, was auch nicht verwunderlich ist nach Jahrzehnten relativ regelmäßiger Niederschriften und Niedertippen, aber das ist nicht eigentlich Schreiben, denn ich dichte nicht, spinne nicht, phantasiere nicht, erzähle nicht im belletristischem Sinne usw.

So weit wieder das orgastische Gejammer der frustrierten Hausfrau, aber Dr. K. hat gesagt, ich solle mehr jammern.

Etwas mit der Sanierung eines massiven alten Gebäudekomplexes. Es könnte eine ehemalige Kaserne sein. Der Block war schon einmal im Traum, und auch damals bereits habe ich gedacht, dass der Sender die Kommune im Süden gewesen sein könnte, in der ich einmal für ein paar Tage aufs Merkwürdigste hospitiert habe. Möglicherweise haben es welche geschafft, es war sicher ein Team, eine Art kollektives Unbewusstes sozusagen zu verschalten, das durchaus etwas mit dem gleichnamigem Konstrukt Carl Gustav Jungs zu tun haben könnte, aber nicht nur.

Außerdem erinnert mich das Gebäude an das erste Haus südlich der Bahntrasse in der Gürtelstraße am Berliner Ostkreuz. Da bin ich einmal eingestiegen, als es entkernt wurde; ganz am Anfang hatte ich dort ein paar Zeitungen zuzustellen. Das Haus verjüngte sich nach Norden, also zur Bahn hin, bis zu einer Spitze, die jedoch eine Art Abstellkammer darstellte. Eine dieser großen, weitläufigen und verwinkelten Altbauwohnungen in Gründerzeithäusern, wie ich sie liebe seit Anbeginn meiner Existenz als heimatloser Mieter, ach…

Jemand schimpft über die Wände im Kinderzimmer, und ich sehe nach und finde aber nichts Kritikwürdiges. Ich bin nur überrascht, dass ein Kinderzimmer geplant ist; offensichtlich handelt es sich tatsächlich um eine Kommune, denn offensichtlich sind auch Familien am Projekt beteiligt.

Dann bade ich in einem schlauchähnlichem Raum in einer Wanne, die die halbe Breite des Raumes ausmacht, während er mindestens zehn Meter lang ist. Der Raum ist kahl bis auf die Wanne und wirkt wie in einem Abrißhaus, er ist verstaubt und verdreckt und der Boden ist übersät von Farbe und Putz. Ich entschuldige mich noch bei Jemanden, dass ich ein Bad genommen hätte, weil ich lange Zeit keine Gelegenheit dazu gehabt hätte; eine sehr realistische Szene, aharhar. – Dass ich mich entschuldigt habe, ist realistisch, nicht das Spülen meines welkenden Alabasterkörperrs; meine Güte!

Am Ende bin ich mit einer Gruppe junger Männer auf dem Weg zu diesem Monumentalbau, und einer der Typen erzählt, dass sich die Sanierung erledigt, weil der Vermieter was dagegen hätte. Während ich es bis dahin im Traum hingenommen habe, gewissermaßen unsichtbar zu sein, versuche ich nun heftig, gehört zu werden, indem ich zu erklären versuche, dass ich es deshalb schon lange aufgegeben hätte, schon seit meiner Kindheit, an das Gelingen von Projekten im weitestem Sinne zu glauben. Jedoch scheint meine beinahe leidenschaftliche Verteidigungsrede nicht nur nicht wahrgenommen zu werden, sondern die jungen Menschen werden nach der Hiobsbotschaft paradoxerweise von Übermut gebeutelt…

Nicht bestanden, bla.

Und – ansonsten? Das Übliche, logisch! ‚Er will wieder hierbleiben!‘ Ich sollte demnach wieder irgendwo hin wollen, was mit der Traumsendung zusammenhängen könnte, aber da ich nicht bestanden habe, hat sich das erledigt. ‚Schreibt wieder seine Berichte!‘ Da wäre ich überhaupt nicht drauf gekommen; schönen Dank auch, budenzaubernde Hauptverwalter! ‚Will nich‘ arbeiten, weilla Abitur hat/weilla ’n Kompjuta hat‘ usw. Dabei arbeite ich seit Februar, und ich habe mich seit November um den Job bemüht, aber das zählt nicht, das ist in der Spur, mehr desselben, Pflicht erfüllen, nicht gesprungen und nicht gelandet.

Gleichzeitig kommt, und diese paradoxe Intervention erinnert an Koans, wie ich schon erwähnte, ‚Er will wieder arbeiten gehen!‘ Möglicherweise ist der Budenzauber Ausdruck sozusagen östlicher Intervention; es marschieren keine Horden sprachbegabter Schimpansen ein, wie seit Jahrtausenden männlich-herb getätigt, sondern eine „Übernahme“ erfolgt auf sanfte, gewaltlose Weise auf einer geistigen Ebene.

An Letzteres, wieder arbeiten gehen, denke ich in der Tat des Öfteren, an richtig arbeiten, auf dem erstem Knuff-und-Muchel-Markt. Mit dem großem Sprung alá Rowling wird es nichts, sozial an der Kante eine Lösung zweiter Ordnung bewerkstelligen durch Entwurf einer eigenen Welt auf einer geistigen Ebene. Allein, ich nehme durchaus wahr, dass mir die Normalität des wieder täglich irgendwo hin Gehens und dort etwas Tuns für den Erwerb des täglichen Brotes und hinreichenden Aufstrichs durchaus bekommt, Alter…

Warum schreibe ich das jetzt alles auf? – Weil es mir besser geht, wenn ich tippsele, als wenn ich es nicht tue, basta. Ich störe ja niemanden und es liest auch kaum jemand diese nicht völlig kunstlosen Notizen eines Verstörten, und alles wird gut, und weiter voran auf bewährtem Kurs.

Apropos Kurs, ha! Beim neu Aufsetzen des Betriebssystems, und ich bin, wie berichtet, jetzt siebenfach verfenstert, habe ich an alle Passwörter usw. gedacht, nur nicht an die für meinen Fernkurs im Kreativem Schreiben, und das ist natürlich ein Wink meines Unbewussten, aber das ist mir schnuppe, ph! Ich fernkursiere trotzdem weiter, zumal ich, und ökonomisches Denken ist mir mitnichten fremd, sechs Neuntel der Studiengebühren abgestottert habe, liebe völlig zu Recht zahlreiche Nichtleser.

Abschließend unterlasse ich es keineswegs, die Weltöffentlichkeit davon zu unterrichten, dass ich nunmehr als zweites Frühstück zwei gekochte Eier zu mir nehmen werde, wie man sie osterbunt in Supermärkten kaufen kann und wie ich sie mir denn auch in der Tat gekauft habe, um mein karges Stübchen nicht zu dampfen zu müssen.

Ha!

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