Der Klient „beantwortet“ die „halluzinierten“ Rückmeldungen – 4. Teil

‚… Lügenbaron…‘

Ich versuche seit etwa 1976, im belletristischem Sinne zu schreiben, seit Dezember 1978 halbwegs regelmäßig, und ich leide heftig darunter, mir nichts ausdenken, nicht dichten, nicht spinnen, nicht lügen zu können; „Bücher sind Lügen und höhere Wahrheiten“, sagte Dr. Lion Feuchtwanger, und wie so oft hat er wieder einmal den Nagel auf den Kopf getroffen; voll cool, der Typ. Ja ja, ich bin Antisemit.

Ausnahmen bestätigen die Regel, einmal habe ich gedichtet. – Es geht nicht um die literarische Qualität und um verkanntes Genie und derlei gequirlte Fäkalie, sondern ums Prinzip, um die immer erneute Wiederholung des Plots meines Lebens-Drehbuches, um das immer wieder erfolgende Verdrehen von Tatsachen ins Gegenteil im Brustton ehrlicher Überzeugung.

Mir scheint aber, dass ich dahinter gekommen sein könnte, warum Leutinnen und Leute mir oft nicht zu glauben, ja, selbstverständlich überzeugt zu sein scheinen, dass ich das Blaue vom Himmel runter lügen würde – meine Ansagen wirken irgendwie emotionslos oder dergleichen, und dies oft in der Ausprägung, dass es wirkt, als hätte ich gar nichts gesagt. Es könnte sich um diesen Effekt handeln, den man früher glaubte, bei von Störungen des schizoformen Spektrums Betroffenen als typisch explorieren zu können, und mit dem man den Eindruck zu beschreiben versuchte, man hätte gar kein Gegenüber.

‚… der is‘ fertig, der Typ, der is‘ fertig…‘

Ich habe noch gar nicht wirklich angefangen, und das ist tragikomisch, und das weiß ich, aber es hat nicht nur mit mir zu tun, sondern sehr wohl auch oder erst recht mit den sogenannten Zeitläuften…

‚… behauptet, er is‘ jahrelang trocken – der is‘ jeden Abend voll…‘

Der Dauerbrenner! Jaha – ungemein witzig wieder!

Schon während meiner körperlichen Pubertät kamen immer wieder diese Rückmeldungen etwa des Inhalts, ich wäre full wie ’ne Radehacke, obwohl ich mir nicht einen Tropfen sogenannt hochgeistiger Getränke genehmigt hatte, und übrigens auch nicht im Geringsten das Bedürfnis danach, geschweige denn andere mental illuminierende Ingredienzien appliziert. Damals hat mich dergleichen jedoch nicht einmal tangiert, weil ich noch in meiner Schutzblase war.

Ich habe seit 2008, nach der Entladung meines Gefühlsstaus nach Sturztrunk auf nüchternen Magen, insgesamt eine Flasche Wein und vier oder fünf 0.33-Liter-Flaschen Bier getrunken sowie eine Pulle Radler, und dies, weil ich weder mehr Gelegenheit noch mehr Einfüllbedürfnis hatte. Ja, das ist die Wahrheit; alles Andere kommt von Leuten, die einen volkstümlichen Spruch nicht begriffen haben; „Was Max über Moritz sagt, sagt mehr über Max als über Moritz!“ Hähä – selbst ich habe manchmal das Ohr am Land.

Den Wein habe ich übrigens in Iron Hut City in einem Super-Laden für leckere Spezialnahrung gekauft, und es handelte sich um Ingwer-Wein, und er war recht teuer, schmeckte aber köstlich zum Jahreswechsel 2014/2015, ätsch.

‚… lebt beziehungslos vor sich hin…‘

Wenn Euch das irritiert – warum bietet Ihr mir keine Beziehung an? Nein, das habe ich wieder nicht nur zynisch usw. gemeint. Es scheint für viele Leutinnen und Leute nicht vorstellbar, dass ich das gar nicht anders will; im Augenblick jedenfalls nicht.

Wenn mir Abgrenzung nicht anders gelingt, ist eben bewusste Isolation meine Art der Abgrenzung, und auch das habe ich nicht nur witzig gemeint. Sobald ich unter Menschen bin, werde ich immer wieder, sorry für die verkorkste Formulierung, vom Setting verschluckt, von der Atmosphäre der jeweiligen Gruppe derart durchtränkt, dass ich es gar nicht bemerke und mich immer wieder gewaltsam losreißen „muss“.

Tja, das ist wieder nur die eine Seite des Problems; die andere ist, dass ich natürlich unter Menschen Probleme bekommen werde mit dieser Haltung, schon allein deshalb, weil sie Übertragungen auslöst, q. e. d.

Wieder etwas Tragikomik – jetzt könnte ich, was die äußeren Bedingungen der Gesellschaft angeht, in die Blockhütte im Wald ziehen, mit Kater, Köter und Kalaschnikow, von der auch ich als 12jähriger oder so geträumt habe, immerhin, aber jetzt geht das aus mehreren Gründen nicht… Old Ost-Koske hat zu viel Zellmüll oder vielmehr Müllzellen im Blut sowie zu viel Druck in demselben, und dann die Brille(n) und die dritten Beißerchen.

Bla. – Alles Ausreden! Der Bluthochdruck wäre schnell behoben, weil das trotz 15 abgeworfener Kilo immer noch vorhandene Übergewicht schnell weg wäre…

Putin verteilt Land in Syberia, kein Joke, auch an Ausländer, aber man muss, um es behalten zu können, nach spätestens drei Jahren nachweisen, dass man was Vernünftiges damit anzufangen weiß. Das bringt wohl nix, weil P. mich wahrscheinlich für ’n Rasputin-Verschnitt halten würde. Damit wollte ich nichts gegen Putin sagen, ich halte auch den im Ernst für ’n coolen Typen, und ob ihn diese Coolness allerdings für seine Leitungsfunktion befähigt, kann und will ich nicht einschätzen, denn ich habe weder Volkswirtschaftslehre noch Politik noch auch die russische Seele studiert, obgleich ich schon immer dieses fatale Faible für russische Frollein hatte.

Ein neues Kräutlein züchten, gegen Krebs, Migräne und Nasenhaare? – Vielleicht lerne ich da tatsächlich ’ne aparte Schamanen-Azubine kennen, mit rosa Höschen aus Amur-Tiger-Fell usw., die ich bisher nur als Anima im Sinne C. G. Jungs in einigen meiner Soundpics, boah, erklingen lassen habe… Ja ja, sexistisch – Schwanz ab!

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