Tja. – Das ist das erste Wort, und schon steht was da.

Ich kenne diese „Technik“, oder wie immer man das nennen mag, natürlich; -zig Schreibcoachs predigen geradezu, dass man auf diese Weise in einen Text reinkommen könnte, durch einfach alles aufschreiben, was Einem durch Herz und Hirn zieht, bla, was allerdings schon dieser Professor in Wien gesagt hat, sinngemäß, der hinter der Couch, es lebe die Libido.

Aber es ist krass, was gerade abgeht. Schon mindestens ein Dutzend Mal wollte ich zum Beispiel, oder vor allem, den Fernkurs für Kreatives Schreiben hinschmeißen, obwohl der Tutor, ein wirklich erfahrener und auch erfolgreicher Textbürger, mir nicht nur schon viermal die Note Eins verabfolgt hat, sondern sich beinahe begeistert geäußert. Das passiert mir, Überraschung, auch nicht zum ersten Mal; es ist dies jetzt der dritte derartige Kurs, den ich im letzten Vierteljahrhundert angefangen habe, und beim erstem Versuch beschwor mich der Fernlehrer, dass ich aufhören müsste, Zeitungen zuzustellen und stattdessen anfangen sollte, ja, müsste, für Zeitungen zu schreiben. Gut gebrüllt, ferner Löwe – schön weit weg, dann geht es einigermaßen mit dem Ost-Koske, chch. Ich meine, welches Printmedium stellt denn praktizierende Schizotype ein?

Womöglich fühlen sich da Leute verarscht oder könnten denken, dass ich kokettieren wolle oder fishing for compliments betreiben; dem ist aber mitnichten so. Es ist vielmehr einfach nur so, dass mir diese ernstgemeinten Feedbacks nicht viel bringen bis auf das momentane blande Empfinden des im Bereich des persönlichen Bauchnabels gepinselt worden Seins.

Schon nach wenigen Sätzen, die ich hier getippt habe, bzw. in die Tastatur gekloppt, denn da ist viel Wut, da ist viel Wut, ging das wieder los. ‚Er dichtitt doch nich‘, er schreibt Tagebuch!‘, ‚Er will berühmt werden mit Tagebuch Schreiben!‘ usw. Gestörte Hirnbiochemie? Ich weiß ja nicht… Wieso sind dann diese Fietbecks inhaltlich derart zutreffend, trallala.

(… Ost-Koske ist erfüllt von den gewissermaßen Grundgefühlen des Spießers, Neid und Eifersucht… er merkt das aber nicht, weil diese Gefühle schon früh nicht nur unter Androhung, sondern unter Ausführung von Strafen verboten wurden… eifersüchtig ist er auch auf Geisteskranke… dazu hat Freud schon etwas angemerkt, sinngemäß, der Hysterische würde oft den Schizophrenen nachäffen usw… an der Stelle nochmals der Hinweis auf die überaus zutreffende Bemerkung von Maaz, dass Hysterische in der DaDaeR oft zu Depressiven geworden wären… was zu beweisen war… nun, mit dem arbeiten, was der Klient bringt… eine therapeutische Maxime, die übrigens aus der Richtung kommt, in der der von mir völlig zu Recht häufig erwähnte Dr. Milton Erickson forsch forschte… und noch übrigenser kommt auch der Gedanke einer Wende aus dieser Richtung, nix Polletick, hähä… dementsprechend verpassen wir Ost-Koske eine Art experimentelle Psychose, mit der wir ihn zu sozialisieren suchen… tja, läuft jetzt seit 32 Jahren – klappt irgendwie nich‘, nich’… böse Hobbitse, böse Hobbitse… auch hier wieder der Hinweis, dass es sein könnte, dass hier „Hysterie als Zerrbild einer Kunstproduktion“ wirken würde, nochmals Freud… auch müsste man Ottilie Normalverbraucherin erst einmal darüber in Kenntnis setzen, dass „Hysterie“ kein Schimpfwort ist, sondern der Versuch der Benennung einer bestimmten Charakterstruktur… aber das ist sinnlos, weil das Psycho-Quatsch ist, den man wie üblich vom Tisch wischen kann… soll lieber arbeiten gehen, der Asi… ist doch wahr… muss man doch mal aussprechen dürfen… )

Was übrigens das Arbeiten angeht – Schema F; Klappe, die vierhundertachtzigste, unrockbar, der Typ… Es sieht so aus, als könnte ich ab Ende Februar in einer Art alternativem Projekt anfangen; zunächst 15 Stunden die Woche, man kennt seine Pappenheimer, was dann jedoch, oh Aufschwung Süd, auf 30 Stunden gesteigert werden könnte. Zu meinem Erstaunen, nicht ironisch usw. gemeint, konnte ich da paar gute Kontakte erleben; überhaupt habe ich mit meinem Berater im Amt wahnsinnig Glück gehabt, denn der hat von mir womöglich mehr geschnallt als mancher Diepel-Psüch. Nein, keine Gehässigkeit und Rachsucht, leider Realität.

Das ist aber wieder das Übliche, mehr desselben; ich bin nicht aus der Spur gekommen, habe wieder einmal den offiziellen Pfad beschritten, sozusagen, aber das zählt nicht. Der kleine Eichmann in mir erfüllt seine Pflicht und entwickelt nach wie vor keine Phantasie; nein, das habe ich nicht zynisch witzig gemeint, es ist dieselbe Grundhaltung, resultierend aus ganz frühen Unterdrückungen, nur sozusagen verdünnt. Meine Güte, bin ich schlau, aber für ’ne Hammerbraut wie Hannah Arendt wäre ich sogar gern ein bisschen Heidegger, sorry. Sehr sympathisch – Kettenraucherin! Ja ja, ich bin Antisemit, is‘ jut!

Ich werde trotzdem per Mental-Funk mit Rückmeldungen des Inhalts zugemüllt, ich wolle nicht arbeiten, und erlebe weiterhin entsprechende „Prüfungs“-Situationen in der sogenannten Realität. Alles, was ich auch nur im Ansatz zu tun anhebe, wird sofort aufgegriffen im Sinne einer Möglichkeit zum Erzeugen einer Bindung. Mindestens merkwürdige „psychotische Symptome“, oder sagte ich das schon? Putze ich mein Zimmer, kommt irgendwann, relativ zeitnah, per Mental-Funk etwas mit ‚Gebäudereinigung‘. Wenn ich dreimal in der Woche einkaufen gehe, kommt was mit ‚Verkäufer‘ und ich erlebe gleich ein paar Anfänger an der Kasse als Wink mit dem Zaunsegment. Usw. usw. usf.

Manchmal denke ich, die da zugange sind, wer auch immer, es muss nicht die Stasi sein, hätten einen Nobelpreis verdient.

‚Wenn der nicht hypnotisiert werden würde, wäre der schon lange in der Geschlossenen!‘, O-Ton Mental-Funk der Hauptverwaltung Budenzauber, dauerhaft kommentierende virtuelle Diensteinheit (DAUKOVIDI)*.

Tja, das ist aber zutreffend, liebe Hirnbiochemiker im MPI! – Max-Planck-Institut (für Psychiatrie), nicht Maschinenpistole. ‚Ein bisschen Spaß muss sein!‘, und alle schunkeln mit.

Ich wäre nicht nur in der Geschlossenen, ich wäre einer der dort herum schlurfenden Dauerpatienten ohne jeglichen eigenen Antrieb außer herunter gefahrenem Lebenserhaltungstrieb. In einer der WGs, in denen ich leibhaftig erschienen bin, habe ich eine alte Dame aus dieser Klientel erlebt und das war recht sehr gruselig.

Zu „Hypnose“ aber muss ich empfehlen nachzulesen, was der eben oben erwähnte Erickson diesbezüglich praktiziert hat. Das war vor 40 Jahren, und es ist doch mitnichten paranoid anzunehmen, dass in dieser Richtung weitergeforscht wurde, zefix! „Meine Stimme begleitet Sie überall hin“, heißt ein Buch über Erickson. Sozusagen künstlich installierte akustische Halluzinationen! Biochemische Schaltmechanismen an den Synapsen? Ich weiß ja nicht…

(… hier sieht sich der Klient als Institutsdirektor, im Unbewusstemalles klar… manche Rückmeldungen kann ich mittlerweile selbst generieren, bevor sie kommen… )

Und nun? – Jetzt renne ich wieder durch die Stadt, damit die Leute denken, ich würde arbeiten gehen; korrekt, O-Ton vox populi. Man kann gar nicht so viel kotzen, wie man fressen muss, sehr frei nach Max Liebermann, Akademiepräsident. Da ist viel Wut, da ist viel Wut – bringen Sie das in die Gruppe!

Kurzum – bla.

* Schon wieder ein, boah, Plot für ’ne Art Fantasy-Thriller, Spezialisierungsrichtung Alternativgeschichte… tja… siehe oben… im nächsten Leben werde ich Diplom-Autor…

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