„Vom Start an kann man den Sieger erkennen […] auch den Verlierer…“*

Die chronologische Reihenfolge bietet sich trotz allem an und natürlich haben -zig Autoren mit der eigenen Geburt angefangen und natürlich kann ich mich nicht an meine Geburt erinnern. Aber es gibt eine Geschichte, an die ich mich bezeichnender Weise erst mit über 40 Jahren wieder erinnert habe.

Meine Mutter hat diese Ur-Geschichte mehrfach erzählt. Ich glaube sogar, sie tat es immer beiläufig, als handele es sich um etwas Nichtiges oder jedenfalls Nebensächliches. Dieser Umstand erscheint mir erst heute leicht makaber. Meine Mutter behauptete, ich wäre von Kopf bis Fuß behaart zur Welt gekommen und sie hätte bei meinem Anblick, mit ihren Worten gesagt, „geschrien wie am Spieß“.

Es kommt tatsächlich vor, dass Neugeborene ungewöhnlich behaart sind. Diese Störung ist harmlos, zumal die Haare nach kurzer Zeit ausfallen. Aber es ist völlig gleichgültig, ob diese Geschichte ausgedacht oder authentisch ist. Mein erstes Erlebnis in dieser Welt – die Mutter schreit bei meinem Anblick vor Entsetzen.

Der Grundton ist angeschlagen – ein Monstrum ist erschienen.

* Zitat aus „Es war einmal in Amerika“. Sehr wahrscheinlich wurde von sehr wahrscheinlich bei der Firma angebundenen Leuten vermutet, dass ich Einen auf „Noodles“ machen würde. Dies jedoch, bevor ich das Opus magnum von Meister Leone gesehen hatte. Mitnichten aber habe ich das typisch histrionische Verhaltensmuster praktiziert, gewissermaßen Rollen nachzuspielen und etwa „Noodles“ in der Opiumhöhle zu mimen. Die zunehmend zwanghafte Gewohnheit, mich in wüste Wachträume fallend ein bisschen hinzulegen und oft auf den Boden, hatte ich von meinem Vater übernommen.

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