„Im Osten gab es keine Psyche!“

Sag‘ ich doch! Die bewussten Vertreter der siegreichen Arbeiterklasse hatten kein Unbewusstes, *hüstel*. Zum letztem Mal derart gelacht habe ich mittelkürzlich bei der neuerlichen Rezeption des audiovisuellen Kommunikats „Deadpool“. Jetzt nicht richtig laut – was sollen denn die Leute denken?! ‚Der war Tatsache mal Dauerpatient, der war Tatsache mal Dauerpatient!‘, O-Ton Mental-Funk. Gleich frisst er meinen Hamster, uäääh! – Ja, ich weiß, Wade Wilson passt nicht zu dem Buch von cand. phil. Pollatschek, aber ich bin ein Polter-Proll und wir hatten im Osten zudem zu wenig Buchstaben.

Frau Pollatschek hat den Zopf manchmal links und manchmal rechts, was ich bisher bei keiner Vertreterin der rezenten Hominiden auf dem dritten Planeten des Systems beobachten konnte. Ja ja – sexistisch, schon klar! Ich habe den Sachverhalt auch bereits an mein Command Center gemeldet. – So weit die wichtigen Nachrichten!

Ganz nebenbei vermochte ich dann auch zu explorieren, dass Frau P. in Oxford über das Problem des Bösen in der Literatur zu promovieren eben im Begriff scheint.

Nein, ich bin nicht verknallt! Das gewöhne ich mir eh‘ ab – bringt nichts!!! Es bereitet mir zunehmend Freude, als ein giftiger Hagestolz steif einher zu schreiten. Aber ich musste an meine „These“ denken, eines der Pärchen der Weltliteratur wären der ausagierende Psychopath und der suchende und irrende Neurotiker. Wolzow und Holt, „Wolf“ Larsen und Humphrey van Weyden und vor allem Mephisto und Dr. Faust.

Wahrscheinlich noch viele mehr, die ich gar nicht kenne. Ich verfüge über eine herausragende Viertelbildung, wie ich bereits zuweilen spielerisch einzuflechten wusste. Um wieder ein wenig Gedankenflucht zu praktizieren – Feuchtwanger kommt hier weder unter „Romane“ noch unter „20. Jahrhundert“ vor, nur unter „Erzählungen“. Womit erfüllt uns das? – Weiß ich auch nicht…

Ob mein Gedanke über diese prekären Duos in der Literatur in der Dissertation von Frau Pollatschek ist? Ich könnte ja nachfragen, aber ich habe leider keine Eier, wie Dr. F. herausgearbeitet hat. – „Herausgearbeitet“ ist natürlich DDR-Sprech. Die Männer in der WG in G. hatten alle keine Eier, wie Mitbewohner H. gelegentlich einfließen ließ. Das war mit Sicherheit nicht auf seinem Mist gewachsen, vielmehr er Therapie-Papa F. nachgeplappert hat. – Wenn Ihr mitgekriegt hättet, was ich alles mitgekriegt habe, ha!

Aber so ist das Leben! Die einen promovieren, die anderen hängen in einem städtischem Beherbergungsbetrieb ab und warten darauf, dass ihnen außer dem Gesicht auch noch einfällt, was sie mit dem Rest der frühsenilen Spätestpubertät anfangen könnten.* Wer ist schuld? Erich! Das Finanzamt! Die Flüchtlinge! Die Bullen! Frau Dr. Merkel! Kurzum – die. Ich habe nichts gemacht!

(… merkt nicht, dass er eifersüchtig ist… furchtbar, der Mensch…)

Jedenfalls habe ich das Buch jetzt bestellt und bin gespannt, ob ich neugierig bin! Als Besitzer eines Bibliotheksausweises für M., Hauptversammlungsplatz der Bajuwaren, habe ich nach vielen Jahren nämlich bemerkt, dass man Medien nicht nur bestellen kann, sondern sie auch an eine Bibliotheksfiliale seiner Wahl liefern lassen. Das verstehe ich sehr gut, denn ich bin auch ein Medium, ein ferngelenktes!

Bla.

* Damit wollte ich nichts gegen diese Pension sagen! Im Gegenteil, ich finde meine karge Klause voll cool! Überhaupt könnte das Leben so schön sein, wenn nur nicht überall die anderen Menschen wären… Wenn man diesen letzten Gedanken zu Ende denkt, ist man bei der Neutronenbombe. Nich‘ lustig – da ist es, das Böse! Ausnahmsweise bleibe ich mal beim Thema, ha!

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